Der zweite Pfeil: Schmerz und Leid
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Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Schmerzen, Druck oder Enge in der Brust, auch ausstrahlend in Arm, Rücken, Hals oder Kiefer, oder plötzliche Lähmungen, Sprachstörungen oder heftige Kopfschmerzen
Das können Anzeichen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls sein. Wähle sofort 112 und warte nicht ab, ob es von selbst besser wird.
Hol dir jetzt Unterstützung, zum Beispiel bei der Telefonseelsorge, wenn du das bemerkst:
- Gedanken daran, dir das Leben zu nehmen, oder das Gefühl, es nicht mehr auszuhalten
Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Bist du in akuter Gefahr, wähle 112.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Neue, starke oder unerklärte Schmerzen, und Schmerzen, die bleiben oder stärker werden
Lass die Ursache zeitnah ärztlich abklären, bevor es um den Umgang mit dem Schmerz geht. Das Gleichnis und die Übungen auf dieser Seite ersetzen keine Untersuchung und keine Behandlung.
- Gedrückte Stimmung, Interessen- oder Freudlosigkeit, die länger als zwei Wochen anhalten
Das können Anzeichen einer Depression sein. Sie gehört ärztlich oder psychotherapeutisch eingeordnet; Achtsamkeitsübungen ersetzen keine Behandlung.
- Starke Angst, Niedergeschlagenheit, innere Übererregung oder das Gefühl, neben dir zu stehen, während oder nach Meditationsübungen
Unterbrich die Übungen und sprich mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in einer psychotherapeutischen Praxis darüber. Solche Reaktionen kommen vor, auch bei Menschen ohne frühere psychische Probleme.
Notruf: 112 · TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111 · TelefonSeelsorge: 0800 111 0 222 · Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
Kurz erklärt
Ein altes buddhistisches Gleichnis unterscheidet zwei Pfeile. Der erste ist der Schmerz selbst, der sich nicht immer vermeiden lässt. Der zweite ist das, was wir dem Schmerz oft noch hinzufügen — Hadern, Grübeln, inneres Ankämpfen, die Angst, dass es nie aufhört. Nach dem Gleichnis muss dieser zweite Pfeil dem ersten nicht zwangsläufig folgen. Das Bild lässt sich auch auf seelischen Schmerz übertragen, etwa nach einem Verlust.
Die Psychologie hat den Gedanken aufgegriffen. Achtsamkeitsprogramme wie die Stressbewältigung durch Achtsamkeit (MBSR) und die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT), die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) und Übungen in Selbstmitgefühl setzen an dieser zweiten Reaktion an. Ihre Effekte sind in Studien meist klein bis mittelgroß: Bei Stress im Alltag und bei chronischen Schmerzen verringern sie die Belastung im Mittel etwas, und bei wiederkehrender Depression senkt MBCT das Rückfallrisiko. Wundermittel sind sie nicht, sie helfen nicht allen, und sie können auch unerwünschte Wirkungen haben.
Wichtig ist, was das Gleichnis nicht sagt. Es sagt nicht, dass Schmerz eingebildet ist, dass du ihn einfach hinnehmen sollst oder dass du an ihm schuld bist. Auch der geschulte Schüler im Gleichnis spürt den ersten Pfeil weiter. Neue, starke oder unerklärte Schmerzen gehören ärztlich abgeklärt, und was auf dieser Seite steht, ergänzt eine Behandlung, es ersetzt sie nicht.
- Gut belegt1 Aussage
- Teilweise belegt7 Aussagen
- Erste Hinweise1 Aussage
- Traditionell genutzt4 Aussagen

Sichtweisen im Vergleich
Körper
Medizin, Naturheilkunde, Ernährung und Bewegung: was im Körper geschieht.
