Arzneistoff
Ibuprofen
Kurz erklärt
Ibuprofen ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Nach den Packungsbeilagen verringert er Schmerz, Entzündung und Fieber. Wie andere NSAR bremst er die Bildung von Prostaglandinen, Botenstoffen, die an Schmerz und Entzündung beteiligt sind.
In niedriger Stärke wird Ibuprofen zur kurzzeitigen Selbstbehandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen eingesetzt, etwa bei Kopf-, Zahn-, Regel- und Migränekopfschmerz, und bei Fieber. In höheren Stärken verschreibt die Praxis es bei Schmerz und Entzündung durch Arthritis, Arthrose oder nach Verletzungen von Muskeln, Sehnen und Bändern; über Menge und Dauer entscheidet dann sie.
Die wichtigsten Risiken betreffen Magen und Darm, Herz und Kreislauf, die Nieren und seltene schwere Allergie- und Hautreaktionen. Die Packungsbeilagen raten, die niedrigste wirksame Menge so kurz wie möglich zu nehmen. Was diese Seite zusammenfasst, ersetzt nicht die Packungsbeilage des eigenen Präparats.
Ibuprofen ist ein Arzneistoff und nur als zugelassenes Arzneimittel erhältlich, nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel. In Deutschland gibt es Präparate zur kurzzeitigen Selbstbehandlung von Schmerzen und Fieber, deren Packungsbeilagen die Anwendung ohne ärztlichen Rat auf wenige Tage begrenzen, und höhere Stärken wie 600 und 800 mg, die ärztlich verschrieben werden. Die europäische Arzneimittel-Agentur hat 2015 das Risiko hoher Dosen für Herz und Kreislauf überprüft; die Ergebnisse stehen in den Produktinformationen.
Wofür
Kopfschmerzen
- Teilweise belegt
Kopfschmerzen gehören zu den zugelassenen Anwendungsgebieten von Ibuprofen zur kurzzeitigen Selbstbehandlung. Beim häufigen Spannungskopfschmerz mit mäßigen bis starken Schmerzen fand ein Cochrane-Review von zwölf Studien einen kleinen Vorteil: Nach zwei Stunden war mit 400 mg von 14 Behandelten eine Person mehr schmerzfrei als mit Placebo, nach einer Stunde zeigte sich kein Unterschied. Unerwünschte Wirkungen waren nicht häufiger als unter Placebo. Die Packungsbeilagen warnen: Wer Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen lange nimmt, kann sie dadurch verschlimmern.
Was dagegen spricht
Der Nutzen betrifft nur eine kleine Zahl von Menschen; die Belege sind von mäßiger Qualität.
Migräne
- Gut belegt
Migränekopfschmerz ist ein zugelassenes Anwendungsgebiet von Ibuprofen. Ein Cochrane-Review von neun Studien mit über 4.000 Erwachsenen fand: Nach zwei Stunden waren mit 400 mg 26 Prozent schmerzfrei, mit Placebo 12 Prozent, und 57 gegenüber 25 Prozent hatten deutlich weniger Kopfschmerz. 400 mg wirkten besser als 200 mg, lösliche Zubereitungen schneller. Unerwünschte Wirkungen waren meist leicht und so häufig wie unter Placebo. Wer häufig oder täglich Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen nimmt, kann sie nach den Packungsbeilagen dadurch verschlimmern.
Was dagegen spricht
Völlige Beschwerdefreiheit erreichte nur eine Minderheit; die Studien prüften Einzeldosen bei einzelnen Attacken.
Regelschmerzen
- Teilweise belegt
Regelschmerzen sind ein zugelassenes Anwendungsgebiet von Ibuprofen. Ein Cochrane-Review von 80 Studien mit 5.820 Frauen zu entzündungshemmenden Schmerzmitteln (NSAR), zu denen Ibuprofen gehört, fand eine deutlich bessere Linderung als mit Placebo: Statt 18 Prozent erreichten etwa 45 bis 53 Prozent eine mäßige bis gute Linderung. Kein einzelnes NSAR war klar überlegen. Unerwünschte Wirkungen, vor allem an Magen und Darm, waren etwas häufiger.
