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Stress

Kurz erklärt
Stress ist zuerst eine sinnvolle Reaktion. Bei Belastung schaltet der Körper in Bereitschaft: Stresshormone werden ausgeschüttet, Herzschlag, Blutdruck und Blutzucker steigen, Energie steht bereit. Klingt die Anspannung danach wieder ab, ist das kein Problem. Schwierig wird es, wenn sie sehr stark ist, sich ständig wiederholt oder gar nicht mehr nachlässt und die Erholung fehlt. Dann melden sich oft Gereiztheit, Konzentrations- und Schlafprobleme, Kopf- oder Magenbeschwerden.
Dieser Bereich sortiert, was daraus folgt, nach dem, was du gerade suchst. „Stress im Alltag“ ist der Einstieg: woher die Anspannung kommt und was im Alltag hilft. Kommt dein Körper nicht zur Ruhe, spürst du Herzklopfen, Nervosität oder ein Getriebensein, führt „Innere Unruhe“ weiter — auch zu Auslösern, an die man nicht gleich denkt, etwa Koffein, Medikamente oder die Schilddrüse. Lassen dich die Gedanken abends nicht los, ist „Grübeln und Gedankenkreisen“ die passende Seite, und „Der zweite Pfeil“ geht der Frage nach, wie viel Leid wir einem Schmerz noch hinzufügen. „Entspannung und Resilienz“ ist die Seite zum Üben: Verfahren, die sich lernen lassen, und was die seelische Widerstandskraft stützt. Kommt die Erschöpfung aus der Arbeit und hält sie lange an, führt „Burnout“ weiter.
Über die Themen hinweg wiederholen sich wenige Wege. Am breitesten untersucht sind regelmäßige Bewegung und guter Schlaf. Programme zur Stressbewältigung, Achtsamkeitskurse und Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung, das Autogene Training oder Yoga verringern Anspannung und Belastung in Studien ebenfalls; am besten schnitten Programme auf Grundlage der kognitiven Verhaltenstherapie ab, unter den Entspannungsverfahren hat sich keines als klar überlegen erwiesen. Heilpflanzen und einzelne Nährstoffe werden häufig genannt, stützen sich aber je nach Mittel auf sehr unterschiedliche Belege. Wie gut etwas gestützt ist, steht mit Label und Quelle auf der Seite, die das Mittel oder das Verfahren behandelt.
Stress ist keine Diagnose, und manches, was sich nach Stress anfühlt, ist etwas anderes. Halten Erschöpfung, Anspannung oder Schlafprobleme über Wochen an und lassen auch an freien Tagen nicht nach, gehört das ärztlich abgeklärt; dasselbe gilt, wenn deine Stimmung länger als zwei Wochen gedrückt ist. Was auf diesen Seiten steht, ergänzt eine Behandlung und ersetzt sie nicht.
- Gut belegt4 Aussagen
- Teilweise belegt2 Aussagen
Themen in diesem Bereich
Häufige Fragen
Was passiert bei Stress im Körper?
- Gut belegt
- Teilweise belegt
Der Körper schaltet in Bereitschaft. Über das sympathische Nervensystem und die Hormonachse bis zur Nebennierenrinde werden Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol ausgeschüttet, Herzschlag, Blutdruck und Blutzucker steigen, Energie wird bereitgestellt. Kurzfristig ist das eine Schutzreaktion, die hilft, eine Anforderung zu bewältigen. Klingt sie nicht mehr ab, nennt die Weltgesundheitsorganisation als mögliche Folgen Schlafprobleme, Kopf- und Körperschmerzen, Magenbeschwerden und Konzentrationsprobleme. Auf lange Sicht erkrankten Menschen mit hoher Belastung im Beruf in großen Beobachtungsstudien etwas häufiger an einer koronaren Herzkrankheit oder an einer Depression; dass der Stress die Ursache ist, beweisen solche Studien nicht. Deshalb steht „Gut belegt“ für die körperliche Stressreaktion und „Teilweise belegt“ für die langfristigen Folgen.
Wie hängen Stress, innere Unruhe und Burnout zusammen?
