Arzneistoff
Prednisolon
Auch bekannt als: Cortison, Kortison, Glucocorticoid, Glukokortikoid, Kortikosteroid
Kurz erklärt
Prednisolon ist ein Glucocorticoid, ein künstlich hergestelltes Nebennierenrindenhormon, das im Alltag oft einfach „Cortison“ genannt wird. Nach der Packungsbeilage wirkt es auf den Stoffwechsel, den Salzhaushalt und die Funktion vieler Gewebe und unterdrückt die körpereigene Abwehr. Als Tablette ist es zugelassen für Erkrankungen, die eine Behandlung mit Glucocorticoiden im ganzen Körper nötig machen: zum Ersatz bei fehlender Funktion der Nebennierenrinde, bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, bei Asthma und anderen Lungenkrankheiten, bei schweren Allergien und Hauterkrankungen, die mit Cremes nicht ausreichend zu behandeln sind, und bei bestimmten Blut-, Darm-, Leber-, Nieren-, Augen- und Nervenkrankheiten.
Prednisolon gibt es nur auf ärztliche Verschreibung. Ob du es nimmst, in welcher Menge, wie lange und wie es wieder abgebaut wird, entscheidet die behandelnde Praxis. Nach der Packungsbeilage darfst du es nie eigenmächtig absetzen: Nach längerer Einnahme bildet der Körper selbst weniger eigene Glucocorticoide, und eine starke körperliche Belastung kann dann lebensgefährlich werden.
Die Nebenwirkungen hängen nach der Beilage stark von Menge und Dauer ab. Bei längerer Einnahme in höheren Mengen gehören dazu unter anderem Infektionen, erhöhter Blutzucker, Knochenschwund, Augenerkrankungen und seelische Veränderungen; deshalb sind regelmäßige ärztliche Kontrollen nötig.
Prednisolon ist ein Arzneistoff und als Tablette nur als zugelassenes, verschreibungspflichtiges Arzneimittel erhältlich, nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel. Ob es genommen wird, in welcher Menge, wie lange und wie es beendet wird, entscheidet die behandelnde Praxis.
Wofür
Asthma
- Teilweise belegt
Prednisolon ist nach der Packungsbeilage bei Asthma zugelassen, zusammen mit Mitteln, die die Bronchien weiten. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma empfiehlt Kortison als Tablette oder über die Vene beim Asthmaanfall jeden Schweregrads, wenn nötig schon in der ersten Behandlung, und bevorzugt die Tablette. In einer Cochrane-Auswertung, die sie zitiert, mussten nach früher Gabe in der Notaufnahme weniger Menschen ins Krankenhaus, vor allem bei schweren Anfällen. Verordnet und dosiert wird es von der Praxis, oft nach dem schriftlichen Aktionsplan.
Was dagegen spricht
Die Leitlinie nennt die Studienergebnisse teilweise uneindeutig; bei leichten Anfällen und bei Erwachsenen allein fand die Auswertung keinen gesicherten Unterschied. Als Dauerbehandlung soll Kortison in Tablettenform bei Erwachsenen wegen schwerer Nebenwirkungen nach der Leitlinie nicht empfohlen werden, außer wenn alle anderen Mittel nicht reichen. Basis der Langzeitbehandlung ist inhalatives Kortison.
Rheumatoide Arthritis
- Teilweise belegt
Prednisolon ist nach der Packungsbeilage bei der rheumatischen Gelenkentzündung mit schwerem, fortschreitendem Verlauf zugelassen. Nach gesundheitsinformation.de lindern Kortisonpräparate wie Prednisolon Schmerzen und Gelenkschwellungen schneller und stärker als nicht steroidale Antirheumatika. Sie überbrücken die Zeit, bis die krankheitsmodifizierenden Mittel wirken, und werden bei Schüben eingesetzt. Ob und wie lange, entscheidet die rheumatologische oder hausärztliche Praxis.
