Husten

Das Wichtigste auf einen Blick
- Aufs Rauchen verzichten, denn wer raucht, ist bei Atemwegsinfekten länger krankGut belegt
- Honig probieren, er kann Husten etwas lindern, Säuglinge bekommen aber keinen HonigTeilweise belegt
- Bei Husten mit Auswurf können Efeu oder Thymian mit Efeu etwas Linderung bringenTeilweise belegt
- Bei hartnäckigem Reizhusten Bonbons lutschen, lauwarm trinken und Rauch oder trockene Luft meidenTeilweise belegt
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
Husten gehört meist zu einer Erkältung oder akuten Bronchitis und klingt von selbst ab, oft nach zwei bis drei Wochen, manchmal erst nach acht. Etwas Linderung brachten in Studien Honig und Pflanzenextrakte wie Efeu mit Thymian, Antibiotika nützen meist nicht. Bei starker Atemnot oder Brustschmerz wähle 112, Blut im Auswurf und Husten über acht Wochen gehören ärztlich abgeklärt.
Husten ist ein Schutzreflex, der die Atemwege frei hält. Die Medizin teilt ihn nach Dauer ein: akut bis drei Wochen, subakut bis acht Wochen, chronisch darüber. Ein chronischer Husten hat oft andere Ursachen, etwa Rauchen, Asthma, Reflux oder Blutdruckmittel aus der Gruppe der ACE-Hemmer, und wird gezielt untersucht.
Selbst tun kannst du einiges: aufs Rauchen verzichten, genug trinken, Reizstoffe meiden und Honig nutzen, bei Kindern erst ab einem Jahr. Darunter steht, was Medizin, Pflanzenheilkunde, Naturheilkunde und TCM sagen und wie gut das belegt ist.
- Gut belegt5 Aussagen
- Teilweise belegt4 Aussagen
- Erste Hinweise3 Aussagen
- Traditionell genutzt3 Aussagen
Sichtweisen im Vergleich
Häufige Fragen
Wie lange dauert Husten nach einer Erkältung?
- Gut belegt
Meist zwei bis drei Wochen. Der Husten ist bei einer Erkältung oft das Beschwerdebild, das am längsten bleibt, während das Allgemeinbefinden schon nach zwei bis fünf Tagen besser wird. Hält er länger als drei Wochen an, sprechen die Leitlinien von subakutem Husten; nach einem Infekt klingt er meist innerhalb von acht Wochen von selbst ab. Dauert er länger als acht Wochen, gilt er als chronisch und gehört ärztlich abgeklärt, mit Röntgenbild und Lungenfunktionstest.
Was hilft schnell gegen Husten?
- Teilweise belegt
Ein Mittel, das Husten sicher und sofort beendet, gibt es nicht, und ein akuter Husten klingt auch ohne Medikamente ab. Etwas Linderung zeigten in Studien Honig, für Kinder ab einem Jahr, und bei Husten mit Auswurf Präparate aus Efeu oder aus Thymian mit Efeu; der Effekt war messbar, aber klein. Der Hustenstiller Dextromethorphan senkte den Husten in den ersten drei Stunden um 12 bis 17 Prozent. Bei hartnäckigem trockenem Reizhusten können Lutschbonbons, lauwarme Getränke und Ablenkung den Reiz dämpfen.
Brauche ich bei Husten ein Antibiotikum?
- Gut belegt
Meist nicht. Akuter Husten wird in der Regel von Viren ausgelöst, und bei Viren richten Antibiotika nichts aus. Bei akuter Bronchitis bringen sie nach der hausärztlichen S3-Leitlinie nur eine geringe Erleichterung und eine kaum spürbare Verkürzung, dem stehen Nebenwirkungen und die Gefahr resistenter Keime gegenüber. Die Leitlinie empfiehlt deshalb mit dem stärksten Empfehlungsgrad, Erkältung und akute Bronchitis ohne Warnzeichen nicht mit Antibiotika zu behandeln. Bei schweren Vorerkrankungen, geschwächter Abwehr oder Verdacht auf eine Lungenentzündung entscheidet die Praxis im Einzelfall.
Hilft Honig bei Husten wirklich?