Schulmedizin
- Teilweise belegt
In der Schmerzmedizin ist Schmerz immer ein echtes Erleben. Nach der Internationalen Schmerzgesellschaft IASP ist er stets persönlich: Körper, Psyche und Lebensumstände spielen hinein, bei jedem Menschen unterschiedlich stark. Schmerz lässt sich nicht allein an Nervensignalen messen, und was ein Mensch als Schmerz schildert, verdient Respekt. Daraus folgt zweierlei: Schmerz wird zuerst untersucht, und bei anhaltendem Schmerz gehört neben dem Körper auch in den Blick, wie er Alltag und Stimmung verändert.
Die britische Leitlinie zu chronischen Schmerzen empfiehlt dafür eine personenzentrierte Untersuchung, die Ursachen und Auswirkungen gemeinsam erfasst. Lässt sich der Schmerz durch keine Grunderkrankung ausreichend erklären, empfiehlt sie angeleitetes Bewegungstraining in der Gruppe und nennt die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) und die kognitive Verhaltenstherapie als Möglichkeiten, die erwogen werden können; die Studienlage dazu beschreibt sie als begrenzt. Achtsamkeitsprogramme empfiehlt sie nicht, weil die Studien der Leitliniengruppe 2021 dafür nicht ausreichten. Das ist kein Befund gegen Achtsamkeit: Die vorhandenen Studien deuteten auf einen möglichen Nutzen hin, und die Leitlinie fordert weitere Forschung.
Seele
Psychologie: wie Gefühle, Gedanken und Belastungen mitspielen.
Psychologie
- Teilweise belegt
- Erste Hinweise
Was das Gleichnis den zweiten Pfeil nennt, hat in der Psychologie eigene Namen: Katastrophisieren, also das gedankliche Aufblähen eines Schmerzes („das hört nie auf“, „das halte ich nicht aus“), Grübeln, Selbstvorwürfe und das Ankämpfen gegen unangenehmes Erleben. Bei Menschen mit chronischen Schmerzen geht stärkeres Katastrophisieren in vielen Studien mit stärkeren Schmerzen und mehr Einschränkungen einher. Die Studien sind aber fast alle Momentaufnahmen mit sehr geringer Vertrauenswürdigkeit; Ursache und Wirkung lassen sich daraus nicht sicher trennen.
Eine frühe Studie von 1982 fasste die Idee in die Sprache der Medizin: Aufmerksames, distanziertes Beobachten könne die Schmerzempfindung von der alarmierten, bewertenden Reaktion darauf entkoppeln. Sie hatte keine Vergleichsgruppe; heute gibt es viele kontrollierte Studien. Bei Erwachsenen außerhalb der Krankenversorgung senken angeleitete Achtsamkeitskurse in der Gruppe die seelische Belastung im Mittel leicht bis mäßig, verglichen mit keinem Angebot. Nachweislich besser als andere aktive Behandlungen wie Bewegung, Medikamente oder andere Verhaltenstherapien waren Meditationsprogramme in den Vergleichen nicht. Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) übt, unangenehmes Erleben zuzulassen und trotzdem nach dem zu handeln, was dir wichtig ist. Bei chronischen Schmerzen zeigen Übersichtsarbeiten Verbesserungen vor allem bei Alltagsfunktion, Stimmung und Schmerzakzeptanz; eine Cochrane-Übersicht hielt die Datenlage zu ACT 2020 allerdings noch für sehr unsicher.
Übungen in Selbstmitgefühl setzen der inneren Kritik einen freundlichen, verständnisvollen Umgang mit dir selbst entgegen. In Metaanalysen meist kleiner randomisierter Studien verringerten sie Selbstkritik, depressive Beschwerden, Ängstlichkeit und seelische Belastung mäßig. Für chronische Schmerzen gibt es erst erste Hinweise: Eine Übersicht fand zu wenige, zu uneinheitliche und methodisch schwache Studien für ein Urteil, eine randomisierte Studie mit gut 120 Teilnehmenden sah Vorteile eines Selbstmitgefühl-Programms gegenüber kognitiver Verhaltenstherapie bei Schmerzakzeptanz, Beeinträchtigung durch den Schmerz und Ängstlichkeit.