Was dagegen spricht
Fachleute raten nach gesundheitsinformation.de, Kortison höchstens 3 bis 6 Monate zu nehmen, auch weil die Wirkung mit der Zeit nachlassen kann. Auf Dauer kann es ernste Nebenwirkungen haben, etwa mehr Infektionen. Gelenkschäden beugen die krankheitsmodifizierenden Mittel vor, nicht das Kortison. Wird es zu schnell abgesetzt, können die Beschwerden zunehmen; die Praxis verringert die Menge deshalb langsam.
Anwendung
Formen und Einnahme
- Tabletten mit Prednisolon in verschiedenen Stärken, auf RezeptWerden ärztlich verschrieben. Die zitierte Tablette mit 5 mg hat eine Bruchkerbe, eine halbe Tablette enthält 2,5 mg. Sie enthält Milchzucker (Lactose): Weißt du von einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern, sprichst du nach der Beilage vorher mit der Praxis. Welche Stärke passt, entscheidet die Praxis.
Nach der Packungsbeilage nimmst du die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit während oder direkt nach einer Mahlzeit ein, genau so, wie es mit der Praxis abgesprochen ist. Meist wird die ganze Tagesmenge frühmorgens zwischen 6 und 8 Uhr genommen; höhere Mengen kann die Praxis auf mehrere Gaben am Tag verteilen. Ob eine Einnahme nur jeden zweiten Tag infrage kommt, prüft die Praxis.
Hast du eine Einnahme vergessen, kannst du sie nach der Beilage im Laufe des Tages nachholen und am nächsten Tag wie verordnet weitermachen, ohne die doppelte Menge zu nehmen. Hast du sie mehrmals vergessen, kann die behandelte Krankheit wieder aufflammen; dann meldest du dich bei der Praxis.
Nach der gewünschten Wirkung baut die Praxis die Menge meist schrittweise ab, zunächst in etwas größeren, unterhalb von etwa 30 mg am Tag in kleineren Schritten. Nur wenn hohe Mengen bloß wenige Tage gegeben wurden, kann die Praxis sie nach der Beilage je nach Krankheit und Ansprechen auch ohne Ausschleichen beenden. Den Plan dafür legt die Praxis fest, und du hältst ihn genau ein.
Bei einer Langzeitbehandlung stellt dir die Praxis nach der Beilage einen Corticoid-Ausweis aus, den du immer bei dir trägst. Kommen Fieber, ein Unfall, eine Operation oder eine Geburt dazu, sagst du der Praxis oder dem Notarzt sofort, dass du Prednisolon nimmst; dann kann vorübergehend mehr nötig sein.
Dosis-Übersicht
| Grundlage | Menge | Einordnung |
|---|---|---|
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 5–7,5 mg pro Tag | Erwachsene (nach Abschluss des Wachstums) zum Hormonersatz bei fehlender Funktion der Nebennierenrinde, auf ärztliche Verordnung · Nach der Packungsbeilage verteilt auf zwei Gaben, morgens und mittags, beim adrenogenitalen Syndrom morgens und abends; erforderlichenfalls zusätzlich mit einem weiteren Hormon (Fludrocortison). Mittel der ersten Wahl für den Ersatz sind nach der Beilage Hydrocortison und Cortison. Bei Fieber, Unfall, Operation oder Entbindung erhöht die Praxis die Menge vorübergehend. Über Menge und Anpassung entscheidet die behandelnde Praxis. Quelle: Quelle 1 |
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 1,5–10 mg pro Tag | Erwachsene, sehr niedrige Dosierung (Schema d der Beilage), auf ärztliche Verordnung · Nach der Dosierungstabelle der Packungsbeilage beträgt die sehr niedrige Dosierung 1,5 bis 7,5 mg am Tag, in Klammern bis 10 mg. Die Beilage nennt sie etwa, um bei bestimmten Gefäßentzündungen eine erreichte Besserung zu erhalten, und für die langfristige Behandlung bestimmter Nierenerkrankungen. Welches Schema für welche Krankheit gilt, steht in der Beilage; über Menge und Dauer entscheidet die behandelnde Praxis. Quelle: Quelle 1 |
