Psychologie
EFT – Klopfakupressur
Kurz erklärt
EFT steht für „Emotional Freedom Techniques“, auf Deutsch meist Klopftechnik oder Klopfakupressur. Entwickelt hat sie Gary Craig als vereinfachte Form der Thought Field Therapy des Psychologen Roger Callahan; 1995 beschrieb er sie in einem Handbuch. Weil die Anleitung frei verfügbar war, hat sie sich weit verbreitet.
So läuft es nach der Lehre von EFT ab: Du benennst ein belastendes Gefühl oder Problem in einem Einstimmungssatz, etwa „Auch wenn ich diese Angst habe, akzeptiere ich mich voll und ganz“, und klopfst dabei mit den Fingerspitzen auf einen festgelegten Akupunkturpunkt. Danach klopfst du nacheinander auf weitere solche Punkte und sprichst dabei das Problem kurz aus. Man lernt EFT in Kursen, in einer Psychotherapie oder aus Anleitungen und wendet es oft selbst an.
Untersucht ist EFT vor allem bei Angst, Stress und Posttraumatischer Belastungsstörung. Die Studien sind meist klein, und Fachleute streiten darüber, wie viel sie belegen.
Wie es wirken soll
- Erste Hinweise
Nach der Lehre von EFT sind die Klopfpunkte Punkte der Akupunktur auf Energiemeridianen, und das Klopfen soll diese Meridiane so verändern, dass seelische Beschwerden nachlassen. Diese Erklärung ist die Sicht der Methode, kein nachgewiesener Befund über den Körper; Kritiker bezeichnen die Meridianvorstellung als pseudowissenschaftlich. Befürworter nennen heute drei Bestandteile: die Konfrontation mit dem Problem wie in einer Konfrontationstherapie, den Satz zur Selbstannahme, der an Verfahren der kognitiven Therapie erinnert, und das Klopfen auf die Punkte.
Was Studien fanden: In Metaanalysen kleiner randomisierter Studien sanken Angst, Stress und die Beschwerden einer Posttraumatischen Belastungsstörung mit EFT stärker als ohne Behandlung; gegen bewährte Verfahren wie die kognitive Verhaltenstherapie gibt es nur wenige Vergleiche. Ob gerade das Klopfen auf die Punkte wirkt, ist offen. Eine unabhängige Metaanalyse von 18 Studien konnte das nicht klären, in einer älteren Studie half Klopfen auf beliebige Punkte oder auf eine Puppe ähnlich, und eine Metaanalyse von Befürwortern, die einen Vorteil der echten Punkte fand, musste wegen Rechenfehlern korrigiert werden. Viele Studien messen nur mit Fragebögen, und einige Autorinnen und Autoren verdienen an der Methode.
„Erste Hinweise“ gilt für die Wirkung auf Angst, Stress und posttraumatische Beschwerden.
Quellen: Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3, Quelle 4, Quelle 5, Quelle 6, Quelle 7, Quelle 8, Quelle 9, Quelle 10, Quelle 11
Wofür
Angst und Ängstlichkeit
- Erste Hinweise
EFT, die Klopfakupressur nach Gary Craig, ist bei Angst am häufigsten untersucht. In einer Metaanalyse von 14 randomisierten Studien mit 658 Teilnehmenden sanken die Angstwerte mit EFT stärker als in den Vergleichsgruppen. Ein Review von sieben Studien aus dem Jahr 2025 fand Vorteile gegenüber keiner Behandlung, ähnliche Ergebnisse wie mit Atemübungen oder Muskelentspannung und keinen gesicherten Unterschied zur kognitiven Verhaltenstherapie.
Was dagegen spricht
Die Studien sind klein, die Teilnehmenden schätzten ihre Angst meist selbst ein und wussten, welche Behandlung sie bekamen. Eine unabhängige Metaanalyse konnte nicht klären, ob das Klopfen selbst wirkt oder die Bestandteile, die EFT mit anderen Therapien teilt. Kritiker halten die Meridianerklärung der Methode für pseudowissenschaftlich und sehen schwere methodische Mängel in der Forschung.
Stress im Alltag
- Erste Hinweise
Eine Netzwerk-Metaanalyse von 17 randomisierten Studien fand mit EFT, der Klopfakupressur nach Gary Craig, deutlich weniger selbst erlebten Stress als in den Kontrollgruppen und eine kleine bis mittlere Besserung bei körperlichen Stressmessungen wie dem Cortisol. Kognitive Verhaltenstherapie, Fantasiereisen und Musik wirkten in diesen Studien ebenfalls.
Was dagegen spricht
Die meisten Studien hatten nach der Metaanalyse selbst einige Bedenken oder ein hohes Verzerrungsrisiko, und die Erstautorin verdient an Vorträgen und Büchern zur Methode. Ob das Klopfen auf die Punkte selbst wirkt, ließ eine unabhängige Metaanalyse offen.
Wer das anbietet
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Risiken
In den Studien wurden kaum Nebenwirkungen berichtet; in den Studien einer Metaanalyse zur Posttraumatischen Belastungsstörung wurden keine genannt. Die Studien waren aber klein und kurz.