Was dagegen spricht
Die Autoren bewerten die Qualität der Belege als niedrig, und die meisten Studien wurden von Herstellern finanziert.
Anwendung
Formen und Einnahme
- Filmtablette oder Weichkapsel mit 400 mgZur kurzzeitigen Behandlung von Schmerzen und Fieber. Die Weichkapsel mit 400 mg ist nach ihrer Packungsbeilage für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet, weil sie zu viel Wirkstoff enthält. Die teilbare Filmtablette mit 400 mg darf nach ihrer Beilage nicht unter 6 Jahren oder 20 kg genommen werden; für ältere Kinder gibt es nach derselben Beilage möglicherweise geeignetere Präparate, dazu berät die Praxis.
- Filmtablette mit 600 oder 800 mgWird ärztlich verschrieben, vor allem bei rheumatischen Erkrankungen und nach Weichteilverletzungen. Nicht für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren; über die Dauer entscheidet die behandelnde Praxis.
- Lösliche ZubereitungenIn Studien bei Migräne linderten lösliche Zubereitungen mit 400 mg nach einer Stunde besser als normale Tabletten, nach zwei Stunden nicht mehr.
Die Packungsbeilagen sehen vor, die Tablette oder Kapsel unzerkaut mit einem Glas Wasser einzunehmen, am besten während oder nach einer Mahlzeit; bei empfindlichem Magen während der Mahlzeit. Zwischen zwei Einzeldosen liegen mindestens sechs Stunden. Wer die Einnahme vergessen hat, nimmt nicht die doppelte Menge.
Ohne ärztlichen Rat nennt die Packungsbeilage eines Präparats zur Selbstbehandlung für Erwachsene höchstens vier Tage bei Schmerzen und drei Tage bei Fieber, für Jugendliche drei Tage. Werden die Beschwerden stärker oder halten sie länger an, gehört das ärztlich abgeklärt. Wer eine Infektion hat und merkt, dass Fieber oder Schmerzen bleiben oder schlimmer werden, wendet sich nach den Packungsbeilagen umgehend an eine Ärztin oder einen Arzt, weil Ibuprofen die Zeichen einer Infektion verdecken kann.
Verschriebene höhere Stärken nimmst du so, wie die Praxis es festgelegt hat; sie entscheidet über Menge und Dauer. Die Mengen der Packungsbeilagen stehen in der Dosis-Übersicht; maßgeblich ist die Beilage des eigenen Präparats.
Dosis-Übersicht
| Grundlage | Menge | Einordnung |
|---|---|---|
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 200–400 mg Einzeldosis | Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit mindestens 40 kg Körpergewicht · Bei leichten bis mäßig starken Schmerzen, Regelschmerzen und Fieber eine Einzeldosis von 200 bis 400 mg, bei Migränekopfschmerz 400 mg, jeweils frühestens nach sechs Stunden wieder, nach der Packungsbeilage einer 400-mg-Tablette. Mit Wasser, am besten während oder nach einer Mahlzeit. Höchstmenge am Tag in der nächsten Zeile. |
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 1.200 mg pro Tag | Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit mindestens 40 kg Körpergewicht · Höchstmenge in 24 Stunden bei Schmerzen, Migränekopfschmerz, Regelschmerzen und Fieber nach den Packungsbeilagen der 400-mg-Präparate. Zur Selbstbehandlung ohne ärztlichen Rat bei Erwachsenen höchstens vier Tage bei Schmerzen und drei Tage bei Fieber, bei Jugendlichen drei Tage. |
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 1.200–2.400 mg pro Tag | Erwachsene mit rheumatischen Erkrankungen, auf ärztliche Verordnung · Empfohlen sind nach den Packungsbeilagen 1.200 bis 1.800 mg am Tag, auf mehrere Einzeldosen verteilt; je nach Schwere kann die Ärztin oder der Arzt auf höchstens 2.400 mg am Tag in drei oder vier Einzeldosen erhöhen oder weniger verschreiben. Eine Einzeldosis liegt bei Erwachsenen bei höchstens 800 mg. Über Menge und Dauer entscheidet die behandelnde Praxis. Ab 2.400 mg am Tag steigt nach der EMA das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall leicht. |
Keine persönliche Dosisempfehlung. Sprich vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Apotheke, besonders wenn du Medikamente nimmst.
