Arzneistoff
Paracetamol
Auch bekannt als: Acetaminophen, Acetaminofen
Kurz erklärt
Paracetamol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der schmerzstillenden und fiebersenkenden Mittel (Analgetikum und Antipyretikum). Er gehört zu den am häufigsten verwendeten Schmerzmitteln und ist in vielen Stärken und Darreichungsformen zugelassen, auch für Kinder.
In Deutschland sind Arzneimittel zum Einnehmen gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen oder Fieber mit insgesamt bis zu 10 g Paracetamol je Packung nicht verschreibungspflichtig, ebenso Zäpfchen. Größere Packungen zum Einnehmen gibt es nur auf Rezept.
Paracetamol steckt auch in vielen Kombinationsmitteln, etwa gegen Erkältung. Wer mehrere Mittel nimmt, prüft deshalb, ob nicht mehr als eines Paracetamol enthält: Die Packungsbeilage warnt, dass zu viel Paracetamol die Leber schwer schädigen kann. Wofür es zugelassen ist und wie gut es bei einzelnen Beschwerden in Studien abschneidet, steht bei den Anwendungen.
Paracetamol ist ein Arzneistoff und nur als Arzneimittel im Handel. In Deutschland sind Arzneimittel zum Einnehmen gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen oder Fieber mit insgesamt bis zu 10 g Paracetamol je Packung, Zäpfchen und bestimmte Kombinationen mit Ibuprofen von der Verschreibungspflicht ausgenommen; größere Packungen zum Einnehmen gibt es nur auf Rezept.
Wofür
Erkältung
- Erste Hinweise
Paracetamol ist zur Senkung von Fieber und gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen zugelassen, die bei einer Erkältung auftreten können. Bei den übrigen Erkältungsbeschwerden fand ein Cochrane-Review mit vier Studien nur begrenzte Hinweise: In zwei Studien besserte sich die verstopfte Nase, Kopf- und Gliederschmerzen besserten sich in zwei von drei Studien.
Was dagegen spricht
Halsschmerzen, Unwohlsein, Niesen und Husten besserten sich in den Studien nicht, und ob die Erkältung kürzer dauert, hat keine Studie untersucht. Ein Teil der Studien prüfte Paracetamol zusammen mit anderen Wirkstoffen, und die meisten liefen nur über wenige Stunden. Viele Erkältungsmittel enthalten Paracetamol; wer zusätzlich Paracetamol nimmt, kann ungewollt zu viel nehmen.
Kopfschmerzen
- Teilweise belegt
Kopfschmerzen gehören zu den zugelassenen Anwendungsgebieten von Paracetamol. Beim häufigen Spannungskopfschmerz zeigte ein Cochrane-Review mit 23 Studien einen kleinen Vorteil von 1.000 mg gegenüber Placebo: Nach zwei Stunden war von 22 Behandelten eine Person mehr schmerzfrei, von 10 Behandelten eine mehr schmerzfrei oder nur noch leicht beeinträchtigt. Nebenwirkungen waren nicht häufiger als unter Placebo.
Was dagegen spricht
Der Effekt ist klein: Nach einer Stunde unterschied sich Paracetamol nicht von Placebo, und 500 bis 650 mg waren in den wenigen Studien dazu nicht besser als Placebo. Nach der Packungsbeilage können Schmerzmittel, lange und zu hoch genommen, selbst Kopfschmerzen auslösen, die nicht mit mehr Schmerzmittel behandelt werden dürfen.
Migräne
- Teilweise belegt
Zugelassen ist Paracetamol für leichte bis mäßig starke Schmerzen wie Kopfschmerzen. Bei einer Migräneattacke mit mittleren bis starken Schmerzen war 1.000 mg Paracetamol in einem Cochrane-Review mit elf Studien Placebo überlegen: Nach zwei Stunden waren 19 Prozent schmerzfrei gegenüber 10 Prozent, deutlich weniger Schmerzen hatten 56 gegenüber 36 Prozent. Nebenwirkungen waren so häufig wie unter Placebo. Die Autoren sehen Paracetamol als Möglichkeit für Menschen, die NSAR oder ASS nicht vertragen oder nicht nehmen dürfen.
