Verstopfung
Warnzeichen: Bitte zuerst lesen
Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Plötzliche oder sehr starke Bauchschmerzen, ein Bauch, der bei Berührung schmerzt, oder weder Stuhl noch Winde gehen ab, vor allem zusammen mit Erbrechen
Das kann ein Darmverschluss sein, etwa durch steinharte Kotballen. Er kann lebensbedrohlich werden: Wähle 112. Nimm kein Abführmittel, die EU-Monographien schließen sie bei Verdacht auf einen Darmverschluss aus.
- Nach Flohsamen, Leinsamen oder einem anderen Quellmittel Schmerzen in der Brust, Erbrechen, Schluckbeschwerden oder Atemnot
Mit zu wenig Flüssigkeit können Quellmittel aufquellen und Speiseröhre oder Darm verlegen; die EU-Monographien nennen genau diese Zeichen. Hol sofort ärztliche Hilfe, bei Atemnot über 112.
Lass das sofort ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Schwarzer, klebriger Stuhl oder viel Blut im Stuhl
Das kann eine Blutung im Verdauungstrakt sein. Geh sofort in eine Notaufnahme. Kommen starke Bauchschmerzen dazu oder bricht jemand zusammen, wähle 112.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Blut im Stuhl oder am After, Blutarmut, ungewollter Gewichtsverlust, eine tastbare Verhärtung im Bauch, Darmkrebs oder ein anderer Tumor des Verdauungstrakts bei dir oder in der Familie, oder eine neue, anhaltende Veränderung des Stuhlgangs, besonders ab 50
Die Leitlinie zählt das zu den Warnzeichen, ebenso starke Beschwerden, die erst seit kurzem bestehen oder stetig zunehmen. Dann wird gleich weiter untersucht, meist mit einer Darmspiegelung, statt erst Mittel auszuprobieren.
- Durchfall im Wechsel mit Verstopfung oder dünnflüssiger Stuhl, der trotz Verstopfung abgeht
Die Leitlinie zählt solche paradoxen Durchfälle zu den Warnzeichen. Vor allem bei älteren oder bettlägerigen Menschen können harte Kotballen im Darm dahinterstecken, an denen flüssiger Stuhl vorbeifließt; unbehandelt kann daraus ein Darmverschluss werden.
- Verstopfung, seit du ein neues Medikament nimmst, etwa ein starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide, Eisen oder ein Antidepressivum
Viele Medikamente können verstopfen. Setz das Mittel nicht selbst ab, sondern sprich mit deiner Praxis; sie kann die Verstopfung mitbehandeln.
- Verstopfung, die trotz Ballaststoffen und Bewegung nach etwa vier Wochen nicht besser ist, regelmäßig wiederkommt oder dich stark belastet
Dann rät die Leitlinie zu weiteren Untersuchungen und zu einer gezielten Behandlung, etwa mit Abführmitteln oder bei einer Entleerungsstörung mit Biofeedback-Training.
Notruf: 112 · TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111 · TelefonSeelsorge: 0800 111 0 222 · Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
Kurz erklärt
Verstopfung heißt: selten, hart oder nur mit Mühe Stuhlgang. Oft findet sich keine Ursache, manchmal steckt ein Medikament dahinter. Am besten belegt sind Ballaststoffe, vor allem Flohsamenschalen, und wenn sie nicht reichen, Abführmittel wie Macrogol, Bisacodyl oder Natriumpicosulfat. Blut im Stuhl, Gewichtsverlust oder eine neue, anhaltende Veränderung gehören ärztlich abgeklärt, starke Bauchschmerzen ohne Stuhl und Winde sind ein Notfall: 112.
Etwa 15 von 100 Menschen in Europa sind betroffen, Frauen etwa doppelt so oft wie Männer, Ältere häufiger. Weniger als drei Stuhlgänge pro Woche sind ein Zeichen, aber nicht das einzige: Auch wer täglich nur mit starkem Pressen kann, kann verstopft sein. Ein höheres Darmkrebsrisiko bringt Verstopfung nicht mit sich.