Risiken
Nebenwirkungen
Am häufigsten betreffen die Nebenwirkungen den Verdauungstrakt. Sehr häufig, also bei mehr als einer von zehn behandelten Personen, sind nach den Packungsbeilagen Sodbrennen, Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Häufig sind Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Erregung, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit sowie Geschwüre im Magen oder Zwölffingerdarm, unter Umständen mit Blutung oder Durchbruch. Diese Häufigkeiten beziehen sich auf kurzzeitige Anwendung bis 1.200 mg am Tag; die Nebenwirkungen hängen überwiegend von der Dosis ab.
Brich die Einnahme ab und such sofort ärztliche Hilfe bei schwarzem, teerartigem Stuhl, Blut im Erbrochenen oder Erbrochenem wie Kaffeesatz, bei Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen, Atemnot, Herzrasen oder Kreislaufschwäche und bei schwerem Hautausschlag mit Blasen oder sich ablösender Haut, dem oft Fieber vorausgeht. Sehr selten sind Störungen der Blutbildung, deren erste Zeichen Fieber, Halsschmerzen, wunde Stellen im Mund, starke Abgeschlagenheit, Nasenbluten oder Hautblutungen sein können, außerdem Leberschäden, Nierenschäden, Herzschwäche, Herzinfarkt und eine Hirnhautentzündung ohne Bakterien. Gelegentlich treten Sehstörungen auf, selten bis sehr selten Ohrgeräusche.
Arzneimittel wie Ibuprofen sind möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden, vor allem in hohen Dosen. Nach der europäischen Überprüfung zeigte sich bis 1.200 mg am Tag kein erhöhtes Risiko, ab 2.400 mg ein leicht erhöhtes. Ältere Menschen haben häufiger Nebenwirkungen, vor allem Blutungen im Magen-Darm-Trakt, die lebensbedrohlich sein können.
Wechselwirkungen
- Gerinnungshemmer wie Warfarin oder Heparin und Thrombozytenaggregationshemmer wie Clopidogrel
Die gerinnungshemmende Wirkung kann verstärkt werden, das Blutungsrisiko steigt. Bei gleichzeitiger Behandlung mit Warfarin empfiehlt eine Packungsbeilage, die Gerinnung zu kontrollieren. Ibuprofen hemmt außerdem selbst vorübergehend die Blutplättchen.
- Niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) zum Schutz von Herz und Gefäßen
Im Labor schwächt Ibuprofen die blutverdünnende Wirkung niedrig dosierter ASS ab. Ob längere Einnahme den Schutz im Alltag mindert, ist nach der EMA offen; gelegentliche Einnahme sollte ihn nicht beeinträchtigen. Zusammen erhöhen beide außerdem das Risiko für Magen-Darm-Blutungen. Wer ASS zum Schutz von Herz und Gefäßen nimmt, bespricht Ibuprofen mit der Praxis.
- Andere NSAR einschließlich COX-2-Hemmern, Glukokortikoide (Kortison zum Einnehmen) und Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI
Das Risiko für Geschwüre und Blutungen im Magen-Darm-Trakt steigt. Zwei NSAR gleichzeitig sollen nach den Packungsbeilagen vermieden werden.
- Blutdrucksenker (ACE-Hemmer, Betablocker, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten) und entwässernde Mittel (Diuretika)
Ibuprofen kann ihre Wirkung abschwächen. Mit ACE-Hemmern oder Diuretika steigt das Risiko für Nierenschäden; mit kaliumsparenden Diuretika kann der Kaliumspiegel im Blut steigen.
