Schlaganfall
Ergänzen, nicht ersetzen: Bei ernsthaften Erkrankungen gehören Diagnose und Behandlung in ärztliche Hände. Was du hier liest, ist ergänzendes Wissen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Hängender Mundwinkel, Lähmung oder Sprachstörung: sofort 112 wählen, nicht abwartenGut belegt
- Auch wenn die Anzeichen wieder weg sind: 112 wählen, es kann eine TIA seinGut belegt
- Bis Hilfe kommt: nicht allein lassen, nichts zu trinken und keine Medikamente gebenGut belegt
- Nach dem Schlaganfall die Reha nutzen und zu Hause regelmäßig weiter übenTeilweise belegt
- Nicht rauchen und regelmäßig bewegen, um einem weiteren Schlaganfall vorzubeugenGut belegtErste Hinweise
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr genug durchblutet, meist weil ein Blutgerinnsel ein Gefäß verstopft, seltener durch eine Blutung. Typisch sind Lähmung oder Taubheit einer Körperseite, ein hängender Mundwinkel und Sprachstörungen. Wähle schon beim Verdacht sofort 112. Je früher die Behandlung beginnt, desto mehr Hirngewebe bleibt erhalten.
Auch wenn die Anzeichen nach Minuten wieder verschwinden, ist das ein Notfall: Eine solche kurze Durchblutungsstörung, eine TIA, kündigt oft einen Schlaganfall an.
Danach helfen Reha und regelmäßiges Üben, wieder selbstständiger zu werden. Medikamente, ein Rauchstopp und Bewegung können das Risiko für einen weiteren Schlaganfall senken. Was hier steht, ist begleitend und ersetzt keine ärztliche Behandlung.
- Gut belegt6 Aussagen
- Teilweise belegt3 Aussagen
- Erste Hinweise1 Aussage
Sichtweisen im Vergleich
Wirkstoffe und Methoden
Häufige Fragen
Wie erkenne ich einen Schlaganfall?
- Gut belegt
Die Anzeichen kommen meist plötzlich. Achte auf drei Dinge: Hängt ein Mundwinkel oder ist das Gesicht schief? Ist ein Arm oder ein Bein schwach, taub oder gelähmt, meist auf einer Seite? Ist die Sprache undeutlich oder fehlen die Worte? Weitere Zeichen sind Sehstörungen oder Doppelbilder, Schwindel mit unsicherem Gang und plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen. Schon bei einem einzigen Anzeichen gilt nach dem IQWiG: sofort 112 wählen und nicht abwarten.
Was tun bei Verdacht auf Schlaganfall, bis der Rettungsdienst kommt?
- Gut belegt
Wähle 112 und sag kurz, was passiert ist, welche Anzeichen es gibt, wann sie begonnen haben, wie alt die Person ist und wer anruft. Die Uhrzeit ist wichtig für die Behandlung. Beruhige die Person und lass sie nicht allein. Gib ihr nichts zu trinken und keine Medikamente, weil das Schlucken gestört sein kann. Ist sie bewusstlos, bring sie in die stabile Seitenlage und achte auf die Atmung. Hört sie auf zu atmen, beginne mit der Wiederbelebung. Einen Fehlalarm nimmt dir niemand übel.
Quelle: Quelle 7
Die Anzeichen sind wieder weg: Muss ich trotzdem ins Krankenhaus?
- Gut belegt
Ja. Verschwinden die Anzeichen nach Minuten oder Stunden wieder, kann eine TIA dahinterstecken, eine vorübergehende Durchblutungsstörung im Gehirn. Sie gilt als Notfall, weil sie oft einen Schlaganfall ankündigt. Wähle auch dann 112. Am Anfang lässt sich eine TIA nicht von einem Schlaganfall unterscheiden, deshalb wird zunächst behandelt wie bei einem Schlaganfall und in der Klinik nach der Ursache gesucht.
Wie lange dauert die Reha nach einem Schlaganfall?
- Teilweise belegt
Im Krankenhaus, am besten auf einer Stroke Unit, bleiben viele etwa ein bis zwei Wochen; die Reha beginnt schon dort. Danach geht es in eine Reha-Klinik oder ambulant weiter. Zunächst werden meist drei Wochen bewilligt, bei Bedarf kann die Reha verlängert werden. Den Antrag stellen Sozialdienst und Entlassmanagement im Krankenhaus. Besonders wichtig sind die ersten sechs Monate, doch auch danach lohnt sich regelmäßiges Üben zu Hause.