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 10–40 mg pro Tag | Erwachsene, niedrige Dosierung (Schema c der Beilage), auf ärztliche Verordnung · Nach der Dosierungstabelle der Packungsbeilage beträgt die niedrige Dosierung 10 bis 40 mg am Tag, das entspricht 0,25 bis 0,5 mg je Kilogramm Körpergewicht. Die Beilage nennt sie etwa bei Polymyalgia rheumatica, bei schweren Formen von Heuschnupfen nach erfolglosem kortisonhaltigem Nasenspray und als unteres Ende der Spanne bei Asthma. Über Menge und Dauer entscheidet die behandelnde Praxis. Quelle: Quelle 1 |
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 40–80 mg pro Tag | Erwachsene, mittlere Dosierung (Schema b der Beilage), auf ärztliche Verordnung · Nach der Dosierungstabelle der Packungsbeilage beträgt die mittlere Dosierung 40 bis 80 mg am Tag, das entspricht 0,5 bis 1,0 mg je Kilogramm Körpergewicht, und kann auf zwei bis drei Gaben verteilt werden. Die Beilage nennt sie etwa bei einer akuten Verschlechterung einer chronischen, einengenden Atemwegserkrankung, dort mit einer empfohlenen Dauer von bis zu 10 Tagen. Über Menge und Dauer entscheidet die behandelnde Praxis. Quelle: Quelle 1 |
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 80–250 mg pro Tag | Erwachsene, hohe Dosierung (Schema a der Beilage), auf ärztliche Verordnung · Nach der Dosierungstabelle der Packungsbeilage beträgt die hohe Dosierung 80 bis 100 mg am Tag, in Klammern bis 250 mg, das entspricht 1,0 bis 3,0 mg je Kilogramm Körpergewicht, und kann auf zwei bis vier Gaben verteilt werden. Sie ist für schwere, akute Verläufe gedacht, etwa schnell zerstörende Formen der rheumatischen Gelenkentzündung. Für Kinder gibt die Beilage eigene Mengen nach Körpergewicht an, möglichst niedrig. Über Menge und Dauer entscheidet die behandelnde Praxis. Quelle: Quelle 1 |
Keine persönliche Dosisempfehlung. Sprich vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Apotheke, besonders wenn du Medikamente nimmst.
Risiken
Nebenwirkungen
Bei der Hormonersatzbehandlung ist das Risiko für Nebenwirkungen nach der Packungsbeilage gering, wenn die empfohlenen Mengen eingehalten werden. Bei höheren Mengen hängen die Nebenwirkungen stark von Menge und Dauer ab; ihre Häufigkeit nennt die Beilage deshalb nicht.
Dazu gehören nach der Beilage unter anderem: Infektionen, die verschleiert werden, neu auftreten oder sich verschlimmern; ein Cushing-Syndrom mit Vollmondgesicht, Fettansatz am Rumpf und Gesichtsröte; Gewichtszunahme, mehr Appetit, erhöhter Blutzucker bis zur Zuckerkrankheit, höhere Blutfette, Wassereinlagerungen und Kaliummangel; Depressionen, Gereiztheit, gehobene Stimmung, Schlafstörungen, Angst, Psychosen und Selbstmordgedanken; grauer und grüner Star, verschwommenes Sehen und eine Netzhauterkrankung; höherer Blutdruck, ein höheres Risiko für Arteriosklerose und Thrombosen, langsamer Herzschlag; Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung; dünne Haut, Dehnungsstreifen, blaue Flecken, Akne und verzögerte Wundheilung; Muskelschwäche, Knochenschwund, der dosisabhängig auch bei kurzer Einnahme möglich ist, Knochennekrosen, Sehnenentzündungen und Sehnenrisse; Wachstumshemmung bei Kindern; Störungen der Sexualhormone. Schwere allergische Reaktionen sind möglich.
