Reizdarm
Das Wichtigste auf einen Blick
- Beschwerden ärztlich abklären lassen, damit andere Erkrankungen ausgeschlossen sindTeilweise belegt
- Mit einem Ernährungstagebuch die eigenen Auslöser findenTeilweise belegt
- Nach Verhaltenstherapie oder bauchgerichteter Hypnose fragenTeilweise belegtErste Hinweise
- Pfefferminzöl bei Schmerzen und Blähungen mit der Praxis besprechenTeilweise belegtErste Hinweise
- Regelmäßig bewegen, so wie es dir guttutErste Hinweise
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
Ein Reizdarm bedeutet Bauchschmerzen oder Blähungen mit verändertem Stuhlgang über mehr als drei Monate, ohne dass eine andere Erkrankung dahintersteckt. Der Darm ist empfindlicher, oft spielen Stress oder bestimmte Speisen mit. Am besten belegt sind angepasste Ernährung, Pfefferminzöl und Psychotherapie. Blut im Stuhl, Fieber oder Gewichtsverlust gehören ärztlich abgeklärt.
Ein Reizdarm ist nicht gefährlich, verläuft aber oft in Schüben und kann den Alltag stark belasten. Die Diagnose stellt die Praxis erst, wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind.
Die Wege auf dieser Seite wirken begleitend und ersetzen keine ärztliche Behandlung. Oft hilft eine Kombination aus mehreren Bausteinen.
- Teilweise belegt9 Aussagen
- Erste Hinweise8 Aussagen
- Traditionell genutzt1 Aussage
Sichtweisen im Vergleich
Körper
Medizin, Naturheilkunde, Ernährung und Bewegung: was im Körper geschieht.
Seele
Psychologie und Psychosomatik: wie Gefühle, Gedanken und Belastungen mitspielen und wie sie gedeutet werden.
Wirkstoffe und Methoden
Häufige Fragen
Was hilft bei Reizdarm am besten?
- Teilweise belegt
Ein Mittel für alle gibt es nicht; die Leitlinie rät, nach dem Symptom zu behandeln, das am meisten stört. Gut untersucht sind eine FODMAP-arme Kost mit Ernährungsberatung, lösliche Ballaststoffe bei Verstopfung, Pfefferminzöl bei Schmerzen und Blähungen sowie Verhaltenstherapie und bauchgerichtete Hypnose. Dazu kommt Bewegung. Oft hilft erst eine Kombination, die du mit deiner Praxis zusammenstellst.
Wann sollte ich mit Reizdarm-Beschwerden zum Arzt?
- Teilweise belegt
Am besten schon, bevor du selbst von einem Reizdarm ausgehst: Die Diagnose stellt die Praxis erst, wenn andere Erkrankungen ausgeschlossen sind. Sofort gehören Blut im Stuhl, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust oder Blässe abgeklärt, ebenso Beschwerden, die neu auftreten oder stetig zunehmen. Bei plötzlichen, sehr starken Bauchschmerzen wähle 112.
Ist ein Reizdarm gefährlich?
- Teilweise belegt
Nein. Nach der Patienteninformation des IQWiG ist ein Reizdarm nicht gefährlich und meist leicht, verläuft aber oft über Jahre in Schüben. Etwa 10 bis 20 von 100 Menschen sind betroffen, Frauen etwa doppelt so oft wie Männer. Bei einem Teil der Menschen gehen die Beschwerden nach der Leitlinie von selbst zurück. Die Lebensqualität kann trotzdem stark leiden, deshalb lohnt sich eine Behandlung.
Kann Stress einen Reizdarm auslösen?
- Teilweise belegt
Stress kann mitwirken, ist aber nicht die einzige Ursache. Die Leitlinie beschreibt, dass Stress, Ängste und Niedergeschlagenheit zur Entstehung und zum Fortbestehen beitragen können, neben einer veränderten Darmbewegung, einem überempfindlichen Darm und Darminfekten. Deine Beschwerden sind deshalb nicht eingebildet. Wege, besser mit Stress umzugehen, empfiehlt die Leitlinie als Ergänzung zur übrigen Behandlung.
Quelle: Quelle 1
Hilft Hypnose bei Reizdarm?
- Teilweise belegt
Die bauchgerichtete Hypnose gehört zu den am besten untersuchten Verfahren. In einer Netzwerk-Metaanalyse von 41 Studien mit 4.072 Erwachsenen linderten sie und die kognitive Verhaltenstherapie die Beschwerden häufiger als Vergleichsbehandlungen, auch längerfristig. Die Studien hatten oft Schwächen, sodass die Wirkung eher überschätzt ist. Die deutsche Leitlinie nennt die Hypnose als geeignetes Verfahren.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Plötzlich einsetzende, sehr starke Bauchschmerzen, besonders mit aufgeblähtem Bauch, Erbrechen von Blut oder starker Atemnot
Das passt nicht zu einem Reizdarm und kann ein Notfall im Bauch sein. Wähle 112 und warte nicht ab.
Lass das sofort ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Kein Stuhl und keine Winde mehr, dazu Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen
Das kann auf einen Darmverschluss hinweisen. Lass es sofort ärztlich abklären; wird es schlimmer, wähle 112.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Blut im Stuhl, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust, Blässe oder Schwäche als mögliche Zeichen einer Blutarmut
Diese Zeichen sprechen nach der Leitlinie zunächst gegen einen Reizdarm und für eine andere Erkrankung, etwa eine chronische Darmentzündung. Blut im Stuhl gehört immer ärztlich abgeklärt.
- Darmbeschwerden, die erst seit einigen Monaten bestehen oder sich stetig verschlimmern
Neue Beschwerden können nach der Leitlinie auch von Darmkrebs oder bei Frauen von Eierstockkrebs kommen. Lass sie abklären, bevor du von einem Reizdarm ausgehst.
Die Notfall- und Krisennummern stehen unten auf jeder Seite.
Wer dir helfen kann
Für Fragen zu deiner persönlichen Situation sind Fachleute die richtige Anlaufstelle: deine Hausarztpraxis, deine Apotheke oder Heilpraktiker:innen mit Zulassung.
Die Methoden auf dieser Seite bieten zum Beispiel an: Heilpraktiker:in für Psychotherapie, Ärztin / Arzt, Physiotherapeut:in, Psychotherapeut:in, Coach.
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Quellen
Alle 14 Quellen anzeigen
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