Haarausfall
Das Wichtigste auf einen Blick
- Beim erblichen Haarausfall sind Minoxidil und, für Männer, Finasterid am besten belegtGut belegt
- Nach Stress, Fieber oder Krankheit wachsen die Haare meist nach einigen Monaten nachTeilweise belegt
- Präparate nur bei nachgewiesenem Mangel: ohne Mangel sind Biotin, Eisen und Co. nicht belegtTeilweise belegt
- Kahle Stellen oder gerötete, schuppige Kopfhaut: ärztlich ansehen lassenGut belegt
- Belastet dich der Haarausfall, sprich es in der Praxis an: Beratung und Gruppen unterstützenTeilweise belegt
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
50 bis 100 Haare am Tag zu verlieren, ist normal. Am häufigsten ist erblich bedingter Haarausfall, der Männer und Frauen trifft. Vorübergehend fallen Haare oft nach Krankheit, hohem Fieber, Stress, einer Schwangerschaft, starkem Gewichtsverlust oder bei Eisenmangel aus. Am besten belegt sind Minoxidil und für Männer Finasterid. Entstehen kahle Stellen oder ist die Kopfhaut entzündet, lass das ärztlich ansehen.
Der vorübergehende Haarausfall beginnt meist drei bis fünf Monate nach dem Auslöser und lässt nach, wenn der Auslöser vorbei ist. Beim erblichen Haarausfall zeigt sich eine Wirkung der Mittel frühestens nach Monaten, und sie hält nur, solange du sie anwendest.
Nahrungsergänzungsmittel bringen nach heutigem Wissen nur etwas, wenn wirklich ein Mangel besteht, etwa an Eisen oder Zink. Pflanzliche Mittel wie Rosmarinöl oder Kürbiskernöl sind nur in kleinen Studien geprüft.
- Gut belegt3 Aussagen
- Teilweise belegt6 Aussagen
- Erste Hinweise2 Aussagen
- Traditionell genutzt2 Aussagen
Sichtweisen im Vergleich
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Psychologie und Psychosomatik: wie Gefühle, Gedanken und Belastungen mitspielen und wie sie gedeutet werden.
Geist
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Wirkstoffe und Methoden
Häufige Fragen
Wie viele Haare am Tag zu verlieren, ist normal?
- Gut belegt
Nach dem britischen Gesundheitsdienst NHS sind 50 bis 100 Haare am Tag normal. Mehr Haare in Bürste oder Dusche können vorübergehend sein, etwa einige Monate nach einer Krankheit, hohem Fieber oder viel Stress. Lass es ärztlich ansehen, wenn du dir Sorgen machst, kahle Stellen entstehen oder die Kopfhaut gerötet ist, schuppt oder Pusteln hat.
Was hilft bei erblich bedingtem Haarausfall wirklich?
- Gut belegt
Am besten belegt sind Minoxidil zum Auftragen, für Männer und Frauen, und für Männer Finasterid als Tablette auf Rezept; beide empfiehlt die europäische S3-Leitlinie. Ob es anschlägt, zeigt sich nach etwa sechs Monaten, und die Wirkung hält nur, solange du es anwendest. Die Kosten trägt die Krankenkasse in der Regel nicht. Eine weitere Möglichkeit ist eine Haartransplantation. Kein Mittel wirkt bei allen.
Wachsen die Haare nach einem Haarausfall durch Stress wieder nach?
- Teilweise belegt
Meist ja. Nach einer starken Belastung wie Stress, einer schweren Krankheit, einer Operation oder einer Schwangerschaft fallen die Haare oft erst drei bis fünf Monate später vermehrt aus, gleichmäßig über den Kopf verteilt. Ist der Auslöser vorbei, lässt der Ausfall meist innerhalb von zwei bis sechs Monaten nach, und die Haare wachsen nach. Hält die Belastung an, kann er sich über lange Zeit hinziehen.
Bringt Biotin etwas bei Haarausfall?
- Teilweise belegt
Ohne Biotinmangel gibt es dafür keinen Beleg: Keine klinische Studie hat gezeigt, dass Biotin dann den Haarausfall bremst, und ein echter Mangel ist selten. Auch die europäische Leitlinie kann Nahrungsergänzungsmittel beim erblichen Haarausfall nicht empfehlen. Hinzu kommt ein Risiko: Biotin kann nach der US-Arzneimittelbehörde FDA Laborwerte verfälschen, etwa den Herzmuskelwert Troponin. Wenn du Biotin nimmst, sag das bei einer Blutabnahme.
Sollte ich bei Haarausfall meine Blutwerte prüfen lassen?
- Teilweise belegt
Nicht in jedem Fall. Ein Bluttest lohnt sich, wenn Vorgeschichte und Beschwerden auf eine Ursache hinweisen, etwa starke Regelblutungen, vegane Ernährung, Müdigkeit und Blässe oder Zeichen einer Schilddrüsenstörung. Dann werden zum Beispiel Eisenwerte, Blutbild und der Schilddrüsenwert TSH bestimmt. Ohne solche Hinweise ist eine Suche nach Nährstoffmängeln nach einer Übersichtsarbeit nicht nötig.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Plötzlich runde, kahle Stellen auf dem Kopf, oder die Haare fallen am ganzen Kopf oder Körper aus
Das kann kreisrunder Haarausfall sein, eine Erkrankung, bei der vermutlich das Immunsystem die Haarwurzeln angreift. Lass das in einer Haus- oder Hautarztpraxis ansehen; es gibt Behandlungen.
- Kahle Stellen mit geröteter, schuppiger Kopfhaut, Eiterpusteln, Krusten oder geschwollenen Lymphknoten, besonders bei Kindern
Das kann eine Pilzinfektion der Kopfhaut sein. Sie braucht eine Behandlung zum Einnehmen, Cremes allein reichen nicht. Lass auch Familienmitglieder ansehen, wenn nötig.
- Stellen, an denen die Kopfhaut glatt wirkt und keine Haaröffnungen mehr zu sehen sind
Das spricht für einen vernarbenden Haarausfall. Er gehört in eine Hautarztpraxis.
- Haarausfall zusammen mit Müdigkeit und Gewichtszunahme, oder mit Blässe und Erschöpfung schon bei kleiner Anstrengung
Dahinter kann eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein Eisenmangel stecken. Ein Bluttest bringt Klarheit.
- Bei Frauen: Haarausfall zusammen mit unregelmäßiger oder ausbleibender Periode, neuem Haarwuchs an Gesicht oder Körper oder starker Akne
Dahinter kann ein Zuviel an männlichen Hormonen stecken. Lass das in einer Haus-, Frauen- oder Hautarztpraxis abklären.
- Haarausfall, der einige Wochen bis Monate nach Beginn eines neuen Medikaments oder nach Absetzen der Pille anfängt
Manche Medikamente können Haarausfall auslösen. Hör nicht eigenmächtig mit einem Medikament auf, sondern besprich das mit deiner Praxis.
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Quellen
Alle 15 Quellen anzeigen
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Was die Evidenz-Labels bedeuten, erklären wir unter So ordnen wir ein.
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