Meditieren lernen
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine einfache Form wählen: Aufmerksamkeit beim Atem halten oder offen wahrnehmenTraditionell genutzt
- Regelmäßig über Wochen üben statt nur kurz ausprobierenErste Hinweise
- Lieber in der Gruppe? Zertifizierte Kurse kann die Krankenkasse bezuschussenErste Hinweise
- Wühlt dich eine Übung stark auf, hör auf und hol dir UnterstützungTeilweise belegt
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
Meditieren lernen heißt, die Aufmerksamkeit zu üben: Du lässt sie bei einer Sache, etwa dem Atem, oder nimmst offen wahr, was gerade auftaucht. Am besten untersucht sind Achtsamkeitsprogramme mit regelmäßiger Übung. Hast du eine psychische Erkrankung, sprich vorher mit deiner Praxis; wühlt dich eine Übung stark auf, hör auf und hol dir Unterstützung.
In Studien verringerten Achtsamkeitsprogramme Angst und depressive Beschwerden leicht bis mäßig. Dass sie besser wirken als andere aktive Wege wie Bewegung oder Verhaltenstherapie, zeigte sich nicht. Meditation gilt als risikoarm, doch unerwünschte Wirkungen kommen vor, am häufigsten Angst und depressive Beschwerden.
Zu den ältesten überlieferten Anleitungen gehören zwei Lehrreden des Pali-Kanons über das achtsame Atmen und die Grundlagen der Achtsamkeit.
- Teilweise belegt5 Aussagen
- Erste Hinweise7 Aussagen
- Traditionell genutzt2 Aussagen
Sichtweisen im Vergleich
Körper
Medizin, Naturheilkunde, Ernährung und Bewegung: was im Körper geschieht.
Seele
Psychologie und Psychosomatik: wie Gefühle, Gedanken und Belastungen mitspielen und wie sie gedeutet werden.
Geist
Spirituelle Traditionen und Astrologie: wie sie auf Sinn, Haltung, innere Praxis und den Menschen im Kosmos schauen.
Wirkstoffe und Methoden
Häufige Fragen
Wie fange ich mit dem Meditieren an?
- Erste Hinweise
- Traditionell genutzt
Mit einer einfachen Form und einem festen Platz im Tag. Viele Formen halten die Aufmerksamkeit bei einer Sache: dem Atem, einem Geräusch, einem inneren Bild oder einem Mantra, also einem wiederholten Wort. Bei anderen nimmst du offen wahr, was auftaucht, ohne darauf einzusteigen. Im Pali-Kanon beginnt die Anleitung mit aufrechtem Sitzen und dem bewussten Verfolgen des Atems. Wichtiger als die Form scheint das Dranbleiben: In Achtsamkeitskursen hatten diejenigen, die mehr übten, etwas bessere Ergebnisse.
Wie lange sollte man am Tag meditieren?
- Erste Hinweise
Eine feste Zahl geben die Studien nicht her. In achtwöchigen Achtsamkeitskursen übten die Teilnehmenden zu Hause im Schnitt etwa eine halbe Stunde an sechs Tagen pro Woche, knapp zwei Drittel der vorgesehenen Zeit. Mehr Übung ging mit etwas besseren Ergebnissen einher, der Zusammenhang war klein. Sehr kurze Trainings von bis zu zwei Wochen verringerten negative Gefühle nur leicht, und nach Korrektur für unveröffentlichte Studien kaum noch. Regelmäßig über Wochen zu üben, ist deshalb sinnvoller als ein kurzer Versuch.
Was bringt Meditation wirklich?
- Teilweise belegt
- Erste Hinweise
Vor allem etwas weniger Angst und depressive Beschwerden, mit kleinen bis mäßigen Effekten. Das zeigte eine Metaanalyse von 47 randomisierten Studien mit aktiver Vergleichsgruppe für Achtsamkeitsprogramme, ebenso für Schmerzen. Für Stress und Schlaf sind die Ergebnisse uneinheitlich: In 132 Studien mit Beschäftigten, oft mit hohem Verzerrungsrisiko, besserten sich beide, die ältere Metaanalyse fand dafür nur einen geringen oder keinen ausreichenden Beleg. Dass Meditation besser wirkt als andere aktive Wege wie Bewegung, Medikamente oder Verhaltenstherapie, zeigte sich in den Vergleichen nicht. Sie ist eine Möglichkeit unter mehreren.
Kann Meditation auch schaden?
- Teilweise belegt
Ja, das kommt vor, auch wenn Meditation meist als risikoarm gilt. Ein systematischer Review von 83 Studien mit 6.703 Meditierenden fand bei gut 8 von 100 unerwünschte Wirkungen, am häufigsten Angst, depressive Beschwerden und Veränderungen im Denken und Wahrnehmen, auch bei Menschen ohne frühere psychische Probleme. Nach der US-Gesundheitsbehörde NCCIH ist das ähnlich häufig wie bei psychologischen Behandlungen, doch nur wenige Studien haben gezielt danach gefragt. Wühlt dich eine Übung stark auf, hör auf und hol dir Unterstützung.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Lass das sofort ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Du hörst oder siehst Dinge, die andere nicht wahrnehmen, oder bist nach einer Übung oder einem Retreat stark verwirrt
Hör mit dem Üben auf und lass dich noch heute ärztlich untersuchen, in der Hausarztpraxis, beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder in einer psychiatrischen Notaufnahme.
Hol dir jetzt Unterstützung, zum Beispiel bei der Telefonseelsorge, wenn du das bemerkst:
- Gedanken daran, nicht mehr leben zu wollen oder dir etwas anzutun, auch wenn sie beim Meditieren auftauchen
Die Telefonseelsorge ist Tag und Nacht kostenlos und anonym erreichbar: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Bist du in akuter Gefahr, wähle 112.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Starke Angst, Panik, Niedergeschlagenheit oder das Gefühl, neben dir zu stehen, die nach dem Üben nicht abklingen
Unterbrich die Übungen und sprich mit deiner Hausarztpraxis oder einer psychotherapeutischen Praxis. Solche Wirkungen kommen beim Meditieren vor, auch bei Menschen ohne frühere psychische Probleme.
- Belastende Erinnerungen drängen sich beim Meditieren immer wieder auf, etwa an ein Trauma
Sprich darüber in einer psychotherapeutischen Praxis, bevor du weiterübst. Dort lässt sich klären, welche Form der Übung für dich passt.
- Du bist wegen einer psychischen Erkrankung in Behandlung oder hattest schon einmal eine Psychose oder Manie und planst einen Kurs, intensives Üben oder ein Schweige-Retreat
Sag deiner Praxis vorher Bescheid. Meditation kann eine Behandlung ergänzen, sie ersetzt sie nicht.
Die Notfall- und Krisennummern stehen unten auf jeder Seite.
Wer dir helfen kann
Für Fragen zu deiner persönlichen Situation sind Fachleute die richtige Anlaufstelle: deine Hausarztpraxis, deine Apotheke oder Heilpraktiker:innen mit Zulassung.
Die Methoden auf dieser Seite bieten zum Beispiel an: Heilpraktiker:in für Psychotherapie, Ärztin / Arzt, Physiotherapeut:in, Psychotherapeut:in, Coach.
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Quellen
Alle 11 Quellen anzeigen
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Was die Evidenz-Labels bedeuten, erklären wir unter So ordnen wir ein.
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