Allergien
Das Wichtigste auf einen Blick
- Bei Atemnot, Schwellung im Gesicht oder Kreislaufproblemen sofort die 112 wählenGut belegt
- Den Auslöser in einer allergologisch erfahrenen Praxis testen lassenGut belegt
- Bei Pollen, Milben oder Insektengift nach einer Hyposensibilisierung fragenGut belegt
- Notfallset immer dabeihaben und den Autoinjektor mit einem Trainingsstift übenTeilweise belegtErste Hinweise
- Verdacht auf Nahrungsmittelallergie vor einer Diät ärztlich abklären lassenGut belegtTeilweise belegt
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem übermäßig auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Lebensmittel, Insektengift oder Medikamente. Am meisten bringen: den Auslöser kennen und meiden, Medikamente wie Antihistaminika oder Kortison und bei Pollen, Milben oder Insektengift eine Hyposensibilisierung. Bei Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Kreislaufproblemen wähle sofort 112.
Etwa jeder dritte Mensch in Deutschland bekommt im Lauf des Lebens eine allergische Erkrankung festgestellt. Zu den häufigsten gehören Heuschnupfen, allergisches Asthma, Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien. Welcher Auslöser dahintersteckt, klärt eine allergologisch erfahrene Praxis mit Gespräch und Tests.
Die Wege auf dieser Seite wirken begleitend und ersetzen keine ärztliche Behandlung. Wer schon einmal eine schwere allergische Reaktion hatte, trägt am besten ein Notfallset bei sich und übt den Umgang damit.
- Gut belegt6 Aussagen
- Teilweise belegt5 Aussagen
- Erste Hinweise4 Aussagen
- Traditionell genutzt1 Aussage
Sichtweisen im Vergleich
Wirkstoffe und Methoden
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, worauf ich allergisch bin?
- Gut belegt
Allergietests machen Fachärztinnen und -ärzte mit Schwerpunkt Allergologie, meist in Haut-, HNO-, Lungen- oder Kinderarztpraxen. Am Anfang steht ein Gespräch über Beschwerden, Lebensumstände und Vorgeschichte. Beim Prick-Test werden Allergene auf den Unterarm getropft und die Haut leicht eingeritzt, beim Pflastertest für verzögerte Reaktionen ein bis zwei Tage auf den Rücken geklebt. Ein Bluttest sucht nach Antikörpern, wenn ein Hauttest riskant oder unklar ist. Bleibt es unklar, folgt ein Provokationstest unter ärztlicher Aufsicht.
Was ist ein allergischer Schock und was muss ich tun?
- Gut belegt
Ein allergischer Schock, die Anaphylaxie, ist die schwerste allergische Sofortreaktion und immer ein Notfall. Typisch sind Juckreiz, Quaddeln und Schwellungen, Atemnot, Übelkeit oder Erbrechen und ein Abfall des Blutdrucks bis zur Bewusstlosigkeit, oft binnen Minuten. Wähle sofort 112. Ist ein Adrenalin-Autoinjektor da, wird er sofort in die Außenseite des Oberschenkels gesetzt. Bei Kreislaufproblemen hinlegen und die Beine leicht hoch, bei Atemnot den Oberkörper aufrecht, bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage. Nach einer schweren Reaktion empfiehlt die Leitlinie 24 Stunden Beobachtung im Krankenhaus.
Ist das eine Allergie oder eine Unverträglichkeit?
- Gut belegt
Bei einer Allergie ist das Immunsystem beteiligt, bei einer Unverträglichkeit nicht. Laktoseintoleranz und Zöliakie zum Beispiel sind keine Allergien, auch wenn die Beschwerden ähnlich sein können, und manche Zusatzstoffe wie Glutamat lösen allergieähnliche Beschwerden aus. Weil sich die Bilder so ähneln, raten das IQWiG und gesund.bund.de zu einer gründlichen ärztlichen Abklärung. Bei Lebensmitteln reichen Haut- und Bluttests allein oft nicht; dann klärt ein Provokationstest unter Aufsicht, ob wirklich eine Allergie vorliegt.
Kann man Allergien bei Kindern vorbeugen?