Was dagegen spricht
Beim Schmerzfreisein nach zwei Stunden schnitt Paracetamol nach demselben Review schwächer ab als andere gängige Schmerzmittel; die meisten Behandelten waren nach zwei Stunden nicht schmerzfrei.
Regelschmerzen
- Erste Hinweise
Regelschmerzen gehören zu den zugelassenen Anwendungsgebieten von Paracetamol. Direkte Vergleiche sind spärlich: In einem Cochrane-Review zu Regelschmerzen linderten entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) in drei Studien besser als Paracetamol.
Was dagegen spricht
Die Qualität der Belege in diesem Review ist meist niedrig, und die meisten Studien waren von Herstellern finanziert. Ein eigener Vergleich von Paracetamol mit Placebo bei Regelschmerzen ist dort nicht ausgewertet.
Rückenschmerzen
- Studien sprechen dagegen
Paracetamol ist für leichte bis mäßig starke Schmerzen zugelassen, bei akuten Kreuzschmerzen schnitt es in Studien aber nicht besser ab als Placebo. Ein Cochrane-Review fand mit 4 g am Tag nach einer, zwei, vier und zwölf Wochen keinen Unterschied bei Schmerz, Beeinträchtigung, Lebensqualität und Schlaf. Eine Metaanalyse im BMJ kam zum selben Ergebnis.
Was dagegen spricht
Ob Paracetamol bei chronischen Kreuzschmerzen etwas bewirkt, ist offen; die einzige Studie dazu wurde zurückgezogen. In der BMJ-Metaanalyse hatten Menschen unter Paracetamol fast viermal so häufig auffällige Leberwerte wie unter Placebo.
Anwendung
Formen und Einnahme
- Tabletten zum EinnehmenHäufig mit 500 mg, mit Bruchkerbe zum Teilen. Die beschriebene 500-mg-Tablette ist für Kinder ab 4 Jahren beziehungsweise ab 17 kg zugelassen; für kleinere Kinder empfiehlt die Packungsbeilage andere Stärken oder Darreichungsformen, die sich genauer dosieren lassen.
- ZäpfchenParacetamol zur rektalen Anwendung ist in Deutschland ohne Rezept erhältlich. Stärke und Dosierung stehen in der jeweiligen Packungsbeilage.
- KombinationsmittelParacetamol ist Bestandteil vieler Kombinationen, etwa mit Ibuprofen. Die Packungsbeilage verlangt sicherzustellen, dass gleichzeitig genommene Arzneimittel kein weiteres Paracetamol enthalten, damit es nicht zu einer Überdosierung kommt.
Paracetamol wird nach Körpergewicht und Alter dosiert. Die Packungsbeilage nennt als Regel 10 bis 15 mg je Kilogramm Körpergewicht für eine Einzelgabe und höchstens 60 mg je Kilogramm am Tag; die Mengen je Gewichtsgruppe stehen in der Dosis-Übersicht. Zwischen zwei Gaben sollen mindestens 6 Stunden liegen. Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit genommen; nach einer Mahlzeit kann die Wirkung später einsetzen. Wer eine Einnahme vergessen hat, nimmt nicht die doppelte Menge.
Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat soll Paracetamol nicht länger als 3 Tage genommen werden. Werden die Beschwerden schlimmer, bessern sie sich nach 3 Tagen nicht oder ist das Fieber hoch, gehört das nach der Packungsbeilage ärztlich abgeklärt. Mehr als die angegebene Menge lindert die Schmerzen nicht besser, erhöht aber das Risiko schwerer Leberschäden.