Mehr zu trinken hilft nur, wenn du bisher zu wenig trinkst. Bewegung im normalen Maß gehört dazu, Bauchmassage kann unterstützen. Für Akupunktur gibt es eine große Studie mit Wirkung, Sennesblätter sind für die kurzzeitige Anwendung amtlich anerkannt.
- Gut belegt2 Aussagen
- Teilweise belegt9 Aussagen
- Erste Hinweise5 Aussagen
- Traditionell genutzt2 Aussagen
Sichtweisen im Vergleich
Schulmedizin
- Gut belegt
- Teilweise belegt
Für die Medizin ist Verstopfung chronisch, wenn über mindestens drei Monate mindestens zwei Merkmale regelmäßig auftreten, etwa harter Stuhl, starkes Pressen, das Gefühl unvollständiger Entleerung oder weniger als drei Stuhlgänge pro Woche. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Stuhlgewohnheiten und Medikamenten und untersucht den Enddarm mit dem Finger. Ohne Warnzeichen beginnt dann eine Behandlung auf Probe, deren Erfolg nach etwa vier Wochen geprüft wird. Viele Medikamente können verstopfen, etwa Opioide, Eisen, manche Antidepressiva und Blutdruckmittel. Setz sie nicht selbst ab, sondern sprich mit deiner Praxis.
Die deutsche Leitlinie geht in Stufen vor: zuerst Lebensstil und Ballaststoffe, dann Abführmittel. Mittel der ersten Wahl sind Macrogol, Bisacodyl und Natriumpicosulfat; eine zeitliche Begrenzung hält sie für unbegründet. Auch Anthrachinone wie in Sennesblättern und Zucker wie Lactulose kommen infrage, salzhaltige Abführmittel eher nicht. Reicht das nicht, folgt Prucaloprid auf Rezept. Bei einer Entleerungsstörung des Beckenbodens empfiehlt sie ein Biofeedback-Training, als Entleerungshilfe Zäpfchen mit Bisacodyl oder solche, die Kohlendioxid freisetzen. In der Schwangerschaft gelten dieselben Grundmaßnahmen, Medikamente aber nur mit besonderer Vorsicht und in Absprache mit der Praxis.
Ernährung
- Teilweise belegt
- Erste Hinweise
Die Leitlinie empfiehlt, wie für alle Erwachsenen, 30 Gramm Ballaststoffe am Tag anzustreben; die meisten Menschen in Deutschland essen weniger. Ballaststoffe stecken in Gemüse, Obst und Vollkorn, dazu gibt es Quellstoffe als Pulver oder Samen. Am besten untersucht sind Flohsamenschalen: In einer Metaanalyse von 16 Studien sprachen 66 von 100 Menschen auf Ballaststoffe an, mit Vergleichsbehandlung 41 von 100, am deutlichsten mit Flohsamen und Pektin. Mehr Stuhlgänge zeigten sich erst nach mindestens vier Wochen. Auch zwei Portionen ballaststoffreicher Früchte am Tag, etwa Pflaumen, Kiwi oder Mango, sind nach der Leitlinie einen Versuch wert. In kleinen Studien, die Trockenpflaumen und Kiwis mit Flohsamen verglichen, fand sich meist kein Unterschied; dass sie gleich gut wirken, ist damit nicht bewiesen.
Ballaststoffe blähen oft; der britische Gesundheitsdienst rät, sie nach und nach zu steigern. Werden Blähungen oder Krämpfe störend, rät die Leitlinie, weniger davon zu nehmen und andere Maßnahmen vorzuziehen; wird die Verstopfung mit Ballaststoffen deutlich schlimmer, kann eine verlangsamte Darmpassage oder eine Entleerungsstörung dahinterstecken. Probiotika können nach der Leitlinie vier bis sechs Wochen lang versucht und ohne Wirkung wieder abgesetzt werden. In einer Metaanalyse erhöhten sie die Zahl der Stuhlgänge um gut einen pro Woche, die Studien waren aber sehr unterschiedlich.
