Hausstauballergie
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kortison-Nasenspray gilt laut Leitlinie als stärkstes Mittel, braucht aber einige TageGut belegt
- Reichen Medikamente nicht, mit der Praxis über eine Hyposensibilisierung sprechenGut belegt
- Milbendichte Bezüge allein bessern die Beschwerden kaum, eher ein Bündel an MaßnahmenErste HinweiseStudien sprechen dagegen
- Nasenspülung mit Salzwasser kann lindern, ersetzt Medikamente aber meist nichtErste Hinweise
- Husten, pfeifenden Atem oder Atemnot ärztlich abklären lassen, es kann Asthma seinTeilweise belegt
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
Bei einer Hausstauballergie reagiert das Immunsystem auf Stoffe im Kot von Hausstaubmilben: Niesen, verstopfte Nase, juckende Augen, das ganze Jahr, oft nachts und morgens am stärksten. Am besten belegt sind Kortison-Nasensprays, Antihistaminika und die Hyposensibilisierung. Bei Husten, pfeifendem Atem oder Atemnot lass dich ärztlich untersuchen.
Milben leben vor allem in Matratzen, Bettzeug, Teppichen und Polstern. Maßnahmen im Haushalt senken die Milbenmenge, in Studien aber kaum die Beschwerden, wenn sie allein stehen. Nasenspülungen und Hausmittel wirken begleitend und ersetzen keine ärztliche Behandlung. Welche Mittel zu dir passen, klärst du in Praxis oder Apotheke.
- Gut belegt4 Aussagen
- Teilweise belegt2 Aussagen
- Erste Hinweise3 Aussagen
- Studien sprechen dagegen2 Aussagen
Sichtweisen im Vergleich
Wirkstoffe und Methoden
Häufige Fragen
Was hilft bei Hausstauballergie am besten?
- Gut belegt
Am besten belegt sind nach der ARIA-Leitlinie Kortison-Nasensprays: Sie lindern die Beschwerden des allergischen Schnupfens am stärksten, brauchen aber einige Tage bis zur vollen Wirkung. Antihistaminika als Tablette oder Nasenspray wirken schwächer, reichen bei leichten bis mittleren Beschwerden aber oft aus. Wer trotz Medikamenten viele Beschwerden hat, kann mit der Praxis über eine Hyposensibilisierung sprechen. Salz-Nasenspülungen können zusätzlich lindern. Welches Mittel zu dir passt, klärst du in Praxis oder Apotheke.
Bringen milbendichte Bettbezüge (Encasings) etwas?
- Erste Hinweise
- Studien sprechen dagegen
Allein wohl wenig. Die Bezüge senken die Milbenallergene in der Matratze, das zeigen mehrere Studien. In einer großen Studie mit 279 Menschen mit Milbenschnupfen besserten sich die Beschwerden über ein Jahr aber nicht stärker als mit normalen Bezügen, und bei 1122 Erwachsenen mit Asthma blieben Lungenfunktion und Medikamentenbedarf gleich. Ein Cochrane-Review sieht etwas mehr Hoffnung bei Mitteln gegen Milben und bei einem Bündel von Maßnahmen im Schlafzimmer, die Studien dazu sind aber klein. Das IQWiG nennt die Bezüge als Teil eines Bündels von Maßnahmen.
Lohnt sich eine Hyposensibilisierung bei Milbenallergie?
- Gut belegt
Sie kann sich lohnen, wenn Medikamente deine Beschwerden nicht ausreichend lindern; so beschreibt die ARIA-Leitlinie die Auswahl. Eine Metaanalyse von acht Studien fand mit Milbentabletten unter der Zunge weniger Beschwerden und Medikamentenbedarf als mit Placebo, eine Netzwerk-Metaanalyse von 26 Studien sah das für Spritzen, Tropfen und Tabletten; die Spritzen schnitten im indirekten Vergleich am besten ab. Die Behandlung dauert mindestens drei bis fünf Jahre. Selten löst sie eine schwere allergische Reaktion aus. Ob sie für dich passt, entscheidet eine allergologisch erfahrene Praxis.
Warum sind die Beschwerden morgens am schlimmsten?
- Teilweise belegt
Weil die meisten Milben im Bett leben. Nach dem IQWiG sitzen sie vor allem in Matratzen, Kissen und Bettzeug, und die allergieauslösenden Stoffe in ihrem Kot werden etwa beim Aufschütteln der Bettdecke aufgewirbelt. Deshalb sind Niesen und verstopfte Nase nachts und morgens oft am stärksten, und die Beschwerden halten anders als beim Heuschnupfen das ganze Jahr an. Wärme und feuchte Luft mögen Milben, darum rät das IQWiG zu einem kühlen, gut gelüfteten Schlafzimmer.
Quelle: Quelle 1
Kann aus einer Hausstauballergie Asthma werden?
- Teilweise belegt
Ja, das ist möglich. Nach dem IQWiG kann sich eine Hausstauballergie im Lauf der Zeit von den oberen auf die unteren Atemwege ausweiten, also zu einem allergischen Asthma werden. Anzeichen sind Husten, pfeifender Atem, Engegefühl in der Brust und Atemnot, oft nachts. Bemerkst du solche Beschwerden, lass sie ärztlich abklären. Auch für eine Hyposensibilisierung ist wichtig, ob ein Asthma vorliegt und wie gut es eingestellt ist.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Atemnot, Schwellung von Lippen, Zunge oder Rachen, Heiserkeit, Quaddeln am ganzen Körper oder Kreislaufprobleme, etwa nach einer Spritze oder Tablette zur Hyposensibilisierung oder nach Meeresfrüchten
Das kann eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) sein. Wähle sofort 112 und sag, dass es eine allergische Reaktion sein kann. Hast du ein Notfallset, benutze es wie besprochen.
- Starke Atemnot, du kannst kaum sprechen, die Lippen werden bläulich, oder das Notfallspray hilft nicht
Das kann ein schwerer Asthmaanfall sein. Wähle sofort 112.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Husten, pfeifender Atem, Engegefühl in der Brust oder Kurzatmigkeit, oft nachts oder morgens
Aus einer Hausstauballergie kann ein allergisches Asthma werden. Lass das ärztlich abklären.
- Das ganze Jahr verstopfte oder laufende Nase, die Schlaf oder Alltag stört, obwohl du Mittel aus der Apotheke nimmst
Ein Allergietest klärt, ob Milben dahinterstecken, und ob eine Hyposensibilisierung für dich in Frage kommt.
- Du brauchst abschwellendes Nasenspray über längere Zeit
Die Leitlinie rät von längerem Gebrauch ab. Besprich in Praxis oder Apotheke, welche Behandlung stattdessen passt.
Die Notfall- und Krisennummern stehen unten auf jeder Seite.
Wer dir helfen kann
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Quellen
Alle 14 Quellen anzeigen
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