Dosis-Übersicht
| Grundlage | Menge | Einordnung |
|---|---|---|
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 500–1.000 mg Einzeldosis | Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene ab 43 kg Körpergewicht · Nach der Packungsbeilage der Tabletten mit 500 mg: eine Einzelgabe von 1 bis 2 Tabletten, mit mindestens 6 Stunden Abstand, höchstens 4.000 mg in 24 Stunden. Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 3 Tage. Quelle: Quelle 2 |
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 4.000 mg pro Tag | Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene ab 43 kg Körpergewicht · Höchste Tagesmenge nach der Packungsbeilage, die keinesfalls überschritten werden darf. Sie gilt für alles Paracetamol zusammen, auch aus Kombinations- und Erkältungsmitteln. Für Menschen unter 50 kg, mit Leber- oder Nierenproblemen, Alkoholkrankheit, Flüssigkeitsmangel oder Mangelernährung gilt eine niedrigere Grenze (eigene Zeile). Quelle: Quelle 2 |
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 500 mg Einzeldosis | Kinder von 11 bis 12 Jahren mit 33 bis 43 kg Körpergewicht · Nach der Packungsbeilage der Tabletten mit 500 mg: eine Tablette je Gabe, mit mindestens 6 Stunden Abstand, höchstens 4 Tabletten (2.000 mg) in 24 Stunden. Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 3 Tage. Quelle: Quelle 2 |
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 250 mg Einzeldosis | Kinder von 4 bis 11 Jahren mit 17 bis 32 kg Körpergewicht · Nach der Packungsbeilage der Tabletten mit 500 mg: eine halbe Tablette je Gabe, mit mindestens 6 Stunden Abstand, höchstens 2 Tabletten (1.000 mg) in 24 Stunden. Für Kinder mit 26 bis 32 kg weist sie darauf hin, dass sich andere Darreichungsformen genauer dosieren lassen. Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 3 Tage. Für Kinder unter 4 Jahren oder unter 17 kg ist diese Tablette nicht geeignet. Quelle: Quelle 2 |
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 2.000 mg pro Tag | Erwachsene mit Leber- oder Nierenfunktionsstörung, unter 50 kg, mit chronischem Alkoholismus, Flüssigkeitsmangel oder chronischer Unterernährung · Obergrenze ohne ärztliche Anweisung nach der Packungsbeilage: höchstens 60 mg je Kilogramm Körpergewicht und höchstens 2.000 mg am Tag. Bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen sowie Gilbert-Syndrom soll die Dosis kleiner oder der Abstand länger sein; bei eingeschränkter Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate 10 bis 50 ml/min) nennt sie für Erwachsene 500 mg alle 6 Stunden, bei schwerer Einschränkung (unter 10 ml/min) alle 8 Stunden. Quelle: Quelle 2 |
Keine persönliche Dosisempfehlung. Sprich vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Apotheke, besonders wenn du Medikamente nimmst.
Risiken
Nebenwirkungen
Die Packungsbeilage nennt als häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten) leichte Schläfrigkeit, als gelegentlich unter anderem Bauchschmerzen, Verstopfung, Schwindel, Benommenheit und Nervosität. Selten (bis zu 1 von 1.000) sind ein Anstieg bestimmter Leberwerte bis hin zu Leberversagen, Veränderungen des Blutbilds, allergische Reaktionen, Hautausschlag und Juckreiz. Sehr selten (bis zu 1 von 10.000) kommen schwere allergische Reaktionen bis zum Schock, eine Verengung der Atemwege bei empfindlichen Menschen (Analgetika-Asthma) und schwere Hautreaktionen vor.
Sofort handeln: Bei roten Flecken auf der Haut (Purpura) soll die Behandlung nach der Packungsbeilage sofort beendet und die Ärztin oder der Arzt informiert werden; wieder aufgenommen wird sie nur auf ärztlichen Rat. Bei Zeichen einer allergischen Schockreaktion sofort ärztliche Hilfe rufen, im Notfall über den Notruf 112.