- Teilweise belegt
Ganz verhindern lassen sich Allergien oft nicht. Die S3-Leitlinie Allergieprävention empfiehlt, wenn möglich, vier bis sechs Monate ausschließlich zu stillen, eine rauchfreie Umgebung, die Impfungen nach STIKO und gut durcherhitztes Hühnerei mit der Beikost. Nach dem IQWiG bekommen gestillte Kinder etwas seltener allergisches Asthma, beim Heuschnupfen zeigt sich kaum ein Unterschied. Familien mit erhöhtem Allergierisiko sollen keine neue Katze anschaffen, gegen einen Hund spricht nichts. Bei Säuglingen mit Neurodermitis kann in Familien, die Erdnuss essen, die regelmäßige Gabe altersgerechter Erdnussprodukte erwogen werden, aber erst, nachdem ärztlich eine Erdnussallergie ausgeschlossen wurde.
Wächst sich eine Allergie wieder aus?
- Teilweise belegt
Manchmal. Bei Kindern verschwinden Allergien gegen Kuhmilch, Weizen oder Soja oft nach einigen Jahren, weil der Körper lernt, sie zu vertragen. Allergien gegen Nüsse bleiben häufig, und solche, die erst im Erwachsenenalter beginnen, etwa gegen Fisch oder Meeresfrüchte, meist auch. Allergien können sich außerdem ausweiten: Aus Heuschnupfen wird bei manchen ein allergisches Asthma, und etwa die Hälfte der Kinder mit einer Nahrungsmittelallergie bekommt später Asthma oder Heuschnupfen. Ob eine Allergie noch besteht, sollte eine Praxis prüfen, nicht ein Selbstversuch.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Atemnot, pfeifender Atem, Heiserkeit, Schwellung von Zunge, Lippen oder Rachen, Schwindel oder Kreislaufschwäche nach einem Insektenstich, einem Lebensmittel oder einem Medikament
Das kann eine Anaphylaxie sein, die schwerste allergische Sofortreaktion. Hast du einen Adrenalin-Autoinjektor, setze ihn sofort in die Außenseite des Oberschenkels, und wähle sofort 112; seid ihr zu zweit, macht beides gleichzeitig. Bei Kreislaufproblemen leg dich hin und die Beine leicht hoch, bei Atemnot halte den Oberkörper aufrecht, bei Bewusstlosigkeit gehört der Mensch in die stabile Seitenlage.
- Quaddeln oder Juckreiz am ganzen Körper zusammen mit Übelkeit, Erbrechen oder Bauchkrämpfen, bei Kindern auch plötzliche Unruhe oder Teilnahmslosigkeit
Sind zwei Bereiche des Körpers betroffen, gilt die Reaktion als schwer und kann sich innerhalb von Minuten verschlimmern. Wähle 112 und benutze ein vorhandenes Notfallset so, wie du es gelernt hast.
Lass das sofort ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Nach einer schweren allergischen Reaktion geht es dir wieder besser
Die Beschwerden können nach sechs bis acht Stunden zurückkommen. Die Leitlinie empfiehlt nach einer schweren Reaktion deshalb eine Beobachtung im Krankenhaus über 24 Stunden.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Eine Reaktion auf einen Bienen- oder Wespenstich, die über die Schwellung an der Stichstelle hinausging, oder eine allergische Reaktion auf ein Lebensmittel oder Medikament
Lass in einer allergologischen Praxis klären, was der Auslöser war. Dort wird besprochen, ob du ein Notfallset brauchst und ob bei Insektengift eine Hyposensibilisierung in Frage kommt.
- Husten, pfeifender Atem oder Kurzatmigkeit bei Kontakt mit Pollen, Tieren oder Staub
Aus einer Allergie der Nase kann über die Jahre ein allergisches Asthma werden. Lass das ärztlich abklären. Bei starker Atemnot wähle sofort 112.
Die Notfall- und Krisennummern stehen unten auf jeder Seite.
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Quellen
Alle 18 Quellen anzeigen
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- Gebrauchsinformation eines in Deutschland zugelassenen Cetirizin-Präparats (Filmtabletten mit 10 mg Cetirizindihydrochlorid), Stand Juli 2023. Zentiva Pharma GmbH, veröffentlicht im PatientenInfo-Service der Rote Liste Service GmbH, 2023SonstigesZur Quelle
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