- Methotrexat, Lithium, Digoxin und Phenytoin
Ihre Spiegel im Blut und damit ihre Wirkungen können steigen. Bei Methotrexat gilt das schon für Ibuprofen innerhalb von 24 Stunden vor oder nach der Gabe, mit mehr unerwünschten Wirkungen von Methotrexat.
- Ciclosporin und Tacrolimus
Das Risiko für Nierenschäden steigt.
- Voriconazol und Fluconazol (Mittel gegen Pilzinfektionen)
Sie hemmen den Abbau von Ibuprofen über das Leberenzym CYP2C9; in einer Studie stieg die Menge des wirksamen Ibuprofens im Blut um etwa 80 bis 100 Prozent. Die Packungsbeilagen nennen eine geringere Ibuprofen-Dosis als Möglichkeit, vor allem bei hohen Dosen; das entscheidet die Praxis.
- Sulfonylharnstoffe (Mittel gegen Typ-2-Diabetes)
Die Blutzuckerwerte können sich verändern; eine Packungsbeilage empfiehlt vorsichtshalber, den Blutzucker zu kontrollieren.
- Weitere in den Packungsbeilagen genannte Mittel: Probenecid und Sulfinpyrazon, Chinolon-Antibiotika, Aminoglykoside, Zidovudin, Ritonavir, Mifepriston, Baclofen, Colestyramin, Bisphosphonate, Pentoxifyllin und Ginkgo biloba
Probenecid und Sulfinpyrazon verzögern die Ausscheidung von Ibuprofen; mit Chinolonen kann das Risiko für Krampfanfälle steigen; Ibuprofen kann die Ausscheidung von Aminoglykosiden verringern, die Wirkung von Mifepriston abschwächen und die Giftigkeit von Baclofen erhöhen; mit Zidovudin ist bei Menschen mit Bluterkrankheit ein höheres Risiko für Gelenkblutungen beschrieben; Ginkgo biloba kann das Blutungsrisiko erhöhen. Wer eines dieser Mittel nimmt, fragt vorher in der Praxis oder Apotheke.
- Alkohol
Nebenwirkungen an Magen, Darm und Nervensystem können sich verstärken; die Packungsbeilagen raten, während der Einnahme möglichst keinen Alkohol zu trinken.
Wer es nicht nehmen sollte
Nach den Packungsbeilagen darf Ibuprofen nicht genommen werden bei Allergie gegen Ibuprofen; wenn Acetylsalicylsäure oder andere NSAR früher Asthma, Atemnot, Nasenschleimhautschwellung, Hautreaktionen oder Schwellungen ausgelöst haben; bei bestehenden oder wiederholten Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren oder -blutungen; bei einer Magen-Darm-Blutung oder einem Durchbruch nach früherer NSAR-Einnahme; bei Hirnblutung oder anderen aktiven Blutungen; bei ungeklärten Blutbildungsstörungen; bei schwerer Leber-, Nieren- oder Herzschwäche; bei starkem Flüssigkeitsmangel, etwa durch Erbrechen oder Durchfall; und im letzten Drittel der Schwangerschaft. Jede Stärke hat eine eigene Altersgrenze, die in ihrer Beilage steht.
Vorher ärztlich oder in der Apotheke besprechen sollst du die Einnahme unter anderem bei Herzerkrankung, früherem Herzinfarkt oder Schlaganfall, Durchblutungsstörungen der Beine, Bluthochdruck, Diabetes, hohen Cholesterinwerten oder wenn du rauchst; bei Asthma, Heuschnupfen oder chronischer Nasenschleimhautschwellung; bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn; bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion; bei Gerinnungsstörungen; bei Lupus erythematodes oder Mischkollagenose; direkt nach größeren Operationen; in den ersten sechs Schwangerschaftsmonaten und in der Stillzeit; und bei einer Infektion. Während Windpocken soll Ibuprofen nicht genommen werden.