Bei Menschen mit schweren Erkrankungen, etwa Sepsis, schwerer Nierenfunktionsstörung, Mangelernährung oder chronischer Alkoholkrankheit, wurde eine metabolische Azidose beschrieben, eine gefährliche Übersäuerung des Bluts: wenn Paracetamol in üblichen Mengen über längere Zeit genommen wurde oder zusammen mit dem Antibiotikum Flucloxacillin. Zeichen sind starke Atemnot mit tiefer, schneller Atmung, Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen. Wer Schmerzmittel lange und zu hoch nimmt, kann davon Kopfschmerzen bekommen, die nicht mit mehr Schmerzmittel behandelt werden dürfen; gewohnheitsmäßiger Gebrauch, vor allem von Kombinationen, kann die Nieren dauerhaft schädigen.
Wechselwirkungen
- Probenecid (Gichtmittel)
Probenecid kann den Abbau von Paracetamol verlangsamen; die Packungsbeilage sieht dann eine geringere Paracetamol-Dosis vor.
Quelle: Quelle 2
- Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Primidon, trizyklische Antidepressiva, Rifampicin, Isoniazid und andere Arzneimittel, die die Leber schädigen können
Zusammen mit diesen Mitteln kann es unter Umständen zu Leberschäden kommen. Die Packungsbeilage rät, vor der Einnahme ärztlich oder in der Apotheke Bescheid zu sagen.
Quelle: Quelle 2
- Flucloxacillin (Antibiotikum)
Zusammen besteht ein schwerwiegendes Risiko für eine metabolische Azidose, eine Übersäuerung des Bluts, die dringend behandelt werden muss.
Quelle: Quelle 2
- Gerinnungshemmer wie Warfarin oder Phenprocoumon
Wird Paracetamol länger als eine Woche wiederholt genommen, verstärkt es die Wirkung dieser Mittel. Längere Einnahme soll deshalb nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen; gelegentliche Einnahme beeinflusst die Blutungsneigung nach der Packungsbeilage nicht wesentlich.
Quelle: Quelle 2
- Zidovudin (HIV-Mittel)
Die Neigung zu einer verminderten Zahl weißer Blutkörperchen (Neutropenie) nimmt zu. Zusammen nur nach ärztlichem Rat.
Quelle: Quelle 2
- Colestyramin (Mittel gegen erhöhte Blutfette)
Kann die Aufnahme von Paracetamol und damit seine Wirkung verringern.
Quelle: Quelle 2
- Metoclopramid, Domperidon und Arzneimittel, die die Magenentleerung verlangsamen
Mittel gegen Übelkeit können Aufnahme und Wirkungseintritt beschleunigen, Mittel, die die Magenentleerung verlangsamen, sie verzögern. Die Packungsbeilage nennt einen Abstand: Paracetamol 1 Stunde vorher oder 4 Stunden danach.
Quelle: Quelle 2
- Lamotrigin, Chloramphenicol und Salicylamide
Die Wirkung von Lamotrigin kann schwächer werden. Paracetamol kann die Ausscheidung von Chloramphenicol verlangsamen, Salicylamide die von Paracetamol.
Quelle: Quelle 2
- Alkohol
Paracetamol darf nach der Packungsbeilage nicht zusammen mit Alkohol genommen werden; chronischer Alkoholkonsum gehört zu den Umständen, unter denen die Leber besonders gefährdet ist.
Quelle: Quelle 2
Wer es nicht nehmen sollte
Nicht bei Allergie gegen Paracetamol oder einen anderen Bestandteil. Unter „darf nicht eingenommen werden“ nennt die Packungsbeilage außerdem eine schwere Lebererkrankung und schweres Leberversagen nach einer Leberschädigung durch Alkohol; dann gehört die Frage zur Ärztin oder zum Arzt. Vorher ärztlich oder in der Apotheke besprechen sollen es unter anderem Menschen mit chronischer Alkoholkrankheit (auch nach einem Entzug), eingeschränkter Leberfunktion oder Gilbert-Syndrom, vorgeschädigter Niere, Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel, hämolytischer Anämie, Glutathionmangel (etwa bei Mangelernährung, Fasten, Magersucht oder starkem Gewichtsverlust), Flüssigkeitsmangel, einem Körpergewicht unter 50 kg und im höheren Alter. Paracetamol darf nicht zusammen mit Alkohol genommen werden.
