Abwehrkräfte stärken
Das Wichtigste auf einen Blick
- Impfstatus prüfen lassen und fehlende Impfungen nachholenGut belegt
- Hände waschen, genug schlafen, nicht rauchen und in Bewegung bleibenTeilweise belegtErste Hinweise
- Abwechslungsreich essen statt auf Immun-Shots und Booster setzenTeilweise belegtErste Hinweise
- Vitaminpräparate nützen vor allem bei einem Mangel, den die Praxis klären kannTeilweise belegtErste HinweiseStudien sprechen dagegen
- Sehr häufige, schwere oder lang anhaltende Infekte ärztlich abklären lassenGut belegt
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
Das Immunsystem lässt sich nicht mit einem Mittel „boostern“. Was nach heutigem Wissen zählt, ist unspektakulär: Impfungen nach dem Impfkalender, genug Schlaf, Bewegung, nicht rauchen, ausgewogen essen und Hände waschen. Vitaminpräparate nützen vor allem bei einem Mangel. Kommen Infekte ungewöhnlich oft, verlaufen sie schwer oder ziehen sie sich lange hin, gehört das ärztlich abgeklärt.
Erwachsene erkälten sich im Schnitt zwei- bis viermal im Jahr, Kinder deutlich öfter, das ist normal. In Studien erkälteten sich Menschen mit kurzem Schlaf und viel Stress häufiger. Vitamin C, Zink und Vitamin D beugten in großen Auswertungen Infekten kaum oder nicht nachweisbar vor. Pflanzliche Mittel wie Sonnenhut und Wasseranwendungen nach Kneipp haben eine lange Tradition, die Studien dazu sind schwach.
- Gut belegt3 Aussagen
- Teilweise belegt5 Aussagen
- Erste Hinweise8 Aussagen
- Traditionell genutzt2 Aussagen
- Studien sprechen dagegen2 Aussagen
Sichtweisen im Vergleich
Wirkstoffe und Methoden
Häufige Fragen
Wie kann ich mein Immunsystem schnell stärken?
- Gut belegt
- Teilweise belegt
- Erste Hinweise
Schnell und gezielt geht das nicht, ein Mittel, das die Abwehr gesunder Menschen über Nacht verbessert, ist nicht bekannt. Was nach heutigem Wissen zählt, wirkt über Wochen und Jahre: Impfungen nach dem Impfkalender der STIKO, genug Schlaf, regelmäßige Bewegung, nicht rauchen und eine abwechslungsreiche Ernährung. In Studien mit gezielter Ansteckung erkälteten sich Menschen mit weniger als sechs Stunden Schlaf häufiger. Gegen die Ansteckung selbst hilft Händewaschen am besten belegt.
Bringen Vitamin C, Zink und Vitamin D etwas für die Abwehr?
- Teilweise belegt
- Studien sprechen dagegen
Bei einem Mangel ja, sonst kaum. Große Auswertungen fanden, dass regelmäßig eingenommenes Vitamin C Erkältungen in der Allgemeinbevölkerung nicht seltener macht, nur etwas kürzer. Vitamin D schützte in einer Metaanalyse mit rund 61.600 Teilnehmenden nicht nachweisbar vor Atemwegsinfekten. Zink beugte Erkältungen kaum oder gar nicht vor. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass zugelassene Werbeaussagen nur eine normale Funktion des Immunsystems versprechen dürfen, nicht eine stärkere.
Wie oft erkältet zu sein ist normal?
- Gut belegt
Erwachsene erkälten sich nach gesundheitsinformation.de im Schnitt zwei- bis viermal im Jahr, Kinder deutlich öfter, nicht selten sechs- bis achtmal. Ärztlich abklären lassen solltest du, wenn Infekte immer wiederkommen, nicht richtig vergehen, auf die Behandlung schlecht ansprechen oder ungewöhnlich schwer verlaufen. Dahinter kann eine Schwäche des Immunsystems stecken, etwa durch eine Erkrankung wie Diabetes oder durch Medikamente wie Kortison.
Stärken Sauna und kalte Duschen das Immunsystem?
- Erste Hinweise
- Traditionell genutzt
Belegt ist das nicht. In der Naturheilkunde und nach Kneipp gelten Kälte- und Wärmereize als Abhärtung, die Studien dazu sind aber klein oder gemischt. In einer kleinen Studie erkälteten sich regelmäßige Saunagänger seltener. Erwachsene, die einen Monat lang ihre Dusche kalt beendeten, meldeten sich seltener krank, waren aber nicht weniger Tage krank. Bei Kindern, die oft erkältet waren, änderten tägliche Wasseranwendungen über ein Jahr nichts an der Zahl der Erkältungen.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Fieber oder sehr niedrige Körpertemperatur zusammen mit sehr schneller Atmung, Verwirrtheit, undeutlicher Sprache oder blauer, blasser oder fleckiger Haut
Das können Zeichen einer Blutvergiftung (Sepsis) sein. Wähle sofort 112.
- Fieber mit steifem Nacken und Kopfschmerzen oder ein Ausschlag, der beim Daraufdrücken nicht verblasst
Das kann eine Hirnhautentzündung oder Sepsis sein. Wähle sofort 112.
Lass das sofort ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Fieber ab 38 °C, Husten mit Atemnot oder neue Beschwerden, während du eine Chemotherapie, Kortison oder andere Mittel bekommst, die die Abwehr dämpfen
Mit geschwächter Abwehr kann ein Infekt rasch gefährlich werden. Melde dich sofort bei deiner behandelnden Praxis oder Klinik.
- Während eines Infekts hohes Fieber, Schmerzen in der Brust, Luftnot oder Beschwerden, die stark sind oder immer weiter zunehmen
Dann ist ärztlicher Rat nötig, besonders bei einer chronischen Erkrankung der Atemwege wie COPD. Lass dich noch heute ärztlich untersuchen.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Infekte, die immer wiederkommen, nicht richtig vergehen, auf die Behandlung schlecht ansprechen oder ungewöhnlich schwer verlaufen, auch immer wiederkehrende Pilzinfektionen
Dahinter kann eine Schwäche des Immunsystems stecken, angeboren oder etwa durch eine Krankheit oder Medikamente erworben. Das lässt sich ärztlich untersuchen.
Die Notfall- und Krisennummern stehen unten auf jeder Seite.
Wer dir helfen kann
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Quellen
Alle 22 Quellen anzeigen
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