- Teilweise belegt
Wahrscheinlich ein wenig. In einem Cochrane-Review mit sechs Studien und 899 Kindern zwischen einem und 18 Jahren linderte Honig die Hustenhäufigkeit wahrscheinlich stärker als Placebo oder keine Behandlung und etwa so gut wie der Hustenstiller Dextromethorphan. Die meisten Kinder bekamen ihn nur für eine Nacht, und über drei Tage hinaus zeigte sich kein Vorteil mehr. Bei Atemwegsinfekten allgemein fand eine Metaanalyse ebenfalls eine leichte Besserung. Säuglinge unter einem Jahr bekommen keinen Honig, weil er Sporen des Botulismus-Erregers enthalten kann.
Wann sollte ich mit Husten zum Arzt?
- Gut belegt
Sofort, über den Notruf 112, bei starker Atemnot, bläulichen Lippen, ziehendem oder pfeifendem Einatmen, Schmerzen in der Brust oder Husten nach dem Einatmen von Rauch oder einer Verletzung des Brustkorbs. Noch am selben Tag bei Blut im Auswurf, hohem Fieber mit starkem Krankheitsgefühl oder Husten bei geschwächter Abwehr. In die Praxis gehört ein Husten auch, wenn er länger dauert als erwartet, wenn neue Beschwerden dazukommen oder wenn er länger als acht Wochen anhält, erst recht mit Heiserkeit, Gewichtsverlust, Nachtschweiß oder Schluckbeschwerden. Heftige Hustenanfälle mit ziehendem Einatmen oder Erbrechen danach können Keuchhusten sein, der für Säuglinge gefährlich ist.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Starke Atemnot, sehr schnelles Atmen, bläuliche Lippen, schaumiger Auswurf oder ein pfeifendes oder ziehendes Geräusch beim Einatmen
Dahinter können eine Verlegung der Atemwege, ein schwerer Asthmaanfall, eine Lungenembolie, Wasser in der Lunge oder eine schwere Lungenentzündung stecken. Wähle sofort 112.
- Husten mit Schmerzen in der Brust, plötzlicher Luftnot oder Herzrasen
Das kann eine Lungenembolie oder ein Zusammenfallen der Lunge (Pneumothorax) sein. Wähle 112.
- Husten, der nach einem Verschlucken plötzlich einsetzt und nicht nachlässt oder mit Atemnot oder einem Geräusch beim Einatmen einhergeht, besonders bei kleinen Kindern und älteren Menschen
Dann kann ein Fremdkörper in die Atemwege geraten sein. Er gehört ins Krankenhaus, wo er gesucht und entfernt wird. Wähle 112.
- Husten nach einer Verletzung des Brustkorbs oder nach dem Einatmen von Rauch, Brandgasen oder reizenden Dämpfen
Dahinter können Rippenbrüche, eine verletzte Lunge, eine Vergiftung oder eine Schwellung der Atemwege stecken. Wähle 112.
Lass das sofort ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Blut im Auswurf
Dahinter können eine Lungenentzündung, eine Lungenembolie, Tuberkulose oder ein Tumor stecken. Lass es noch am selben Tag ärztlich abklären; kommt Atemnot dazu, wähle 112.
- Hohes Fieber und starkes Krankheitsgefühl zum Husten
Das kann eine Lungenentzündung sein. Lass dich noch am selben Tag untersuchen; bei Atemnot oder Verwirrtheit wähle 112.
- Husten mit Infekt bei geschwächter Abwehr, etwa unter Chemotherapie, Kortison in Tablettenform, nach einer Transplantation oder bei insulinpflichtigem Diabetes, und bei gebrechlichen älteren Menschen
Schwere Infektionen können dann auch ohne Fieber und ohne typische Zeichen verlaufen. Melde dich noch am selben Tag in der Praxis.
- Heftige Hustenanfälle, nach denen das Einatmen ziehend oder keuchend klingt oder die mit Würgen und Erbrechen enden, bei Säuglingen auch Atemaussetzer
Das passt zu Keuchhusten, der für Säuglinge gefährlich ist. Setzt bei einem Säugling die Atmung aus, wähle 112.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Husten, der länger als acht Wochen anhält, oder länger bestehender Husten mit Heiserkeit, ungewolltem Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Fieber oder Schluckbeschwerden
Ein chronischer Husten wird mit Röntgenbild und Lungenfunktionstest abgeklärt. Gewichtsverlust, Nachtschweiß und anhaltende Heiserkeit können auf Tuberkulose oder einen Tumor hinweisen.
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Quellen
Alle 23 Quellen anzeigen
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- S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten (AWMF-Register 020-003), Version 4.1. Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), 2025LeitlinieZur Quelle
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