- Gut belegt
Stress ist die Reaktion auf eine Anforderung, innere Unruhe ein Symptom, Burnout ein Begriff aus dem Arbeitsleben. Unruhe gehört meist zur Alarmreaktion des Körpers, kann aber andere Ursachen haben: Bei anhaltender Unruhe lässt die S3-Leitlinie zu Angststörungen zuerst körperliche Ursachen abklären, etwa eine Schilddrüsenüberfunktion oder Herzrhythmusstörungen, und sie rät, Koffein, Nikotin, Alkohol und Medikamente mitzubedenken; dahinter kann auch eine Angststörung stehen. Burnout führt die Weltgesundheitsorganisation als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich bewältigt wurde, und ausdrücklich nicht als eigene Krankheit. Weil Erschöpfung, Antriebsmangel und Rückzug auch Anzeichen einer Depression sein können, gehört anhaltende Erschöpfung ärztlich eingeordnet. Die einzelnen Seiten in diesem Bereich führen das aus.
Was hilft bei Stress über die Themen dieses Bereichs hinweg?
- Gut belegt
- Teilweise belegt
Immer wieder dieselben Wege. Am breitesten untersucht ist Bewegung: Eine Übersicht über 97 systematische Reviews mit mehr als 1.000 randomisierten Studien fand, dass körperliche Aktivität gedrückte Stimmung, Angst und seelische Belastung im Mittel spürbar verringert, bei Gesunden ebenso wie bei Erkrankten. Auch Schlaf zählt: In 65 randomisierten Studien besserte sich die seelische Verfassung, wenn sich der Schlaf besserte, und zwar umso deutlicher, je stärker er sich besserte. Programme zur Stressbewältigung verringerten die Belastung von Beschäftigten in einer Metaanalyse von 36 Studien deutlich, am besten die auf Grundlage der kognitiven Verhaltenstherapie; Achtsamkeitskurse und Entspannungsverfahren wirken meist in kleinem bis mittlerem Ausmaß, und unter ihnen haben die Studien kein bestes Verfahren ermittelt. Welche Wege zu welcher Beschwerde passen und wie gut jeder einzelne belegt ist, steht auf den Seiten dieses Bereichs.
Quellen: Quelle 8, Quelle 9, Quelle 10, Quelle 11, Quelle 12
Wann brauche ich bei Stress fachliche Hilfe, und wo finde ich sie?
- Gut belegt
Wenn du trotz Pausen und freier Tage nicht mehr zur Ruhe kommst und die Beschwerden über Wochen anhalten, wenn deine Stimmung länger als zwei Wochen gedrückt ist oder dir kaum noch etwas Freude macht, oder wenn du immer öfter Alkohol oder Tabletten brauchst, um abzuschalten. Die Weltgesundheitsorganisation rät, dir Hilfe zu holen, sobald du merkst, dass du mit dem Stress nicht mehr zurechtkommst. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis: Dort lässt sich klären, ob eine Depression, eine Angststörung oder eine körperliche Ursache dahintersteckt; die hausärztliche Leitlinie zu Müdigkeit kommt dafür mit Gespräch, Untersuchung und wenigen Blutwerten aus. Zur Psychotherapie kommst du als gesetzlich versicherte Person auch ohne Überweisung: Der erste Schritt ist die psychotherapeutische Sprechstunde, einen Termin vermittelt die 116 117 am Telefon oder online. Bei Gedanken, dir das Leben zu nehmen, erreichst du die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111, in akuter Gefahr die 112.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Schmerzen, Druck oder Enge in der Brust, auch zusammen mit Atemnot, Herzrasen oder kaltem Schweiß
Ruf sofort die 112, auch wenn du vermutest, dass der Stress dahintersteckt. Ob das Herz betroffen ist, lässt sich nur ärztlich klären.
Hol dir jetzt Unterstützung, zum Beispiel bei der Telefonseelsorge, wenn du das bemerkst:
- Gedanken daran, dir etwas anzutun oder dir das Leben zu nehmen
Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos und anonym erreichbar: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Bist du in akuter Gefahr, wähle die 112.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Seit mehr als zwei Wochen gedrückte Stimmung, kaum noch Freude oder Interesse, fehlender Antrieb
Das sind die Hauptanzeichen einer Depression. Sie lässt sich behandeln; erste Anlaufstellen sind die Hausarztpraxis und psychotherapeutische Praxen.
- Erschöpfung, Anspannung oder Schlafprobleme, die über Wochen anhalten und auch an freien Tagen nicht nachlassen
Dahinter können eine Überlastung, eine beginnende Depression oder körperliche Ursachen stecken, die sich nur mit einer Untersuchung auseinanderhalten lassen.
Die Notfall- und Krisennummern stehen unten auf jeder Seite.
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Quellen
Alle 14 Quellen anzeigen
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Was die Evidenz-Labels bedeuten, erklären wir unter So ordnen wir ein.