Lebensstil
- Erste Hinweise
Wer sich wenig bewegt, hat häufiger Verstopfung, das zeigen große Beobachtungsstudien. Die Leitlinie rät deshalb, Bewegungsmangel zu vermeiden, aber von zusätzlichem Sport keine Wirkung zu versprechen: In einer Studie besserte eine Stunde Sport täglich über das Übliche hinaus die Verstopfung nicht. Eine Metaanalyse von neun Studien fand mit Bewegung wie Gehen oder Qigong zwar eine Besserung, die Studien hatten aber ein hohes Verzerrungsrisiko. Bei starkem Übergewicht kann mehr Bewegung nach der Leitlinie sinnvoll sein.
Unterdrück den Stuhldrang nicht regelmäßig und nimm dir Zeit für die Toilette; bei Gesunden verlangsamte zwei Wochen Unterdrücken die Darmpassage. Der britische Gesundheitsdienst rät, die Füße auf einen niedrigen Hocker zu stellen, die Knie möglichst höher als die Hüften. In einer kleinen Studie mit 52 Gesunden pressten die Teilnehmenden damit seltener und fühlten sich häufiger vollständig entleert. Ein Stuhltagebuch über einige Wochen, etwa mit der Bristol-Stuhlformen-Skala, hilft, Muster und Erfolge zu erkennen.
Körperarbeit
- Erste Hinweise
Bei der Bauch- oder Kolonmassage wird der Bauch kreisend massiert, von dir selbst oder von einer anderen Person, auf Wunsch mit duftenden Ölen. Die deutsche Leitlinie hält sie als unterstützende Maßnahme bei chronischer Verstopfung für möglich. Eine Metaanalyse von 23 Studien mit 1.431 Erwachsenen fand unter Bauchmassage im Schnitt gut eineinhalb Stuhlgänge mehr pro Woche, eine kürzere Darmpassage und weniger Beschwerden. Weniger Abführmittel brauchten die Teilnehmenden aber nicht, und die Leitlinie hält fest, dass die Massage eher die Beschwerden bessert als den Bedarf an Abführmitteln. Die Studien sind meist klein und sehr unterschiedlich angelegt. Bei Verstopfung ohne Nervenerkrankung wurden keine Nebenwirkungen beobachtet.
Pflanzenheilkunde
- Teilweise belegt
Für Verstopfung gibt es Heilpflanzen mit amtlich anerkannter medizinischer Verwendung. Die EU-Monographien führen Indische Flohsamenschalen und Leinsamen als Mittel bei gewohnheitsmäßiger Verstopfung. Beide quellen im Darm und wirken nach 12 bis 24 Stunden. Nimm sie immer mit reichlich Flüssigkeit, sonst können sie Speiseröhre oder Darm verlegen, und mit einer halben bis einer Stunde Abstand zu anderen Medikamenten. Wer Diabetes hat, Opioide oder Schilddrüsenhormone nimmt, nutzt Flohsamenschalen nach der EU-Monographie nur unter ärztlicher Aufsicht.
Sennesblätter enthalten Anthrachinone, die den Darm anregen. Die EU-Monographie erkennt sie für die kurzzeitige Anwendung bei gelegentlicher Verstopfung an, höchstens eine Woche, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit und nicht unter 12 Jahren, und rät von längerem Gebrauch ab. In einer japanischen Studie mit 90 Menschen besserten sich die Beschwerden unter Senna bei 69 von 100, unter Scheinmedikament bei 12 von 100; eine britische Ernährungsleitlinie fand in zwei Studien zusammen dagegen keinen gesicherten Effekt. Die deutsche Leitlinie zieht Anthrachinone für die Behandlung chronischer Verstopfung in Betracht, langfristige Beobachtungen fehlen aber. Bauchkrämpfe können auftreten.