Quelle: Quelle 4
Wie hoch ist das Risiko für einen zweiten Schlaganfall?
- Gut belegt
Nach dem IQWiG haben etwa 7 von 100 Menschen im ersten Jahr nach einem Schlaganfall einen weiteren. Vorbeugen lässt sich mit Medikamenten und dem eigenen Lebensstil. Bei hohem Blutdruck zeigen Studien den Nutzen: Ohne Blutdrucksenker hatten in den ersten Jahren 10 von 100 einen weiteren Schlaganfall, mit ihnen 8 von 100. Dazu kommen je nach Ursache Plättchen- oder Gerinnungshemmer und Statine, ein Rauchstopp und regelmäßige Bewegung. Welche Medikamente passen, entscheidet die behandelnde Praxis mit dir.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Plötzliche Schwäche, Taubheit oder Lähmung in Gesicht, Arm oder Bein, meist auf einer Körperseite, oder ein hängender Mundwinkel
Wähle sofort 112, auch wenn es nicht wehtut. Merk dir die Uhrzeit, zu der die Beschwerden begonnen haben.
- Plötzlich undeutliche oder verwaschene Sprache, du findest die Worte nicht oder verstehst nicht mehr, was andere sagen
Wähle sofort 112. Warte nicht ab, ob es besser wird.
- Plötzliche Sehstörungen: ein Teil des Gesichtsfelds fehlt, du siehst doppelt oder auf einem Auge kurz gar nichts
Wähle sofort 112.
- Plötzlicher Dreh- oder Schwankschwindel mit unsicherem Gang oder ungewohnt heftige Kopfschmerzen wie aus dem Nichts, auch mit Übelkeit, Erbrechen oder Benommenheit
Das kann eine Hirnblutung oder ein Schlaganfall sein. Wähle sofort 112.
- Solche Anzeichen waren da und sind nach Minuten oder Stunden wieder verschwunden
Das kann eine TIA sein, oft ein Vorbote eines Schlaganfalls. Auch dann ist es ein Notfall: Wähle 112.
- Jemand ist bewusstlos, atmet nicht mehr normal oder reagiert auf nichts
Ruf 112 oder lass rufen. Atmet die Person, bring sie in die stabile Seitenlage; atmet sie nicht, beginne mit der Wiederbelebung.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Nach einem Schlaganfall bist du über Wochen niedergeschlagen, freudlos oder voller Angst
Sprich deine Praxis darauf an. Eine Depression nach einem Schlaganfall ist häufig und lässt sich behandeln. In einer seelischen Krise erreichst du die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111.
Die Notfall- und Krisennummern stehen unten auf jeder Seite.
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Quellen
Alle 8 Quellen anzeigen
- Schlaganfall (gesundheitsinformation.de). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, 2026Behörde / amtliche StelleZur Quelle
- Wie lässt sich einem erneuten Schlaganfall vorbeugen? (gesundheitsinformation.de). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, 2026Behörde / amtliche StelleZur Quelle
- Langhorne P, Ramachandra S. Organised inpatient (stroke unit) care for stroke: network meta-analysis.. The Cochrane database of systematic reviews, 2020MetaanalyseDOI 10.1002/14651858.cd000197.pub4PubMed 32324916
- Schlaganfall: Rehabilitation und Rückkehr in den Alltag (gesundheitsinformation.de). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, 2026Behörde / amtliche StelleZur Quelle
- Saunders DH, Sanderson M, Hayes S, Johnson L, Kramer S, Carter DD, et al.. Physical fitness training for stroke patients.. The Cochrane database of systematic reviews, 2020Systematischer ReviewDOI 10.1002/14651858.cd003316.pub7PubMed 32196635
- Schlaganfall: Sofort handeln rettet Leben (Postkarte, gesundheitsinformation.de). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, 2022Behörde / amtliche StelleZur Quelle
- Was sind die Anzeichen eines Schlaganfalls? (gesundheitsinformation.de). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, 2026Behörde / amtliche StelleZur Quelle
- Transitorische ischämische Attacke (TIA) (gesund.bund.de). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de, in Zusammenarbeit mit dem IQWiG, 2020Behörde / amtliche StelleZur Quelle
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