Schwangerschaft: Nach der Packungsbeilage kann Paracetamol, falls erforderlich, nach strenger Abwägung von Nutzen und Risiko genommen werden, in der geringsten wirksamen Dosis, so kurz wie möglich und nicht kombiniert mit anderen Arzneimitteln; vorher ärztlich oder in der Apotheke fragen. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA sah 2025 keinen Anlass, diese Empfehlungen zu ändern. Stillzeit: Paracetamol geht in die Muttermilch über; nachteilige Folgen für den Säugling sind nicht bekannt, eine Stillpause ist in der Regel nicht nötig. Paracetamol kann die weibliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen; das bildet sich nach dem Ende der Einnahme zurück.
Auf die Fahrtüchtigkeit hat Paracetamol nach der Packungsbeilage keinen Einfluss, nach einem Schmerzmittel ist aber immer Vorsicht geboten.
Überdosierung
Bei zu viel Paracetamol sofort ärztliche Hilfe holen, auch wenn man sich gut fühlt: Die Zeichen einer Leberschädigung zeigen sich nach der Packungsbeilage meist erst nach einigen Tagen. Auch die ganze Tagesmenge auf einmal kann die Leber schwer schädigen. Innerhalb von 24 Stunden treten meist Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blässe, Unwohlsein, Schwitzen, Schläfrigkeit und Bauchschmerzen auf. Nach 12 bis 48 Stunden können die Beschwerden nachlassen, während erste Leberschäden entstehen; danach kann es zu Gelbsucht, Gerinnungsstörungen, Unterzucker und Leberkoma kommen. Auch Herzrhythmusstörungen wurden berichtet.
Häufige Fragen
Wie schnell wirkt Paracetamol bei Kopfschmerzen?
- Teilweise belegt
In Studien zeigte sich ein Vorteil nach ein bis zwei Stunden, und er ist eher klein. Beim Spannungskopfschmerz war nach einem Cochrane-Review mit 1.000 mg nach einer Stunde noch kein Unterschied zu Placebo messbar; nach zwei Stunden war von 22 Behandelten eine Person mehr schmerzfrei. Geringere Mengen waren nicht besser als Placebo. Bei Migräne hatten nach einer Stunde 39 Prozent deutlich weniger Schmerzen, unter Placebo 20 Prozent. Beide Reviews stützen sich auf viele kontrollierte Studien.
Hilft Paracetamol bei Rückenschmerzen?
- Studien sprechen dagegen
Bei akuten Kreuzschmerzen nach den Studien nicht. Ein Cochrane-Review fand mit 4 g am Tag über bis zu zwölf Wochen keinen Unterschied zu Placebo, weder beim Schmerz noch bei der Beweglichkeit im Alltag, beim Schlaf oder bei der Erholung. Eine Metaanalyse im BMJ kam zum selben Ergebnis und fand unter Paracetamol häufiger auffällige Leberwerte. Ob es bei chronischen Rückenschmerzen etwas bewirkt, ist offen. Die Belege gelten als hochwertig.
Darf ich Paracetamol in der Schwangerschaft nehmen?
- Teilweise belegt
Ja, wenn es nötig ist und nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke. Die Packungsbeilage sieht eine strenge Abwägung vor, die geringste wirksame Dosis, eine möglichst kurze Einnahme und keine Kombination mit anderen Arzneimitteln. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA sah 2025 keinen Grund, diese Empfehlungen zu ändern; die Daten vieler Schwangerer zeigen kein Risiko für Fehlbildungen. Ein Umbrella-Review im BMJ fand keinen eindeutigen Zusammenhang mit Autismus oder ADHS beim Kind: In Geschwistervergleichen verschwand der leicht erhöhte Wert. Die zugrunde liegenden Studien sind allerdings überwiegend Beobachtungsstudien.