Quellen: Quelle 1, Quelle 4, Quelle 10, Quelle 11, Quelle 12, Quelle 13
TCM
- Teilweise belegt
- Traditionell genutzt
Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin ist Verstopfung kein einheitliches Bild. TCM-Fachleute unterscheiden viele Muster, in chinesischen Studien am häufigsten einen Mangel an Qi und Blut; bei Verstopfung mit Reizdarm gilt nach dieser Lehre ein geschwächtes oder gestautes Leber-Qi als zentral. Die in Studien am häufigsten genutzte klassische Rezeptur ist Ma-Zi-Ren-Wan, die Hanfsamenpille. In einer Studie aus Hongkong mit 291 Menschen sprachen nach acht Wochen 68 von 100 darauf an, unter Senna 58 und unter Scheinmedikament 33. Die deutsche Leitlinie hält ausgewählte Rezepturen bei gesicherter Qualität und Herkunft für einsetzbar, viele chinesische Studien aber für methodisch schwach; über Wechselwirkungen mit Medikamenten ist wenig bekannt.
Auch Akupunktur kann nach der Leitlinie eingesetzt werden. In einer großen Studie an 15 chinesischen Kliniken mit 1.075 Menschen mit schwerer chronischer Verstopfung kamen unter Elektroakupunktur pro Woche knapp zwei vollständige Stuhlgänge hinzu, unter Scheinakupunktur knapp einer. Drei oder mehr pro Woche erreichten 31 von 100 gegenüber 12 von 100. Der Unterschied hielt bis zwölf Wochen nach der Behandlung an; länger wurde nicht beobachtet.
Ayurveda
- Traditionell genutzt
Im Ayurveda gilt Triphala, eine Mischung aus den drei Früchten Amalaki, Bibhitaki und Haritaki, als Grundpfeiler der Behandlung des Verdauungstrakts. Die klassische Lehre beschreibt sie als passend für alle drei Doshas, in üblicher Menge als mildes, in hoher Menge als starkes Abführmittel. Gute kontrollierte Studien zur Verstopfung nennen die Übersichten nicht. Eine Übersicht nennt als klinischen Beleg unter anderem eine offene Studie mit 34 Menschen ohne Vergleichsgruppe, in der eine Mischung aus Flohsamenschalen, Senna und Triphala den Stuhlgang erleichterte; welchen Anteil Triphala daran hatte, bleibt offen. Vorsicht bei Präparaten: In einer Analyse von im Internet gekauften ayurvedischen Mitteln enthielt etwa jedes fünfte Blei, Quecksilber oder Arsen.
Wirkstoffe und Methoden
Große Beobachtungsstudien fanden Verstopfung häufiger bei Menschen, die sich wenig bewegen, und bei Gesunden verlängerten zwei Wochen Inaktivität die Darmpassage. Eine Metaanalyse von neun randomisierten Studien, meist mit Gehen oder Qigong, fand eine Besserung der Beschwerden. Die deutsche Leitlinie rät, Bewegungsmangel zu vermeiden; bei starkem Übergewicht kann mehr Bewegung sinnvoll sein.
Was dagegen spricht
Die Studien der Metaanalyse haben ein hohes Verzerrungsrisiko. Eine Stunde Sport täglich über das Übliche hinaus besserte die Verstopfung in einer Studie nicht, und ein sechsmonatiges Training älterer Menschen änderte nichts an Verstopfung und Abführmittelgebrauch. Die Leitlinie rät deshalb, von zusätzlichem Sport keine Wirkung zu versprechen.
Häufige Fragen
Was hilft schnell gegen Verstopfung?
- Gut belegt
- Teilweise belegt
Macrogol, Bisacodyl und Natriumpicosulfat sind nach der deutschen Leitlinie bei akuter wie chronischer Verstopfung wirksam und sicher; in der Apotheke kannst du dich beraten lassen. Bisacodyl und Natriumpicosulfat regen den Darm an und können krampfartige Bauchschmerzen machen. Gelingt es nicht, den Enddarm zu entleeren, empfiehlt die Leitlinie als Entleerungshilfe Zäpfchen mit Bisacodyl oder solche, die Kohlendioxid freisetzen. Quellstoffe wie Flohsamenschalen oder Leinsamen wirken erst nach 12 bis 24 Stunden und brauchen reichlich Flüssigkeit. Hast du starke Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen, nimm kein Abführmittel, sondern lass dich ärztlich untersuchen.
