Regelschmerzen
Das Wichtigste auf einen Blick
- Entzündungshemmende Schmerzmittel sind am besten belegt, nach Packungsbeilage nehmenGut belegt
- Wärme auf den Unterbauch: Wärmepflaster oder Wärmflasche in ein Tuch gewickeltErste Hinweise
- Über den ganzen Monat regelmäßig bewegen, etwa mit Yoga, Dehnen oder AusdauertrainingTeilweise belegt
- Sehr starke, zunehmende oder veränderte Schmerzen frauenärztlich abklären lassenGut belegt
- Plötzlicher heftiger Bauchschmerz mit Schwindel oder Ohnmacht: sofort 112 wählenGut belegt
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
Regelschmerzen sind krampfartige Schmerzen im Unterbauch während der Periode. Meist steckt keine Krankheit dahinter: Botenstoffe namens Prostaglandine lassen die Gebärmutter kräftig zusammenziehen. Am besten belegt sind entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen; auch Wärme und regelmäßige Bewegung können lindern. Werden die Schmerzen sehr stark, schlimmer oder anders als sonst, lass das frauenärztlich abklären.
Etwa jede zehnte Frau hat so starke Schmerzen, dass sie an ein bis drei Tagen im Monat ihren Alltag nicht bewältigen kann. Bei jungen Frauen sind die Schmerzen oft am stärksten und lassen mit den Jahren häufig nach. Hinter neuen oder zunehmenden Schmerzen kann eine Ursache wie Endometriose oder Myome stecken, die eine eigene Behandlung braucht.
Für Pflanzenmittel, Nahrungsergänzungsmittel und Akupunktur gibt es bisher nur kleine, methodisch schwache Studien.
- Gut belegt4 Aussagen
- Teilweise belegt3 Aussagen
- Erste Hinweise9 Aussagen
- Traditionell genutzt3 Aussagen
Sichtweisen im Vergleich
Wirkstoffe und Methoden
Häufige Fragen
Was hilft bei Regelschmerzen am schnellsten?
- Gut belegt
- Erste Hinweise
Am besten belegt sind entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Naproxen. In einem Cochrane-Review von 80 Studien linderten sie deutlich besser als Placebo und auch besser als Paracetamol, verursachten aber häufiger Magenbeschwerden. Halte dich an die Packungsbeilage und frag in der Apotheke, wenn du andere Mittel nimmst oder Magenprobleme hast. Daneben kann Wärme lindern, etwa eine in ein Tuch gewickelte Wärmflasche oder ein Wärmepflaster auf dem Unterbauch; das zeigen kleine Studien.
Wann sollte ich mit Regelschmerzen zum Arzt?
- Gut belegt
Lass dich frauenärztlich untersuchen, wenn die Schmerzen sehr stark sind, mit der Zeit schlimmer werden oder dich an Arbeit, Schule oder Alltag hindern. Das gilt auch, wenn die Perioden deutlich stärker, länger oder unregelmäßig werden, bei Schmerzen beim Sex, beim Wasserlassen oder Stuhlgang und bei Blutungen zwischen den Perioden. Dahinter kann eine Ursache wie Endometriose oder Myome stecken. Helfen Schmerzmittel bei ungewohnt starken Schmerzen nicht, ruf rasch an. Bei plötzlichem, heftigem Bauchschmerz mit Schwindel oder Ohnmacht wähle sofort 112, vor allem wenn du schwanger sein könntest.
Hilft Sport bei Regelschmerzen wirklich?
- Teilweise belegt
Möglicherweise ja, wenn du über den ganzen Monat regelmäßig trainierst. In einem Cochrane-Review von 12 Studien hatten Frauen, die mehrmals pro Woche Dehnübungen, Yoga, Zumba oder Ausdauertraining machten, deutlich weniger Regelschmerzen als Frauen ohne Training. Die Intensität spielte kaum eine Rolle. Die Qualität der Studien war allerdings niedrig, und ob der Effekt nach dem Training anhält, ist offen. Das IQWiG hält die Belege für weniger sicher als für Schmerzmittel.