Das größere Risiko liegt darin, eine wirksame Behandlung aufzuschieben. Bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung ist nach dem IQWiG eine Traumatherapie der zentrale Teil der Behandlung, etwa traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie, psychodynamische Therapie oder EMDR. Bei einer Angststörung schnitt EFT in den wenigen direkten Vergleichen nicht besser ab als die kognitive Verhaltenstherapie. EFT kann eine solche Therapie begleiten, ersetzt sie aber nicht.
Wenn beim Klopfen belastende Erinnerungen hochkommen, die dich überrollen, hör auf und sprich mit einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten. In einer seelischen Krise erreichst du die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111, bei akuter Gefahr den Notruf 112.
Häufige Fragen
Was ist die EFT-Klopftechnik und wie funktioniert sie?
- Erste Hinweise
EFT ist eine Selbsthilfe- und Therapiemethode, die Gary Craig aus der Thought Field Therapy von Roger Callahan entwickelt und 1995 in einem Handbuch beschrieben hat. Du benennst ein belastendes Gefühl in einem Satz zur Selbstannahme und klopfst dabei mit den Fingerspitzen auf festgelegte Akupunkturpunkte. Nach der Lehre der Methode liegen diese Punkte auf Energiemeridianen; das ist ihre Erklärung, kein Befund über den Körper. Studien fanden erste Hinweise, dass EFT Angst und Stress lindert.
Hilft Klopfen gegen Angst?
- Erste Hinweise
Es gibt erste Hinweise. In einer Metaanalyse von 14 randomisierten Studien sanken die Angstwerte mit EFT stärker als in den Vergleichsgruppen. Ein neuerer Review von sieben Studien fand Vorteile gegenüber keiner Behandlung, ähnliche Ergebnisse wie mit Atemübungen oder Muskelentspannung und keinen gesicherten Unterschied zur kognitiven Verhaltenstherapie. Die Studien waren klein, die Teilnehmenden schätzten ihre Angst meist selbst ein und wussten, was sie bekamen. Der neuere Review sieht EFT als mögliche Ergänzung zu bewährten Behandlungen, die noch besser untersucht werden muss.
Hilft EFT bei Trauma und PTBS?
- Erste Hinweise
Mehrere Metaanalysen fanden bei Posttraumatischer Belastungsstörung deutliche Besserungen gegenüber Warteliste oder üblicher Versorgung, und ein unabhängiger Review sah Belege mittlerer Qualität aus kleinen Studien. Kritiker wenden ein, dass die Studien sich auf Fragebögen statt auf eine Diagnose im Gespräch stützten und Interessenkonflikte unvollständig angegeben waren. Vergleiche mit bewährten Traumatherapien gibt es kaum. Nach dem IQWiG ist eine Traumatherapie, etwa traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie oder EMDR, der zentrale Teil der Behandlung; EFT ersetzt sie nicht.
Quellen: Quelle 6, Quelle 9, Quelle 10, Quelle 11, Quelle 12
Kommt es beim Klopfen wirklich auf die Akupunkturpunkte an?
- Erste Hinweise
Das ist nicht geklärt. Eine unabhängige Metaanalyse von 18 Studien konnte nicht unterscheiden, ob die Wirkung vom Klopfen kommt oder von dem, was EFT mit anderen Therapien teilt, etwa der Konzentration auf das Problem. In einer älteren Studie half das Klopfen auf andere Punkte oder auf eine Puppe ähnlich gut. Eine Metaanalyse von Befürwortern fand einen kleinen Vorteil der echten Punkte, musste aber wegen Rechenfehlern korrigiert werden. Kritiker halten die Meridianerklärung für pseudowissenschaftlich.
Hilft EFT gegen Stress?
- Erste Hinweise
Erste Hinweise sprechen dafür. Eine Netzwerk-Metaanalyse von 17 randomisierten Studien fand mit EFT deutlich weniger selbst erlebten Stress als in den Kontrollgruppen und eine kleine bis mittlere Besserung bei körperlichen Messwerten wie dem Stresshormon Cortisol. Auch kognitive Verhaltenstherapie, Fantasiereisen und Musik wirkten in diesen Studien. Die meisten Studien hatten ein erhöhtes Verzerrungsrisiko, und die Erstautorin verdient an Vorträgen und Büchern zur Methode.
Quelle: Quelle 5
Ähnliche Methoden
Zu denselben Themen.
Quellen
Alle 12 Quellen anzeigen
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- Pfund RA, Boness CL, Tolin DF. Commentary: Emotional freedom techniques for treating post traumatic stress disorder: an updated systematic review and meta-analysis.. Frontiers in psychology, 2024SonstigesDOI 10.3389/fpsyg.2024.1308687PubMed 38464621
- Sebastian B, Nelms J. The Effectiveness of Emotional Freedom Techniques in the Treatment of Posttraumatic Stress Disorder: A Meta-Analysis.. Explore (New York, N.Y.), 2017MetaanalyseDOI 10.1016/j.explore.2016.10.001PubMed 27889444
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- Metcalf O, Varker T, Forbes D, Phelps A, Dell L, DiBattista A, et al.. Efficacy of Fifteen Emerging Interventions for the Treatment of Posttraumatic Stress Disorder: A Systematic Review.. Journal of traumatic stress, 2016Systematischer ReviewDOI 10.1002/jts.22070PubMed 26749196
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