Einsamkeit
Das Wichtigste auf einen Blick
- Bei Gedanken an Suizid sofort Hilfe holen: Telefonseelsorge oder Notruf 112Gut belegt
- Gesprächsbasierte psychologische Angebote verringerten Einsamkeit in Studien am deutlichstenTeilweise belegtErste Hinweise
- Gruppen suchen, in denen Menschen wirklich miteinander ins Gespräch kommenTeilweise belegtErste Hinweise
- Kleine Schritte: jemanden anrufen, Nachbarn grüßen, im Gespräch das Handy weglegenTeilweise belegt
- Über zwei Wochen gedrückt und freudlos: in der Hausarztpraxis ansprechenGut belegtTeilweise belegt
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
Einsamkeit ist das schmerzliche Gefühl, weniger oder weniger nahe Beziehungen zu haben, als man sich wünscht. Sie kann jeden treffen, auch Menschen mit vielen Kontakten. Am besten schneiden in Studien psychologische Angebote ab, dazu Gruppen, die echte Begegnung schaffen. Hält sie an oder kommen gedrückte Stimmung oder dunkle Gedanken dazu, such dir Hilfe in einer Praxis.
In Deutschland fühlte sich 2021 gut jeder neunte Erwachsene belastend einsam, junge Erwachsene am häufigsten. Dauerhafte Einsamkeit geht in Studien mit mehr Herzkrankheiten, Schlaganfällen, Demenz und Depression einher.
Wenn du daran denkst, nicht mehr leben zu wollen: Die Telefonseelsorge ist Tag und Nacht unter 0800 111 0 111 erreichbar, in akuter Gefahr ruf die 112.
- Gut belegt3 Aussagen
- Teilweise belegt5 Aussagen
- Erste Hinweise4 Aussagen
- Traditionell genutzt1 Aussage
Sichtweisen im Vergleich
Körper
Medizin, Naturheilkunde, Ernährung und Bewegung: was im Körper geschieht.
Seele
Psychologie und Psychosomatik: wie Gefühle, Gedanken und Belastungen mitspielen und wie sie gedeutet werden.
Geist
Spirituelle Traditionen und Astrologie: wie sie auf Sinn, Haltung, innere Praxis und den Menschen im Kosmos schauen.
Wirkstoffe und Methoden
Häufige Fragen
Ist Einsamkeit gefährlich für die Gesundheit?
- Teilweise belegt
Dauerhafte Einsamkeit geht in vielen Langzeitstudien mit Gesundheitsrisiken einher. In einer Auswertung von 90 Kohortenstudien war das Sterberisiko einsamer Menschen um 14 Prozent höher. Schlechte soziale Beziehungen hingen mit einem um 29 Prozent höheren Risiko für Herzkrankheiten und einem um 32 Prozent höheren für Schlaganfälle zusammen, Einsamkeit mit einem höheren Risiko für Demenz. Die WHO nennt außerdem Depression und Angst. Das sind Zusammenhänge aus Beobachtungsstudien; dass Einsamkeit allein die Ursache ist, beweisen sie nicht.
Was kann ich tun, wenn ich mich einsam fühle?
- Teilweise belegt
Kleine Schritte sind ein guter Anfang: jemandem schreiben oder anrufen, Nachbarn grüßen, eine Gruppe oder ein Ehrenamt suchen, im Gespräch das Handy weglegen. Das empfiehlt die WHO. Am besten untersucht sind Angebote, die bei den eigenen Gedanken ansetzen, etwa die Erwartung, abgelehnt zu werden, sowie Gruppen, in denen Menschen wirklich ins Gespräch kommen. Hält die Einsamkeit lange an, kann eine psychotherapeutische Praxis helfen, einen Weg hinaus zu finden.
Wo kann ich anrufen, wenn ich mich einsam fühle?
- Gut belegt
Die Telefonseelsorge ist Tag und Nacht kostenlos und anonym erreichbar, unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, auch per Mail und Chat. Menschen ab 60 Jahren finden beim Silbernetz unter 0800 4 70 80 90 täglich von 8 bis 22 Uhr jemanden zum Reden, kostenfrei und anonym. Kinder und Jugendliche erreichen die Nummer gegen Kummer unter 116 111, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr. Bei Gedanken an Suizid in akuter Gefahr gilt die 112.
Wie viele Menschen in Deutschland sind einsam?
- Gut belegt
Nach dem Einsamkeitsbarometer des Bundesfamilienministeriums fühlten sich 2021 rund 11 Prozent der Erwachsenen belastend einsam, im ersten Pandemiejahr 2020 sogar gut 28 Prozent. Am häufigsten betroffen waren junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren, Frauen häufiger als Männer. Weltweit ist nach der WHO etwa jeder sechste Mensch einsam. Einsamkeit ist also kein seltenes und kein persönliches Versagen, sondern eine verbreitete Erfahrung.
Wann wird Einsamkeit zum Fall für die Ärztin oder den Arzt?
- Gut belegt
- Teilweise belegt
Wenn gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit und Antriebsmangel länger als zwei Wochen anhalten, kann eine Depression dahinterstehen, die sich behandeln lässt; erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis. Einsamkeit sagt in Langzeitstudien auch spätere Suizidgedanken voraus, teils vermittelt über eine Depression. Wer an Suizid denkt, ruft die Telefonseelsorge an, in akuter Gefahr die 112.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Du hast einen konkreten Plan, dir das Leben zu nehmen, oder kannst dich von solchen Gedanken nicht mehr abgrenzen
Wähle 112 oder geh in die Notfallambulanz einer psychiatrischen Klinik. Bleib nicht allein und sag einem Menschen in deiner Nähe Bescheid.
Hol dir jetzt Unterstützung, zum Beispiel bei der Telefonseelsorge, wenn du das bemerkst:
- Gedanken daran, nicht mehr leben zu wollen oder dir etwas anzutun
Die Telefonseelsorge ist Tag und Nacht kostenlos und anonym erreichbar: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, auch per Mail und Chat. Bist du in akuter Gefahr, wähle 112.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Über mehr als zwei Wochen gedrückte Stimmung, kaum Freude oder Interesse und wenig Antrieb
Dahinter kann eine Depression stehen, die bei einsamen Menschen häufiger vorkommt. Sie lässt sich behandeln; erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis. Bei älteren Menschen zeigt sie sich manchmal vor allem körperlich, etwa durch Gewichtsverlust oder unerklärliche Schmerzen.
- Die Einsamkeit hält seit Monaten an, raubt dir Kraft oder Schlaf, und du findest allein keinen Weg hinaus
Sprich es in deiner Hausarztpraxis oder einer psychotherapeutischen Praxis an. Psychologische Angebote schneiden in Studien gegen Einsamkeit am besten ab.
Die Notfall- und Krisennummern stehen unten auf jeder Seite.
Wer dir helfen kann
Für Fragen zu deiner persönlichen Situation sind Fachleute die richtige Anlaufstelle: deine Hausarztpraxis, deine Apotheke oder Heilpraktiker:innen mit Zulassung.
Die Methoden auf dieser Seite bieten zum Beispiel an: Heilpraktiker:in für Psychotherapie, Ärztin / Arzt, Physiotherapeut:in, Psychotherapeut:in, Coach.
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Quellen
Alle 20 Quellen anzeigen
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