Sind starke Regelschmerzen normal?
- Gut belegt
Regelschmerzen sind sehr häufig, und meist steckt keine Krankheit dahinter. Etwa jede zehnte Frau hat an ein bis drei Tagen im Monat so starke Schmerzen, dass der Alltag nicht zu bewältigen ist. Bei Frauen unter 20 sind sie oft am stärksten und lassen einige Jahre nach der ersten Periode häufig nach, bei vielen auch nach der ersten Geburt. Beginnen die Schmerzen erst später, treten sie auch außerhalb der Periode auf oder werden sie stärker, solltest du das abklären lassen.
Helfen Tee, Ingwer oder Magnesium gegen Regelschmerzen?
- Erste Hinweise
- Traditionell genutzt
Gesichert ist das nicht. Die EU-Monographie führt Schafgarbenkraut als traditionelles Arzneimittel bei leichten Krämpfen während der Periode, gestützt auf lange Anwendung. Für Ingwer, Bockshornklee, Baldrian, Vitamin B1 und Zink fand ein Cochrane-Review nur schwache Hinweise aus kleinen Studien von niedriger Qualität. Magnesium schien in einer älteren Auswertung von drei kleinen Studien vielversprechend. Das IQWiG sieht für Pflanzenmittel und Nahrungsergänzungsmittel keinen Nachweis.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Plötzliche, stechende, sehr starke Bauchschmerzen zusammen mit starkem Schwindel, Ohnmacht, Übelkeit oder sehr blasser Haut, vor allem wenn du schwanger sein könntest
Das kann auf eine geplatzte Eileiterschwangerschaft hinweisen, einen Notfall. Wähle sofort 112.
- Starke oder zunehmende Unterleibsschmerzen mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen, starker Blutung oder starkem Krankheitsgefühl
Das kann eine Entzündung im Becken sein, die rasch behandelt werden muss. Wähle 112 oder lass dich sofort in eine Notaufnahme bringen. Fahr nicht selbst.
Lass das sofort ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Du könntest schwanger sein und hast einseitige Unterbauchschmerzen, eine Blutung oder bräunlichen, wässrigen Ausfluss
Lass das noch heute ärztlich abklären, auch wenn der Schwangerschaftstest negativ war. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117.
- Die Schmerzen sind stark oder stärker als sonst, und Schmerzmittel helfen nicht
Ruf zeitnah deine frauenärztliche Praxis an, außerhalb der Sprechzeiten den Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Deine Perioden werden schmerzhafter, stärker oder unregelmäßig, die Schmerzen kommen nach Jahren mit erträglichen Perioden neu dazu oder treten auch außerhalb der Periode auf, oder sie hindern dich an Arbeit, Schule oder Alltag
Lass in der frauenärztlichen Praxis klären, ob eine Ursache wie Endometriose, Adenomyose oder Myome dahintersteckt. Solche Regelschmerzen beginnen oft erst Jahre nach der ersten Periode.
- Sehr starke Blutungen: Du musst Binde oder Tampon alle ein bis zwei Stunden wechseln, die Periode dauert länger als sieben Tage, es gehen Blutklumpen größer als etwa 2,5 Zentimeter ab, oder du bist oft müde oder kurzatmig
Lass das frauenärztlich abklären. Dahinter können Myome, Endometriose oder Adenomyose stecken, und starke Blutungen lassen sich behandeln. Kommen sehr starke Unterleibsschmerzen dazu, gilt das Warnzeichen zur Entzündung im Becken weiter oben.
- Schmerzen beim Sex, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang, Blutungen zwischen den Perioden, ein geschwollener Bauch, Appetitverlust oder ungewollter Gewichtsverlust
Diese Zeichen gehören ärztlich abgeklärt, auch wenn die Regelschmerzen selbst erträglich sind.
Die Notfall- und Krisennummern stehen unten auf jeder Seite.
Wer dir helfen kann
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Quellen
Alle 16 Quellen anzeigen
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