In den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft soll Ibuprofen nach den Beilagen nur genommen werden, wenn es unbedingt nötig ist und die Ärztin oder der Arzt es empfiehlt. Ibuprofen kann es erschweren, schwanger zu werden; das ist nach dem Absetzen umkehrbar. Bei höherer Dosis können Müdigkeit, Schwindel oder Sehstörungen die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, verstärkt mit Alkohol.
Überdosierung
Bei zu viel Ibuprofen, oder wenn ein Kind versehentlich Tabletten geschluckt hat, wende dich nach den Packungsbeilagen immer an eine Ärztin, einen Arzt oder ein Krankenhaus in der Nähe. Mögliche Zeichen sind Übelkeit, Magenschmerzen, Erbrechen, auch mit Blut, Magen-Darm-Blutungen, Durchfall, Kopfschmerzen, Ohrensausen, Verwirrung und Augenzittern, außerdem Erregung, Benommenheit, Orientierungsstörung, Krämpfe vor allem bei Kindern bis hin zum Koma. Bei hohen Dosen sind unter anderem Brustschmerzen, Herzklopfen, Ohnmacht, Blut im Urin, Atemprobleme, akutes Nierenversagen und Leberschäden beschrieben. Ein spezielles Gegenmittel gibt es nicht.
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat Ibuprofen?
- Gut belegt
Am häufigsten betreffen sie Magen und Darm: Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung sind nach den Packungsbeilagen sehr häufig, Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit häufig. Geschwüre und Blutungen im Magen oder Darm sind häufig und können ohne Vorzeichen auftreten, vor allem bei älteren Menschen. Selten bis sehr selten sind schwere Allergien, Hautreaktionen, Nieren-, Leber- und Blutbildschäden. Bei schwarzem Stuhl, Blut im Erbrochenen, Schwellungen im Gesicht, Atemnot oder Hautblasen brichst du die Einnahme ab und suchst sofort ärztliche Hilfe. In hohen Dosen ab 2.400 mg am Tag steigt nach der europäischen Arzneimittel-Agentur außerdem das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall leicht. Das steht so in den mit der Zulassung genehmigten Packungsbeilagen.
Wie viel Ibuprofen darf ich am Tag nehmen?
- Gut belegt
Zur Selbstbehandlung nennen die Packungsbeilagen für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren und 40 kg eine Einzeldosis von 200 bis 400 mg, frühestens nach sechs Stunden wieder, und höchstens 1.200 mg am Tag. Ohne ärztlichen Rat gilt das bei Erwachsenen für höchstens vier Tage bei Schmerzen und drei Tage bei Fieber. Höhere Mengen bis 2.400 mg am Tag gibt es nur auf ärztliche Verordnung, etwa bei rheumatischen Erkrankungen; dann entscheidet die Praxis. Ab 2.400 mg am Tag steigt nach der europäischen Arzneimittel-Agentur das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall leicht, bis 1.200 mg zeigte sich kein erhöhtes Risiko. Für Kinder richtet sich die Menge nach Alter und Körpergewicht; sie steht in der Beilage eines für Kinder geeigneten Präparats, und die Praxis oder Apotheke berät. Maßgeblich ist immer die Beilage des eigenen Präparats.
Soll ich Ibuprofen zum Essen oder auf nüchternen Magen nehmen?
- Teilweise belegt
Die Packungsbeilagen sehen vor, Ibuprofen mit einem Glas Wasser während oder nach einer Mahlzeit einzunehmen; wer einen empfindlichen Magen hat, nimmt es während der Mahlzeit. Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt; auch in Studien zu Regelschmerzen hatten Frauen unter entzündungshemmenden Schmerzmitteln etwas häufiger Magen-Darm-Beschwerden als unter Placebo. Wer schon einmal ein Magengeschwür oder eine Magenblutung hatte, älter ist oder zugleich ASS, Kortison, Gerinnungshemmer oder bestimmte Antidepressiva nimmt, hat ein höheres Risiko für Blutungen und bespricht die Einnahme vorher mit der Praxis; für solche Menschen nennt eine Beilage auch magenschützende Mittel als Möglichkeit.
