Prämenstruelles Syndrom (PMS)
Das Wichtigste auf einen Blick
- Beschwerden zwei bis drei Zyklen lang im Tagebuch notieren und zur Praxis mitnehmenTeilweise belegt
- Regelmäßig bewegen, dazu genug Schlaf und wenig AlkoholErste Hinweise
- Belasten die Beschwerden den Alltag stark, mit der Praxis über Behandlungen sprechenGut belegt
- Mönchspfeffer nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Östrogenen vorher ärztlich fragenTeilweise belegtTraditionell genutzt
- Gedanken an Suizid vor der Periode: Telefonseelsorge 0800 111 0 111, in Gefahr 112Gut belegt
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
PMS sind körperliche und seelische Beschwerden in den Tagen bis zwei Wochen vor der Periode, etwa gespannte Brüste, Reizbarkeit oder Stimmungstiefs. Sie klingen mit der Blutung ab. Vermutlich reagiert der Körper empfindlich auf die Hormonschwankungen. Bei starken Beschwerden sind SSRI am besten untersucht. Belasten dich die Beschwerden im Alltag, sprich mit deiner Praxis.
Die meisten Frauen haben nur leichte Beschwerden. Etwa 20 bis 40 von 100 fühlen sich spürbar belastet. Bei 3 bis 8 von 100 sind vor allem die seelischen Beschwerden so stark, dass Fachleute von einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) sprechen. Ein Beschwerdetagebuch über zwei bis drei Zyklen hilft, PMS von anderen Ursachen zu unterscheiden.
Für regelmäßige Bewegung, Mönchspfeffer, Calcium und Vitamin B6 gibt es Hinweise aus Studien, die aber oft klein und methodisch schwach sind.
- Gut belegt1 Aussage
- Teilweise belegt4 Aussagen
- Erste Hinweise6 Aussagen
- Traditionell genutzt2 Aussagen
Sichtweisen im Vergleich
Körper
Medizin, Naturheilkunde, Ernährung und Bewegung: was im Körper geschieht.
Seele
Psychologie und Psychosomatik: wie Gefühle, Gedanken und Belastungen mitspielen und wie sie gedeutet werden.
Wirkstoffe und Methoden
Häufige Fragen
Was hilft schnell gegen PMS?
- Erste Hinweise
Ein schnell wirkendes Mittel gegen alle PMS-Beschwerden gibt es nicht. Gegen Kopf-, Rücken- oder Unterleibsschmerzen nennt der NHS Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol; ob sie die übrigen PMS-Beschwerden lindern, ist laut IQWiG kaum untersucht. Nach dem IQWiG gönnen sich viele Frauen in diesen Tagen bewusst mehr Pausen und Entspannung. Auf längere Sicht zeigen Studien Hinweise, dass regelmäßige Bewegung über mindestens acht Wochen die Beschwerden verringert, bei niedriger Studienqualität.
Wann sollte ich mit PMS zum Arzt?
- Gut belegt
Sprich mit deiner hausärztlichen oder frauenärztlichen Praxis, wenn die Beschwerden deinen Alltag, deine Arbeit oder deine Beziehungen spürbar belasten oder wenn Selbsthilfe nicht reicht. Bring am besten ein Beschwerdetagebuch über mindestens zwei Zyklen mit. Die Praxis klärt auch, ob etwas anderes dahintersteckt, etwa eine Depression oder eine Schilddrüsenerkrankung. Hast du vor der Periode Gedanken, dir das Leben zu nehmen, warte nicht: Die Telefonseelsorge ist Tag und Nacht unter 0800 111 0 111 erreichbar, in akuter Gefahr wähle 112.
Was ist der Unterschied zwischen PMS und PMDS?
- Teilweise belegt
Die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) ist eine schwere Form des PMS. Im Vordergrund stehen starke seelische Beschwerden wie Niedergeschlagenheit, Angst, Wut oder Reizbarkeit, die den Alltag deutlich stören; der NHS nennt auch Suizidgedanken. Nach dem IQWiG betrifft sie etwa 3 bis 8 von 100 Frauen. Für SSRI zeigt ein Cochrane-Review von 2024, dass sie die Beschwerden bei PMS und PMDS wahrscheinlich lindern, mit häufigeren Nebenwirkungen wie Übelkeit und Müdigkeit.
Hilft Mönchspfeffer bei PMS wirklich?
- Teilweise belegt
- Traditionell genutzt
Möglicherweise, sicher ist es nicht. Die EU-Monographie führt einen bestimmten Mönchspfeffer-Extrakt als Arzneimittel mit anerkannter Anwendung bei PMS, andere Zubereitungen als traditionelle Arzneimittel. Eine Metaanalyse von 17 Studien fand meist weniger Beschwerden als in der Vergleichsgruppe, hält den Effekt aber wegen hoher Verzerrungsrisiken und vermutlich unveröffentlichter Studien ohne Erfolg für überschätzt. In Schwangerschaft und Stillzeit empfiehlt die Monographie Mönchspfeffer nicht; wer Östrogene, Antiöstrogene oder Mittel nimmt, die auf Dopamin wirken, spricht vorher mit der Praxis.
Helfen Magnesium, Calcium oder Vitamin B6 bei PMS?
- Erste Hinweise
Für Calcium und Vitamin B6 gibt es Hinweise, für Magnesium kaum. Eine große Studie fand mit Calcium nach drei Zyklen deutlich weniger Beschwerden als mit Placebo. Ein älterer Review sah für Vitamin B6 Hinweise auf Linderung, aus meist schwachen Studien. Ein Review von 2025 fand für Vitamin B6, Calcium und Zink positive, für Magnesium keine ausreichenden Belege. Vitamin B6 ist nicht harmlos: Nach der EFSA kann zu viel davon Nerven schädigen, sie hat dafür eine Höchstmenge festgelegt.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Vor der Periode so starke Niedergeschlagenheit, Angst, Wut oder Reizbarkeit, dass Arbeit, Familie oder Freundschaften darunter leiden
Das kann eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) sein, die sich behandeln lässt. Sprich mit deiner hausärztlichen oder frauenärztlichen Praxis und bring ein Beschwerdetagebuch mit.
- Die Beschwerden klingen mit Beginn der Periode nicht ab oder bleiben den ganzen Monat
Dann steckt womöglich etwas anderes dahinter, etwa eine Depression, eine Schilddrüsenerkrankung oder ein Reizdarmsyndrom. Lass das ärztlich abklären.
- Die Beschwerden werden trotz Selbsthilfe oder eines Mittels aus der Apotheke stärker, oder sie bleiben nach drei Monaten mit Mönchspfeffer bestehen
Sprich mit deiner Praxis oder Apotheke darüber, statt einfach weiter auszuprobieren.
Die Notfall- und Krisennummern stehen unten auf jeder Seite.
Wer dir helfen kann
Für Fragen zu deiner persönlichen Situation sind Fachleute die richtige Anlaufstelle: deine Hausarztpraxis, deine Apotheke oder Heilpraktiker:innen mit Zulassung.
Die Methoden auf dieser Seite bieten zum Beispiel an: Ärztin / Arzt, Physiotherapeut:in, Coach.
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Quellen
Alle 13 Quellen anzeigen
- Prämenstruelles Syndrom (PMS). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, 2022Behörde / amtliche StelleZur Quelle
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