Bei Magen-Darm-Beschwerden, Schmerzen im Rücken, in Schulter oder Hüfte, seelischen Verstimmungen oder auffälligen Blutzuckerschwankungen bei Diabetes informierst du nach der Beilage sofort die Praxis. Bei verschwommenem Sehen wendest du dich an die Praxis. Kopfschmerzen, Schweißausbruch, Herzklopfen und hoher Blutdruck können nach der Beilage Zeichen einer seltenen, lebensgefährlichen Krise bei einem Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom) sein; dann sprichst du unverzüglich mit der Praxis. Die Behandlung brichst du nach der Beilage auf keinen Fall selbst ab.
Wechselwirkungen
- Mittel, die die Wirkung verstärken können: Ritonavir und Cobicistat (gegen HIV), Ketoconazol und Itraconazol (gegen Pilze)Mittel
Nach der Packungsbeilage können sie die Wirkung von Prednisolon verstärken, Ketoconazol und Itraconazol, weil sie den Abbau in der Leber verlangsamen; die Praxis überwacht dich dann möglicherweise genauer.
Quelle: Quelle 1
- Mittel, die den Abbau von Prednisolon beschleunigen: Barbiturate, Phenytoin, Carbamazepin, Primidon, Rifampicin und EphedrinMittel
Nach der Packungsbeilage können sie die Wirkung von Prednisolon abschwächen.
Quelle: Quelle 1
- Salicylate wie Acetylsalicylsäure, Indometacin und andere nicht steroidale EntzündungshemmerSchwer
Nach der Packungsbeilage steigt zusammen mit Prednisolon die Gefahr von Magengeschwüren und Magen-Darm-Blutungen.
Quelle: Quelle 1
- Fluorchinolone (eine Gruppe von Antibiotika)Schwer
Nach der Packungsbeilage ist das Risiko für Sehnenbeschwerden, Sehnenentzündungen und Sehnenrisse erhöht, wenn beide zusammen gegeben werden.
Quelle: Quelle 1
- Ciclosporin und andere Mittel, die die Abwehr unterdrückenSchwer
Nach der Packungsbeilage kann die Infektanfälligkeit steigen, und noch nicht ausgebrochene Infektionen können sich verschlimmern. Prednisolon kann außerdem den Ciclosporinspiegel im Blut erhöhen und damit die Gefahr von Krampfanfällen.
Quelle: Quelle 1
- Herzglykoside, harntreibende Mittel (Saluretika) und AbführmittelMittel
Nach der Packungsbeilage verstärkt Prednisolon den Kaliumverlust durch harntreibende Mittel und Abführmittel; durch Kaliummangel kann die Wirkung von Herzglykosiden zunehmen.
Quelle: Quelle 1
- Insulin und blutzuckersenkende TablettenMittel
Nach der Packungsbeilage kann Prednisolon ihre blutzuckersenkende Wirkung vermindern. Bei Diabetes wird der Stoffwechsel regelmäßig kontrolliert, und ein höherer Bedarf an diesen Mitteln wird berücksichtigt.
Quelle: Quelle 1
- Gerinnungshemmer zum Einnehmen (Cumarinderivate)Mittel
Nach der Packungsbeilage kann Prednisolon ihre Wirkung abschwächen oder verstärken; ob die Menge des Gerinnungshemmers angepasst wird, entscheidet die Praxis.
Quelle: Quelle 1
- Chloroquin, Hydroxychloroquin und MefloquinMittel
Nach der Packungsbeilage kann zusammen mit Prednisolon das Risiko für Erkrankungen der Muskeln oder des Herzmuskels steigen.
Quelle: Quelle 1
- ACE-Hemmer (bestimmte Blutdrucksenker)Mittel
Nach der Packungsbeilage ist das Risiko für Veränderungen des Blutbilds erhöht.
Quelle: Quelle 1
- Weitere: weibliche Geschlechtshormone wie die Pille, Atropin und andere Anticholinergika, bestimmte Muskelrelaxanzien, Praziquantel und SomatropinGering
Nach der Packungsbeilage kann die Pille die Wirkung von Prednisolon verstärken. Prednisolon kann die augendrucksteigernde Wirkung von Anticholinergika verstärken, die Wirkung bestimmter Muskelrelaxanzien verlängern und die Wirkung von Praziquantel und Somatropin vermindern. Hautreaktionen bei Allergietests können unterdrückt sein.