Ist Ibuprofen schlecht fürs Herz?
- Gut belegt
In hohen Dosen erhöht es das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall leicht. Die europäische Arzneimittel-Agentur fand 2015 ab 2.400 mg am Tag ein leicht erhöhtes Risiko, ähnlich wie bei einigen anderen entzündungshemmenden Schmerzmitteln, bis 1.200 mg am Tag dagegen keines. Wer eine Herzerkrankung, Herzschwäche, einen früheren Herzinfarkt oder Schlaganfall, Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck oder Diabetes hat oder raucht, bespricht Ibuprofen nach den Packungsbeilagen vorher mit Praxis oder Apotheke. Bei schwerer Herzschwäche darf es nicht genommen werden.
Hilft Ibuprofen bei Migräne und Regelschmerzen?
- Gut belegt
- Teilweise belegt
Ja, beides sind zugelassene Anwendungsgebiete, und Übersichtsarbeiten zeigen einen Nutzen. Bei Migräne waren nach zwei Stunden mit 400 mg 26 Prozent schmerzfrei gegenüber 12 Prozent mit Placebo, und gut die Hälfte hatte deutlich weniger Kopfschmerz; völlig beschwerdefrei wurde nur eine Minderheit. Bei Regelschmerzen linderten entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen deutlich besser als Placebo, bei etwas mehr Nebenwirkungen; die Qualität dieser Studien ist allerdings niedrig. Bei Spannungskopfschmerz war der Vorteil kleiner.
Nächster Schritt
Bevor du etwas einnimmst: Lass dich beraten, zum Beispiel in deiner Hausarztpraxis oder deiner Apotheke. Bring vorhandene Laborwerte mit, und sag, welche Medikamente du nimmst.
Mehr zu den Themen findest du oben unter Wofür und in der Themenübersicht.
Quellen
Alle 7 Quellen anzeigen
- Derry S, Wiffen PJ, Moore RA, Bendtsen L. Ibuprofen for acute treatment of episodic tension-type headache in adults.. The Cochrane database of systematic reviews, 2015Systematischer ReviewDOI 10.1002/14651858.cd011474.pub2PubMed 26230487
- Gebrauchsinformation eines in Deutschland zugelassenen Ibuprofen-Präparats zur Selbstbehandlung (Weichkapsel mit 400 mg), Stand März 2025. Dolorgiet GmbH & Co. KG, veröffentlicht im PatientenInfo-Service der Rote Liste Service GmbH, 2025SonstigesZur Quelle
- Gebrauchsinformation eines in Deutschland zugelassenen Ibuprofen-Präparats (Filmtablette mit 400 mg), Stand März 2025. PUREN Pharma GmbH & Co. KG, veröffentlicht im PatientenInfo-Service der Rote Liste Service GmbH, 2025SonstigesZur Quelle
- Rabbie R, Derry S, Moore RA. Ibuprofen with or without an antiemetic for acute migraine headaches in adults.. The Cochrane database of systematic reviews, 2013Systematischer ReviewDOI 10.1002/14651858.cd008039.pub3PubMed 23633348
- Marjoribanks J, Ayeleke RO, Farquhar C, Proctor M. Nonsteroidal anti-inflammatory drugs for dysmenorrhoea.. The Cochrane database of systematic reviews, 2015MetaanalyseDOI 10.1002/14651858.cd001751.pub3PubMed 26224322
- Gebrauchsinformation eines in Deutschland zugelassenen Ibuprofen-Präparats (Filmtabletten mit 600 und 800 mg), Stand März 2025. PUREN Pharma GmbH & Co. KG, veröffentlicht im PatientenInfo-Service der Rote Liste Service GmbH, 2025SonstigesZur Quelle
- Ibuprofen- and dexibuprofen-containing medicines: Article 31 referral (PRAC recommendation April 2015, CMDh position May 2015). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), 2015Behörde / amtliche StelleZur Quelle
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