Heuschnupfen
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kortison-Nasenspray wirkt laut Leitlinie am stärksten, braucht aber einige TageGut belegt
- Bei viel Pollenflug Fenster zu und vor dem Schlafen die Haare waschenErste Hinweise
- Nasenspülung mit Salzwasser kann lindern, ersetzt Medikamente aber meist nichtErste Hinweise
- Reichen Medikamente nicht, mit der Praxis über eine Hyposensibilisierung sprechenGut belegt
- Husten, pfeifenden Atem oder Kurzatmigkeit in der Pollenzeit ärztlich abklären lassenTeilweise belegt
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion von Nase und oft Augen auf Pollen: Niesen, laufende oder verstopfte Nase, juckende Augen, nur in der Pollenzeit. Am wirksamsten sind laut Leitlinie Kortison-Nasensprays, bei leichteren Beschwerden reichen oft Antihistaminika. Eine Hyposensibilisierung kann die Allergie auf Dauer abschwächen. Bei Atemnot oder pfeifendem Atem lass dich ärztlich untersuchen.
Etwa jeder vierte Mensch in Deutschland hat Heuschnupfen, meist beginnt er vor dem 20. Lebensjahr. Über die Jahre kann daraus ein allergisches Asthma werden. Pollen meiden, Nasenspülungen, Heilpflanzen und Akupunktur wirken begleitend und ersetzen keine ärztliche Behandlung. Welche Mittel zu dir passen, klärst du in Praxis oder Apotheke.
- Gut belegt2 Aussagen
- Teilweise belegt2 Aussagen
- Erste Hinweise5 Aussagen
- Traditionell genutzt1 Aussage
Sichtweisen im Vergleich
Häufige Fragen
Was hilft schnell gegen Heuschnupfen?
- Teilweise belegt
Am schnellsten wirken nach der ARIA-Leitlinie Antihistaminika als Nasenspray, schon nach Minuten: In Studien in Pollenkammern wirkten Azelastin und seine Kombination mit Kortison schneller als Antihistaminika-Tabletten oder Kortison-Nasenspray allein. Kortison-Nasensprays allein lindern die Beschwerden insgesamt am stärksten, brauchen aber einige Tage, bis sie voll wirken; in den ersten zwei Stunden zeigten sie in den Kammerstudien noch keine Wirkung. Jucken die Augen trotz Behandlung weiter, sieht die Leitlinie zusätzlich Mittel für die Augen vor. Welches Mittel zu dir passt, klärst du in Praxis oder Apotheke.
Quelle: Quelle 1
Lohnt sich eine Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen?
- Gut belegt
Sie kann sich lohnen, wenn Medikamente deine Beschwerden nicht ausreichend lindern; so beschreibt die ARIA-Leitlinie die Auswahl. Die Hyposensibilisierung setzt an der Allergie selbst an. In einem Cochrane-Review mit 51 Studien senkten Spritzen mit Pollenallergenen Beschwerden und Medikamentenbedarf gegenüber Placebo, ein weiterer mit 60 Studien fand das auch für Tropfen oder Tabletten unter der Zunge. Die Behandlung dauert mindestens drei bis fünf Jahre. Selten löst sie eine schwere allergische Reaktion aus, und bei unkontrolliertem Asthma kommt sie nicht in Frage. Ob sie für dich passt, entscheidet eine allergologisch erfahrene Praxis.
Kann aus Heuschnupfen Asthma werden?
- Teilweise belegt
Ja, bei manchen Menschen wird aus dem allergischen Schnupfen nach einigen Jahren ein allergisches Asthma, schreiben das IQWiG und gesund.bund.de. Anzeichen sind Husten, pfeifender Atem und Atemnot, vor allem in der Pollenzeit. Menschen mit Allergie und Asthma haben während des Pollenflugs auch häufiger Asthmaanfälle. Bemerkst du solche Beschwerden, lass sie ärztlich abklären. Auch für die Frage nach einer Hyposensibilisierung ist wichtig, ob ein Asthma vorliegt und wie gut es eingestellt ist.
Hilft Pestwurz bei Heuschnupfen?
- Erste Hinweise
Es gibt erste Hinweise: In einer Studie wirkte ein Pestwurz-Extrakt über zwei Wochen ähnlich wie Cetirizin, und eine Metaanalyse fand für einzelne Heilpflanzen gegenüber Placebo eine leichte Besserung, bei schwachen Belegen. Dagegen steht ein Sicherheitsrisiko: Pestwurz enthält Pyrrolizidinalkaloide, die die Leber schädigen können. Die neuseeländische Arzneimittelbehörde nennt Fälle von Leberschäden bis zum Leberversagen, auch bei gereinigten Extrakten. Wenn du Pestwurz in Betracht ziehst, sprich vorher mit deiner Praxis.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Atemnot, Schwellung von Lippen, Zunge oder Rachen, Heiserkeit, Quaddeln am ganzen Körper oder Kreislaufprobleme, etwa nach einer Spritze zur Hyposensibilisierung
Das kann eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) sein. Wähle sofort 112 und sag, dass es eine allergische Reaktion sein kann. Hast du ein Notfallset, benutze es wie besprochen.
Lass das sofort ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Hohes Fieber, Schwellungen um die Augen, starke Gesichtsschmerzen, Lichtempfindlichkeit oder ein steifer Nacken
Das kann eine Nasennebenhöhlenentzündung sein, die sich ausbreitet. Lass dich rasch ärztlich untersuchen, nachts über den Bereitschaftsdienst 116117.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Husten, pfeifender Atem oder Kurzatmigkeit in der Pollenzeit
Das können Zeichen eines allergischen Asthmas sein, das sich aus Heuschnupfen entwickeln kann. Lass das ärztlich abklären. Bei starker Atemnot wähle sofort 112.
- Beschwerden, die Schlaf, Arbeit oder Schule stark stören, obwohl du Mittel aus der Apotheke nimmst, oder Beschwerden das ganze Jahr über
Eine Allergietestung klärt, was dahintersteckt, etwa eine Hausstaubmilben-Allergie bei ganzjährigen Beschwerden, und ob eine Hyposensibilisierung in Frage kommt.
- Du brauchst abschwellendes Nasenspray über längere Zeit
Die Leitlinie rät von längerem Gebrauch ab. Besprich in Praxis oder Apotheke, welche Behandlung stattdessen passt.
Die Notfall- und Krisennummern stehen unten auf jeder Seite.
Wer dir helfen kann
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Quellen
Alle 13 Quellen anzeigen
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Was die Evidenz-Labels bedeuten, erklären wir unter So ordnen wir ein.
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