Quellen: Quelle 2, Quelle 3, Quelle 4, Quelle 5, Quelle 6, Quelle 7, Quelle 8, Quelle 9, Quelle 10, Quelle 11
Geist
Spirituelle Traditionen: wie sie auf Sinn, Haltung und innere Praxis schauen.
Spiritualität
- Traditionell genutzt
Das Gleichnis stammt aus dem Pali-Kanon, der in der Sprache Pali überlieferten Sammlung buddhistischer Lehrreden, und steht dort in der Sammlung über die Gefühle (Saṃyutta Nikāya 36.6). Der Buddha vergleicht darin einen gewöhnlichen Menschen, der die Lehre nicht kennt, mit einem in ihr geschulten Schüler. Beide spüren angenehme, unangenehme und neutrale Gefühle, beide spüren auch Schmerz. Der ungeschulte Mensch aber ist bekümmert, klagt und verliert die Fassung. So spürt er zwei Schmerzen, einen körperlichen und einen seelischen, wie jemand, den nach dem ersten Pfeil ein zweiter trifft. Er sträubt sich innerlich gegen den Schmerz und sucht Zuflucht in Sinnesfreuden, weil er keinen anderen Ausweg kennt. Der geschulte Schüler spürt nur den körperlichen Schmerz; der zweite Pfeil bleibt aus.
Der Weg dorthin ist in dieser Überlieferung kein Wegdrücken, sondern genaues Hinsehen: zu erkennen, wie Gefühle entstehen und vergehen, was an ihnen anzieht, worin ihre Gefahr liegt und wie man sich aus ihrem Griff löst. Das Gleichnis beschreibt ein Übungsziel. Es verspricht nicht, dass der erste Pfeil verschwindet, und es sagt nichts darüber, woher ein Schmerz kommt.
Quelle: Quelle 1
Wirkstoffe und Methoden
Achtsamkeitsprogramme setzen an dem an, was das Gleichnis vom zweiten Pfeil beschreibt: am Hadern, Grübeln und inneren Ankämpfen, das zu einem Schmerz hinzukommt. Eines der ersten Achtsamkeitsprogramme wurde 1982 mit Menschen mit chronischen Schmerzen erprobt, und heute gibt es viele kontrollierte Studien. Eine Metaanalyse von 38 randomisierten Studien fand eine kleine Abnahme der Schmerzen und Verbesserungen bei Stimmung und Lebensqualität, bei niedriger Qualität der Evidenz. In einer großen Studie mit 342 Erwachsenen mit chronischen Kreuzschmerzen schnitt MBSR ähnlich ab wie eine kognitive Verhaltenstherapie und besser als die übliche Versorgung: Nach einem halben Jahr fühlten sich etwa 44 von 100 Teilnehmenden um mindestens 30 Prozent weniger von ihren Schmerzen belastet, unter üblicher Versorgung etwa 27 von 100, und der Unterschied hielt nach einem Jahr an.
Das Gleichnis und die Kurse ersetzen keine Untersuchung: Neue, starke oder unerklärte Schmerzen gehören zuerst ärztlich abgeklärt.
Was dagegen spricht
Der britischen Leitlinie zu chronischen Schmerzen reichten die Belege 2021 nicht für eine Empfehlung; sie sah Hinweise auf einen möglichen Nutzen und forderte weitere Forschung. Das ist ein fehlender Nachweis, kein Befund gegen Achtsamkeit. Eine neuere Netzwerk-Metaanalyse mit 68 Studien kam für MBSR zu günstigeren Ergebnissen, beruht aber zum Teil auf indirekten Vergleichen über Studien mit unterschiedlichen Vergleichsgruppen. Nicht alle bleiben dabei: Über 44 Studien hinweg schied knapp ein Drittel vorzeitig aus, bei Kursen im Internet etwa die Hälfte. Die Kurse kosten Zeit, acht Wochen mit täglichem Üben.
