Gesunde Ernährung
Das Wichtigste auf einen Blick
- Viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn und Nüsse auf den Teller bringenGut belegtTeilweise belegt
- Zucker, Salz und stark verarbeitete Produkte eher zur Ausnahme machenTeilweise belegtErste Hinweise
- Pflanzenöle, Nüsse und Fisch statt viel Butter und fettem Fleisch wählenGut belegtTeilweise belegt
- Am besten Wasser trinken, Alkohol ist nach der DGE kein Teil gesunder KostGut belegt
- Wer vegan isst, braucht nach der DGE ein Vitamin-B12-PräparatGut belegt
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
Gesund essen heißt nach WHO und Deutscher Gesellschaft für Ernährung vor allem: viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn und Nüsse, pflanzliche Öle, wenig Zucker, Salz und stark Verarbeitetes, dazu am besten Wasser. Die eine richtige Diät gibt es nicht. Bei ungewolltem Gewichtsverlust, Essanfällen oder Beschwerden nach dem Essen hilft ärztlicher Rat.
Die Ernährung zählt zu den wichtigsten Stellschrauben für die Gesundheit: Nach einer weltweiten Auswertung gingen 2017 rund 11 Millionen Todesfälle auf ungünstiges Essen zurück, vor allem auf zu viel Salz und zu wenig Vollkorn und Obst. Es kommt weniger auf einzelne Lebensmittel an als auf das, was im Alltag regelmäßig auf dem Teller landet.
Die DGE-Empfehlungen gelten für gesunde Erwachsene. Kinder, Schwangere, Ältere und Menschen mit einer Erkrankung brauchen teils anderes; dann ist eine Ernährungsberatung sinnvoll.
- Gut belegt6 Aussagen
- Teilweise belegt4 Aussagen
- Erste Hinweise1 Aussage
Sichtweisen im Vergleich
Häufige Fragen
Was gehört zu einer gesunden Ernährung?
- Gut belegt
Vor allem pflanzliche Lebensmittel: Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkorn und pflanzliche Öle. Dazu nach der DGE täglich Milchprodukte, ein- bis zweimal pro Woche Fisch und wenig Fleisch und Wurst. Zucker, Salz und stark verarbeitete Produkte bleiben eher die Ausnahme, getrunken wird am besten Wasser. Die WHO nennt dieselbe Richtung und betont, dass gesunde Ernährung viele Formen haben kann, je nach Alter, Bewegung, Kultur und dem, was es vor Ort gibt.
Welche Ernährungsform ist die gesündeste?
- Teilweise belegt
Eine einzige beste Form gibt es nach heutigem Wissen nicht. Die WHO schreibt, dass gesunde Ernährung viele Formen haben kann, solange sie den Grundsätzen ausreichend, ausgewogen, maßvoll und vielfältig folgt. Am besten untersucht ist die mediterrane Kost: Ein Cochrane-Review fand einen leicht gesenkten Blutdruck und in einer großen Studie weniger Schlaganfälle, für die Sterblichkeit blieb das Ergebnis unsicher. Vegan essen kann nach der DGE für gesunde Erwachsene ebenfalls gesundheitsfördernd sein, wenn die Auswahl gut geplant ist und Vitamin B12 ergänzt wird.
Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel, wenn ich gesund esse?
- Gut belegt
Für gesunde Erwachsene mit gemischter Kost setzen die DGE-Empfehlungen auf Lebensmittel, nicht auf Präparate. Obst, Gemüse, Vollkorn und Hülsenfrüchte liefern nach der DGE Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, Milchprodukte unter anderem Calcium und Jod, Seefisch Jod und Omega-3-Fettsäuren. Eine klare Ausnahme ist die vegane Ernährung: Hier ist nach der DGE ein Vitamin-B12-Präparat Voraussetzung, und je nach Auswahl können weitere kritische Nährstoffe dazukommen. Ob bei dir etwas fehlt, lässt sich bei Beschwerden in der Hausarztpraxis klären.
Wie schädlich sind stark verarbeitete Lebensmittel?
- Teilweise belegt
- Erste Hinweise
Ganz sicher weiß man es noch nicht. Eine Übersicht über 45 Metaanalysen fand, dass Menschen, die viel stark Verarbeitetes aßen, häufiger Typ-2-Diabetes hatten und häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen starben. Das sind Beobachtungen, die meisten mit niedriger Sicherheit. In einer kleinen, streng kontrollierten Studie aßen Menschen mit stark verarbeiteter Kost etwa 500 Kilokalorien mehr am Tag und nahmen in zwei Wochen zu. WHO und DGE raten, solche Produkte zu begrenzen, weil Zucker, Salz und Fett darin oft unsichtbar stecken.
Ist ein Glas Wein am Abend gesund?
- Gut belegt
Nach der DGE nicht. Lange galt ein Glas Wein oder Bier als unbedenklich, doch ihr Positionspapier von 2024 hält fest, dass es keine risikofreie Menge Alkohol gibt. Schon geringe Mengen können das Risiko für Krankheiten erhöhen, darunter Brust- und Darmkrebs, Bluthochdruck und Lebererkrankungen. Die DGE empfiehlt deshalb, auf Alkohol zu verzichten; wer trinkt, soll vor allem große Mengen und Rauschtrinken meiden. Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche sollen gar keinen Alkohol trinken.
Quelle: Quelle 10
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Schwellung von Lippen, Zunge oder Rachen, Atemnot, Quaddeln, Schwindel oder Kreislaufschwäche kurz nach dem Essen
Das kann eine schwere allergische Reaktion sein. Wähle sofort die 112, schon bei den ersten Anzeichen.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Essanfälle, bei denen du die Kontrolle verlierst, Erbrechen oder Abführmittel nach dem Essen, strenges Fasten oder Gedanken, die ständig um Essen, Figur und Gewicht kreisen
Das können Anzeichen einer Essstörung sein. Sie lässt sich behandeln. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis oder eine psychotherapeutische Praxis.
- Du nimmst ab, ohne es zu wollen, oder hast über Wochen kaum Appetit
Ungewollter Gewichtsverlust gehört ärztlich abgeklärt, vor allem wenn weitere Beschwerden dazukommen.
- Bestimmte Lebensmittel lösen immer wieder Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen oder Hautausschlag aus
Dahinter kann eine Allergie oder eine Unverträglichkeit stecken. Lass das abklären, bevor du ganze Lebensmittelgruppen weglässt.
Die Notfall- und Krisennummern stehen unten auf jeder Seite.
Wer dir helfen kann
Für Fragen zu deiner persönlichen Situation sind Fachleute die richtige Anlaufstelle: deine Hausarztpraxis, deine Apotheke oder Heilpraktiker:innen mit Zulassung.
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Quellen
Alle 12 Quellen anzeigen
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- Am besten null Promille – neues DGE-Positionspapier zu Alkohol (Presseinformation). Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), 2024Behörde / amtliche StelleZur Quelle
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- Neubewertung der DGE-Position zu veganer Ernährung. Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). 2024Behörde / amtliche StelleZur Quelle
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