Quelle: Quelle 1
- Magensäurebindende Mittel (Antazida) mit Magnesium- oder AluminiumhydroxidGering
Nach der Packungsbeilage kann weniger Prednisolon aufgenommen werden; deshalb nimmst du beide mit 2 Stunden Abstand.
Quelle: Quelle 1
Wer es nicht nehmen sollte
Nach der Packungsbeilage darf Prednisolon nicht genommen werden bei einer Allergie gegen Prednisolon oder einen Bestandteil der Tablette. Bei kurzer Einnahme in akut lebensbedrohlichen Lagen gibt es sonst keine Gegenanzeigen.
Vorher besprochen werden nach der Beilage vor allem Infektionen (etwa Hepatitis B, Windpocken, Gürtelrose, Herpes, Tuberkulose, Pilz- oder Wurminfektionen), eine Impfung mit Lebendimpfstoff etwa 8 Wochen davor bis 2 Wochen danach, Magen-Darm-Geschwüre, eine schwere Darmentzündung oder Divertikulitis, schwer einstellbarer Bluthochdruck oder Diabetes, Osteoporose, seelische Erkrankungen auch in der Vorgeschichte, grüner Star, Verletzungen der Hornhaut, schwere Herzschwäche, Myasthenie, Sklerodermie und ein bekannter oder vermuteter Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom). Hattest du noch keine Masern oder Windpocken und kommst während der Behandlung mit Erkrankten in Kontakt, wendest du dich umgehend an die Praxis.
Bei längerer Einnahme sind regelmäßige Kontrollen nötig, auch beim Augenarzt alle drei Monate. Zur Vorbeugung von Knochenschwund nennt die Beilage ausreichend Calcium, Vitamin D und Bewegung. Bei Kindern wird es wegen der Wachstumshemmung nur aus zwingenden Gründen eingesetzt, bei Älteren wird das Osteoporoserisiko besonders abgewogen.
Schwangerschaft und Stillzeit: Nach der Beilage nimmst du Prednisolon in der Schwangerschaft nur auf ärztlichen Rat und sagst der Praxis, wenn du schwanger bist oder es wirst. Bei langer Einnahme sind Wachstumsstörungen des Ungeborenen nicht auszuschließen, am Ende der Schwangerschaft kann sich die Nebennierenrinde des Neugeborenen zurückbilden. Im Tierversuch schädigte Prednisolon die Frucht (etwa Gaumenspalten); ob die Einnahme in den ersten drei Monaten das Risiko dafür beim Menschen erhöht, wird nach der Beilage diskutiert. Prednisolon geht in die Muttermilch über; eine Schädigung des Säuglings ist bisher nicht bekannt geworden. Sind höhere Mengen nötig, soll nach der Beilage abgestillt werden; dann meldest du dich umgehend bei der Praxis.
Überdosierung
Nach der Packungsbeilage wird Prednisolon auch bei kurzfristiger Einnahme großer Mengen im Allgemeinen ohne Komplikationen vertragen, besondere Maßnahmen sind nicht nötig. Bemerkst du verstärkte oder ungewöhnliche Nebenwirkungen, fragst du die Praxis um Rat.
Häufige Fragen
Ist Prednisolon Cortison?
- Gut belegt
Im Alltag ja, genau genommen ist es ein eigener Wirkstoff. Prednisolon gehört zu den Glucocorticoiden, den Hormonen der Nebennierenrinde; gesundheitsinformation.de zählt es zu den Kortisonpräparaten. Die Packungsbeilage nennt für den reinen Hormonersatz bei fehlender Nebennierenfunktion Hydrocortison und Cortison selbst als Mittel der ersten Wahl. Prednisolon wird bei Erkrankungen eingesetzt, die eine Behandlung mit Glucocorticoiden im ganzen Körper nötig machen, etwa bei rheumatischen Erkrankungen, Asthma oder schweren Allergien.