Quellen: Quelle 3, Quelle 12, Quelle 14, Quelle 15, Quelle 16, Quelle 17
Häufige Fragen
Was bedeutet das Gleichnis vom zweiten Pfeil?
- Traditionell genutzt
Im Gleichnis wird ein Mensch von einem Pfeil getroffen und gleich darauf von einem zweiten. Der erste Pfeil steht für den körperlichen Schmerz, der zum Leben gehört. Der zweite steht für das, was der Geist daraus macht: Kummer und Klagen, inneres Sträuben und die Flucht in Sinnesfreuden. Nach der Lehrrede spürt auch ein geschulter Schüler den ersten Pfeil. Der Unterschied liegt darin, ob der zweite folgt.
Quelle: Quelle 1
Wie unterscheide ich Schmerz und zusätzliches Leid im Alltag?
- Teilweise belegt
- Traditionell genutzt
Ein Anfang ist, beides auseinanderzuhalten. Was spürst du gerade im Körper, wo genau, und wie fühlt es sich an? Und was sagen die Gedanken dazu — „das wird nie besser“, „warum immer ich“, „ich halte das nicht aus“? Das Erste ist der Schmerz, das Zweite ist oft der zweite Pfeil. Solche Gedanken sind menschlich. Achtsamkeitsprogramme und die Akzeptanz- und Commitment-Therapie üben über mehrere Wochen, sie als Gedanken zu bemerken, statt ihnen sofort zu folgen, und in dieser Form sind sie in Studien untersucht. Einzelne Übungen daraus haben die hier genannten Studien nicht für sich allein geprüft.
Heißt das, ich soll meinen Schmerz einfach hinnehmen?
- Gut belegt
Nein. Der erste Pfeil verdient Aufmerksamkeit und Behandlung. Neue, starke oder unerklärte Schmerzen gehören ärztlich abgeklärt, und Schmerzen oder Druck in der Brust, plötzliche Lähmungen oder Sprachstörungen sind ein Fall für den Notruf 112. Auch anhaltende Schmerzen werden untersucht: auf ihre Ursachen und darauf, wie sie dein Leben beeinträchtigen. Schmerz ist nach dem Verständnis der Internationalen Schmerzgesellschaft IASP immer ein echtes, persönliches Erleben, und deine Schilderung verdient Respekt, auch wenn sich keine Gewebeschädigung findet. Akzeptanz meint in der Psychologie etwas anderes als Aufgeben: nicht länger gegen das anzukämpfen, was sich gerade nicht ändern lässt, und die Kraft dafür zu nutzen, nach dem zu leben, was dir wichtig ist. Dazu gehört auch, dich behandeln zu lassen.
Quellen: Quelle 12, Quelle 13, Quelle 18, Quelle 19, Quelle 20
Bin ich selbst schuld, wenn ich leide?
- Traditionell genutzt
Nein. Das Gleichnis beschreibt, wie Menschen gewöhnlich auf Schmerz reagieren, und zeigt eine Möglichkeit, anders damit umzugehen. Von Schuld ist darin keine Rede, und darüber, woher ein Schmerz kommt, sagt es nichts. Manche Deutungen gehen weiter und behaupten, ein Mensch ziehe sich Schmerz oder Krankheit unbewusst selbst zu. Das steht nicht im Gleichnis und wird hier nicht vertreten: Eine solche Deutung kann kranken Menschen eine Schuld zuschreiben, die sie nicht haben. Auch der zweite Pfeil ist kein Versagen. Wer sich für ihn Vorwürfe macht, schießt nur einen weiteren.
Quelle: Quelle 1
Hilft Achtsamkeit bei chronischen Schmerzen?