Quellen: Quelle 1, Quelle 6, Quelle 10, Quelle 11, Quelle 12
Wann sollte ich mit Verstopfung zum Arzt?
- Teilweise belegt
Wenn Warnzeichen dazukommen: Blut im Stuhl oder am After, Blutarmut, ungewollter Gewichtsverlust, Darmkrebs in der Familie, Durchfall im Wechsel mit Verstopfung oder eine neue, anhaltende Veränderung des Stuhlgangs, besonders ab 50. Dann soll nach der Leitlinie gleich weiter untersucht werden. Zur Ärztin oder zum Arzt gehört auch, wer nach etwa vier Wochen mit Ballaststoffen und Bewegung keine Besserung spürt, regelmäßig Abführmittel braucht oder seit einem neuen Medikament verstopft ist. Schwarzer, klebriger Stuhl gehört sofort in eine Notaufnahme. Starke Bauchschmerzen, wenn weder Stuhl noch Winde abgehen, sind ein Notfall: 112. Die Sorge, Verstopfung erhöhe das Darmkrebsrisiko, ist nach dem Gesundheitsportal des Bundes unbegründet; die Darmkrebs-Früherkennung solltest du trotzdem wahrnehmen.
Hilft viel trinken bei Verstopfung?
- Teilweise belegt
- Erste Hinweise
Nur, wenn du bisher zu wenig getrunken hast. Die deutsche Leitlinie rät zu 1,5 bis 2 Litern am Tag; wer weniger trinkt, kann seine Verstopfung mit einer normalen Trinkmenge bessern. Mehr als das bringt nach den Studien keinen zusätzlichen Nutzen, und auch eine britische Ernährungsleitlinie fand keinen Beleg, dass zusätzliches Trinken allein hilft. Wichtig ist genug Flüssigkeit aber, wenn du Ballast- oder Quellstoffe nimmst. Wer eine Herz- oder Nierenschwäche hat, bespricht die Trinkmenge mit der Praxis. Sehr mineralstoffreiches Wasser half in Studien etwas mehr Menschen als mineralarmes, änderte die Zahl der Stuhlgänge aber nicht.
Machen Abführmittel abhängig?
- Teilweise belegt
Nach der deutschen Leitlinie kaum. Die oft behauptete Gewöhnung an Bisacodyl und Natriumpicosulfat ist auch bei jahrzehntelangem Gebrauch sehr selten, und Verschiebungen der Blutsalze wurden dabei nicht beobachtet. Für Macrogol, Bisacodyl und Natriumpicosulfat hält die Leitlinie eine Begrenzung der Einnahmedauer für unbegründet. Bei Sennesblättern scheint Gewöhnung ebenfalls selten zu sein, systematische Untersuchungen fehlen aber; die dunkle Färbung der Darmschleimhaut nach längerer Einnahme ist harmlos und bildet sich zurück. Die EU-Monographie zu Sennesblättern ist strenger: Sie rät von längerem Gebrauch anregender Abführmittel ab und empfiehlt, die Ursache abklären zu lassen, wenn du täglich welche brauchst. Sprich deshalb mit deiner Praxis, wenn du regelmäßig Abführmittel nimmst.
Hilft Magnesium bei Verstopfung?
- Teilweise belegt
Magnesiumoxid wirkt im Darm wie ein Abführmittel, weil es Wasser im Stuhl hält. In zwei kleinen japanischen Studien besserten sich die Beschwerden damit bei rund 70 von 100 Menschen, mit Scheinmedikament bei 12 bis 25 von 100, und eine britische Ernährungsleitlinie empfiehlt es deshalb. Die deutsche Leitlinie ist vorsichtiger: Salzhaltige Abführmittel wie Magnesiumhydroxid wirken, sollen wegen möglicher Nebenwirkungen bei chronischer Verstopfung aber eher nicht eingesetzt werden. Eine Überdosis kann nach der Leitlinie zu einer Vergiftung bis zum Darmstillstand oder Nierenversagen führen, und bei Herz- oder Nierenschwäche hält sie solche Salze für möglicherweise problematisch. Sprich dann vorher mit deiner Praxis.
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Quellen
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