Darf ich Prednisolon einfach absetzen?
- Gut belegt
Nein, nie eigenmächtig. Nach der Packungsbeilage bildet der Körper bei längerer Einnahme selbst weniger eigene Glucocorticoide. Wird Prednisolon dann plötzlich weggelassen, kann die Grundkrankheit wieder aufflammen, und eine starke Belastung wie eine Infektion oder ein Unfall kann zu einer lebensgefährlichen Krise der Nebenniere führen. Deshalb baut die Praxis die Menge meist schrittweise ab und legt dafür einen Plan fest. Nur wenn hohe Mengen bloß wenige Tage gegeben wurden, kann die Praxis sie nach der Beilage je nach Krankheit und Ansprechen auch ohne Ausschleichen beenden. Ob das für dich gilt, entscheidet allein die Praxis; selbst setzt du nie ab.
Welche Nebenwirkungen hat Prednisolon?
- Gut belegt
Das hängt stark von Menge und Dauer ab. Beim Hormonersatz in den empfohlenen Mengen ist das Risiko nach der Packungsbeilage gering. Bei längerer Einnahme höherer Mengen nennt sie unter anderem Infektionen, Gewichtszunahme und Vollmondgesicht, erhöhten Blutzucker, Knochenschwund, grauen und grünen Star, Magen-Darm-Geschwüre, dünne Haut, Muskelschwäche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen nötig, auch beim Augenarzt. Merkst du etwas Ungewöhnliches, sprichst du mit der Praxis, statt die Tabletten wegzulassen.
Warum soll man Prednisolon morgens nehmen?
- Gut belegt
Weil die Packungsbeilage es meist so vorsieht. Nach ihr wird die ganze Tagesmenge im Allgemeinen frühmorgens zwischen 6 und 8 Uhr genommen, unzerkaut mit Flüssigkeit während oder direkt nach einer Mahlzeit. Höhere Mengen kann die Praxis je nach Krankheit auf mehrere Gaben am Tag verteilen; beim Abbau verringert die Praxis dann zuerst die abendliche, danach die mittägliche Gabe. Wie du es nimmst, sprichst du mit der Praxis ab.
Was ist ein Cortison-Ausweis und brauche ich einen?
- Gut belegt
Bei einer Langzeitbehandlung ja. Nach der Packungsbeilage stellt dir die Praxis dann einen Corticoid-Ausweis aus, den du immer bei dir trägst. Er zeigt im Notfall, dass du Prednisolon nimmst. Bei Fieber, einem Unfall, einer Operation oder einer Geburt kann vorübergehend eine höhere Tagesmenge nötig werden; deshalb sagst du der Praxis oder dem Notarzt in solchen Lagen sofort Bescheid.
Nächster Schritt
Bevor du etwas einnimmst: Lass dich beraten, zum Beispiel in deiner Hausarztpraxis oder deiner Apotheke. Bring vorhandene Laborwerte mit, und sag, welche Medikamente du nimmst.
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Quellen
Alle 5 Quellen anzeigen
- Gebrauchsinformation eines in Deutschland zugelassenen, verschreibungspflichtigen Prednisolon-Präparats (Tabletten mit 5 mg Prednisolon), Stand Juni 2025. Pharmazeutischer Unternehmer, veröffentlicht im PatientenInfo-Service der Rote Liste Service GmbH, 2025SonstigesZur Quelle
- Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Register nvl-002). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm), 2024LeitlinieZur Quelle
- Schmerzmittel bei rheumatoider Arthritis (gesundheitsinformation.de). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, 2023Behörde / amtliche StelleZur Quelle
- Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels) eines in Österreich zugelassenen Prednisolon-Präparats (Tabletten mit 5 mg), Stand April 2026. Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich, 2026Behörde / amtliche StelleZur Quelle
- Fachinformation (Summary of Product Characteristics) eines in Irland zugelassenen Prednisolon-Präparats (Tabletten mit 5 mg), Stand Juni 2021. Health Products Regulatory Authority (HPRA), Irland, 2021Behörde / amtliche StelleZur Quelle
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