- Teilweise belegt
Im Mittel ein wenig. Eine Metaanalyse von 38 randomisierten Studien fand eine kleine Abnahme der Schmerzen und Verbesserungen bei Stimmung und Lebensqualität, bei niedriger Qualität der Evidenz. In einer großen Studie mit Menschen mit chronischen Kreuzschmerzen schnitt MBSR ähnlich ab wie kognitive Verhaltenstherapie und besser als die übliche Versorgung: Nach einem halben Jahr fühlten sich etwa 44 von 100 Teilnehmenden um mindestens 30 Prozent weniger von ihren Schmerzen belastet, unter üblicher Versorgung etwa 27 von 100. Der britischen Leitlinie reichten die Belege 2021 trotzdem nicht für eine Empfehlung; das heißt nicht, dass Studien gegen einen Nutzen sprechen, sondern dass er noch nicht sicher genug belegt war. Eine neuere Netzwerk-Metaanalyse mit 68 Studien kam für MBSR bei Schmerzstärke und depressiven Beschwerden zu günstigeren Ergebnissen; sie verrechnet allerdings Studien mit sehr unterschiedlichen Vergleichsgruppen miteinander. Und nicht alle bleiben dabei: Im Mittel scheidet knapp ein Drittel vorzeitig aus, bei Kursen im Internet etwa die Hälfte.
Quellen: Quelle 12, Quelle 14, Quelle 15, Quelle 16, Quelle 17
Kann Achtsamkeit vor einem Rückfall in die Depression schützen?
- Teilweise belegt
Vieles spricht dafür, sicher belegt ist es nicht. Die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) ist ein Gruppenkurs, meist mit acht Sitzungen, der Achtsamkeitsübungen mit Elementen der kognitiven Verhaltenstherapie verbindet. In einer Auswertung der Einzeldaten von neun randomisierten Studien mit rund 1.260 Menschen, deren wiederkehrende Depression abgeklungen war, war das Risiko eines Rückfalls innerhalb von 60 Wochen mit MBCT um knapp ein Drittel geringer als ohne. Im Vergleich mit anderen aktiven Behandlungen, etwa weitergeführten Antidepressiva, fand diese Auswertung einen kleinen Vorteil, eine spätere Netzwerk-Metaanalyse keinen gesicherten Unterschied; dort war auch der Vorsprung gegenüber der üblichen Versorgung nur knapp gesichert. An den Studien waren überwiegend die Arbeitsgruppen beteiligt, die MBCT entwickelt haben. Die britische Leitlinie nennt MBCT als eine Möglichkeit der Rückfallvorbeugung; die deutsche Versorgungsleitlinie hebt kein einzelnes Verfahren hervor, sondern empfiehlt Menschen mit erhöhtem Rückfallrisiko eine längerfristige Psychotherapie; sie hält selbst fest, dass dafür nur wenige Studien vorliegen. Eine akute Depression gehört in ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, und ob du Medikamente absetzt, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Kann Meditation auch schaden?
- Teilweise belegt
Ja, das kommt vor. Eine systematische Übersicht über 83 Studien fand bei gut 8 von 100 Meditierenden unerwünschte Wirkungen, am häufigsten Angst und depressive Beschwerden, auch bei Menschen ohne frühere psychische Probleme. In experimentellen Studien waren es knapp 4 von 100, in Beobachtungsstudien rund ein Drittel; wie häufig es wirklich ist, bleibt deshalb unsicher. Eine genaue Befragung nach achtwöchigen MBCT-Kursen fand vorübergehende Belastungen häufig und anhaltende negative Folgen bei 6 bis 14 von 100 Teilnehmenden, verbunden mit Übererregung oder dem Gefühl, neben sich zu stehen — nach Einschätzung der Forschenden etwa so oft wie bei anderen psychologischen Behandlungen. Die britische Depressionsleitlinie weist darauf hin, dass solche Kurse schwierig sein können, wenn dich sehr belastende Gedanken quälen oder es dir schwerfällt, dich auf den Körper zu konzentrieren. Wenn Übungen dich stark aufwühlen, unterbrich sie und hol dir fachliche Unterstützung.
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Verwandte Themen
Quellen
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Was die Evidenz-Labels bedeuten, erklären wir unter So ordnen wir ein.