Ist Paracetamol schädlich für die Leber?
- Teilweise belegt
In zu hoher Menge ja, und das ist das wichtigste Risiko. Nach der Packungsbeilage kann schon die ganze Tagesmenge auf einmal die Leber schwer schädigen, und die Zeichen zeigen sich oft erst nach Tagen; nach zu viel Paracetamol deshalb sofort ärztliche Hilfe holen. Bei Leberproblemen, Alkoholkrankheit, Mangelernährung oder unter 50 kg Körpergewicht gilt nach der Packungsbeilage ohne ärztliche Anweisung eine niedrigere Tageshöchstmenge von 2.000 mg, und Paracetamol darf nicht zusammen mit Alkohol genommen werden. In einer Metaanalyse von Studien zu Rücken- und Arthroseschmerzen, in denen Paracetamol regelmäßig genommen wurde, waren auffällige Leberwerte fast viermal so häufig wie unter Placebo; wie bedeutsam das ist, ist offen.
Nächster Schritt
Bevor du etwas einnimmst: Lass dich beraten, zum Beispiel in deiner Hausarztpraxis oder deiner Apotheke. Bring vorhandene Laborwerte mit, und sag, welche Medikamente du nimmst.
Mehr zu den Themen findest du oben unter Wofür und in der Themenübersicht.
Quellen
Alle 9 Quellen anzeigen
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- Gebrauchsinformation eines in Deutschland zugelassenen Paracetamol-Präparats (Tabletten mit 500 mg, für Kinder ab 4 Jahren und Erwachsene), Stand September 2025. Patienteninfo-Service (Gebrauchsinformationen der Zulassungsinhaber), 2025SonstigesZur Quelle
- Stephens G, Derry S, Moore RA. Paracetamol (acetaminophen) for acute treatment of episodic tension-type headache in adults.. The Cochrane database of systematic reviews, 2016MetaanalyseDOI 10.1002/14651858.cd011889.pub2PubMed 27306653
- Derry S, Moore RA. Paracetamol (acetaminophen) with or without an antiemetic for acute migraine headaches in adults.. The Cochrane database of systematic reviews, 2013MetaanalyseDOI 10.1002/14651858.cd008040.pub3PubMed 23633349
- Marjoribanks J, Ayeleke RO, Farquhar C, Proctor M. Nonsteroidal anti-inflammatory drugs for dysmenorrhoea.. The Cochrane database of systematic reviews, 2015MetaanalyseDOI 10.1002/14651858.cd001751.pub3PubMed 26224322
- Saragiotto BT, Machado GC, Ferreira ML, Pinheiro MB, Abdel Shaheed C, Maher CG. Paracetamol for low back pain.. The Cochrane database of systematic reviews, 2016Systematischer ReviewDOI 10.1002/14651858.cd012230PubMed 27271789
- Machado GC, Maher CG, Ferreira PH, Pinheiro MB, Lin CW, Day RO, et al.. Efficacy and safety of paracetamol for spinal pain and osteoarthritis: systematic review and meta-analysis of randomised placebo controlled trials.. BMJ (Clinical research ed.), 2015MetaanalyseDOI 10.1136/bmj.h1225PubMed 25828856
- Use of paracetamol during pregnancy unchanged in the EU. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), 2025Behörde / amtliche StelleZur Quelle
- Sheikh J, Allotey J, Sobhy S, Plana MN, Martinez-Barros H, Naidu H, et al.. Maternal paracetamol (acetaminophen) use during pregnancy and risk of autism spectrum disorder and attention deficit/hyperactivity disorder in offspring: umbrella review of systematic reviews.. BMJ (Clinical research ed.), 2025Systematischer ReviewDOI 10.1136/bmj-2025-088141PubMed 41207796
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