Arthrose
Das Wichtigste auf einen Blick
- Bleib in Bewegung: Kraft- und Beweglichkeitsübungen, Gehen oder RadfahrenTeilweise belegt
- Bei Übergewicht entlastet schon eine kleine Abnahme die GelenkeTeilweise belegt
- Gegen Schmerzen zuerst ein entzündungshemmendes Gel, Tabletten nur mit der PraxisGut belegt
- Plötzlich heißes, rotes, geschwollenes Gelenk noch am selben Tag ärztlich abklärenGut belegt
- Glucosamin und Chondroitin bringen nach den Studien kaum etwasStudien sprechen dagegen
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
Bei einer Arthrose wird der Knorpel in einem Gelenk dünner, am häufigsten im Knie, in der Hüfte oder an den Fingern. Typisch sind Schmerzen bei Belastung und Steifigkeit nach Ruhe. Am besten belegt sind gezielte Bewegung und bei Übergewicht Abnehmen; Schmerzmittel lindern vor allem in Schüben. Ein heißes, rotes, stark geschwollenes Gelenk gehört sofort ärztlich abgeklärt.
Arthrose ist chronisch, verläuft aber meist langsam, und das Wort „Gelenkverschleiß“ führt in die Irre: Bewegung tut dem Gelenk gut. Die Wege auf dieser Seite sind begleitend gedacht und ersetzen keine ärztliche Behandlung. Pflanzen wie Ingwer oder Teufelskralle sind traditionell genutzt, ihr Nutzen ist aber kaum belegt; Glucosamin und Chondroitin bringen nach den Studien wenig.
- Gut belegt4 Aussagen
- Teilweise belegt8 Aussagen
- Erste Hinweise4 Aussagen
- Traditionell genutzt2 Aussagen
- Studien sprechen dagegen4 Aussagen
Sichtweisen im Vergleich
Wirkstoffe und Methoden
Häufige Fragen
Was hilft am besten bei Arthrose?
- Gut belegt
- Teilweise belegt
Am besten untersucht ist Bewegung: Kräftigungs- und Beweglichkeitsübungen, Gehen oder Radfahren, angeleitet etwa in der Physiotherapie und dann selbst weitergeführt. Bei Übergewicht entlastet schon eine kleine Abnahme die Gelenke. Gegen die Schmerzen empfiehlt die deutsche S3-Leitlinie zur Kniearthrose zuerst entzündungshemmende Mittel als Gel oder Salbe, Tabletten erst, wenn das nicht reicht, und dann nur in Absprache mit der behandelnden Praxis. Mit dieser Kombination bessern sich nach dem IQWiG bei 50 bis 80 von 100 Menschen mit Kniearthrose Schmerzen und Funktion.
Soll ich ein Gelenk mit Arthrose schonen?
- Teilweise belegt
Nein. Nach dem IQWiG ist der Glaube, ein Arthrosegelenk müsse geschont werden, falsch. Bewegung kräftigt die Muskeln, die das Gelenk stabilisieren, und der Knorpel nimmt bei Entlastung Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit auf, ähnlich wie ein Schwamm. Wird das Gelenk weniger bewegt, werden Muskeln und Bänder schwächer und das Knie kann sich instabil anfühlen. In Studien verbesserte Training Schmerzen und Funktion etwas. Während eines akuten Schubs darfst du die Belastung anpassen; ganz aufhören musst du nicht.
Helfen Glucosamin, Chondroitin oder Hyaluronspritzen bei Arthrose?
- Studien sprechen dagegen
Nach den Studien kaum. In einer Metaanalyse von 69 Studien waren Glucosamin und Chondroitin unwirksam oder ihr Effekt so klein, dass er kaum zählt. Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt Glucosamin nicht. Zu Hyaluronspritzen gibt sie wegen widersprüchlicher Studien keine Empfehlung, und nach dem IQWiG ist ein Nutzen nicht gezeigt; sie können sogar schaden.
Wann sollte ich mit Gelenkschmerzen zum Arzt?
- Gut belegt
Sofort, noch am selben Tag, wenn ein Gelenk plötzlich sehr schmerzt, heiß, geschwollen oder gerötet ist oder Fieber dazukommt: Das kann eine Gelenkinfektion sein. Ebenso nach einem Sturz, wenn du das Bein nicht belasten kannst. In den nächsten Tagen zur Hausarztpraxis, wenn die Beschwerden länger anhalten oder schlimmer werden. Eine Arthrose ist ab 45 Jahren wahrscheinlich, wenn der Schmerz bei Belastung zunimmt und die Morgensteifigkeit fehlt oder kürzer als eine halbe Stunde dauert. Dauert sie länger, kann eine entzündliche Erkrankung wie rheumatoide Arthritis dahinterstecken.
Wird Arthrose immer schlimmer?
- Teilweise belegt
Meist nicht schnell. Rückgängig machen lässt sich eine Arthrose nach dem IQWiG nicht, ihre Beschwerden lassen sich aber lindern. In einer Auswertung von Studien mit über 7.000 Menschen mit Kniearthrose blieben die Schmerzen über fünf bis acht Jahre bei etwa 85 von 100 ungefähr gleich, bei etwa 7 nahmen sie zu, bei etwa 8 ließen sie nach. Schübe, in denen es einige Tage stärker wehtut, kennen etwa 40 von 100. Viele Menschen kommen dauerhaft ohne künstliches Gelenk gut zurecht.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Lass das sofort ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Ein Gelenk wird plötzlich sehr schmerzhaft, heiß, geschwollen oder gerötet, vielleicht mit Fieber oder Schüttelfrost
Das kann eine Gelenkinfektion sein, die rasch behandelt werden muss, auch nach einer Spritze ins Gelenk oder mit einem künstlichen Gelenk. Lass das noch am selben Tag ärztlich abklären, nachts und am Wochenende über den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 oder in der Notaufnahme.
- Nach einem Sturz oder Unfall starke Gelenkschmerzen, du kannst das Bein nicht belasten oder das Gelenk sieht verformt aus
Ein Knochenbruch oder eine Verletzung von Bändern oder Meniskus muss ausgeschlossen werden. Lass das sofort ärztlich untersuchen.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Morgens steife Gelenke länger als eine halbe Stunde, mehrere geschwollene Gelenke oder Gelenkschmerzen schon in jüngeren Jahren
Dann kann eine entzündliche Gelenkerkrankung wie rheumatoide Arthritis oder Gicht dahinterstecken. Sie wird anders behandelt als eine Arthrose.
- Gelenkschmerzen, die trotz eigener Maßnahmen länger als vier Wochen anhalten oder schlimmer werden
Lass in der Hausarztpraxis klären, woher die Schmerzen kommen und welche Behandlung zu dir passt.
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Quellen
Alle 22 Quellen anzeigen
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- Septic arthritis (NHS). National Health Service (NHS), England, 2026Behörde / amtliche StelleZur Quelle
- Osteoarthritis (NHS). National Health Service (NHS), England, 2023Behörde / amtliche StelleZur Quelle
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