Perimenopause: Anzeichen erkennen
Die Jahre vor der letzten Regel bringen oft Veränderungen, die man nicht gleich einordnen kann. Hier siehst du, welche Zeichen typisch sind, hältst fest, was du bemerkst, und gehst gut vorbereitet zu deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Kurz erklärt
Perimenopause heißt die Zeit des Übergangs vor der letzten Regelblutung. Ab etwa Mitte vierzig bildet der Körper nach und nach weniger Östrogen, und das Zusammenspiel der Hormone verändert sich.
Im Durchschnitt haben Frauen ihre letzte Regel mit 51 Jahren, manche deutlich früher, andere später.
- Gut belegt
Quelle: Quelle 1
Oft ist eine veränderte Regel eines der ersten Zeichen: Sie kommt häufiger oder seltener, die Blutung wird stärker oder schwächer.
Der Übergang dauert einige Jahre. Die Beschwerden halten nach dem britischen Gesundheitsdienst NHS meist sieben bis neun Jahre an, manchmal länger, und können sich dabei verändern. Hitzewallungen lassen nach dem IQWiG meist nach vier bis fünf Jahren von selbst nach.
Frauen erleben die Wechseljahre sehr unterschiedlich. Nach dem IQWiG haben nur wenige über längere Zeit starke Beschwerden.
- Teilweise belegt
Quelle: Quelle 1
Bei sonst gesunden Frauen ab 45 stellt die Praxis die Perimenopause nach der Leitlinie NICE ohne Bluttest fest, wenn seit Kurzem Hitzewallungen oder Schweißausbrüche auftreten und sich der Zyklus verändert hat. Nach dem IQWiG hat die Bestimmung des Hormonspiegels keinen praktischen Wert.
Die letzte Regel erkennt man erst im Nachhinein: Ist die Blutung zwölf Monate ganz ausgeblieben, war die letzte sehr wahrscheinlich die Menopause. Das gilt nur ohne hormonelle Verhütung, denn Pille, Hormonspirale, Implantat oder Spritze verändern die Blutung oder lassen sie ausbleiben.
Bis zur Menopause ist eine Schwangerschaft noch möglich. Wie lange Verhütung nötig ist, klärt man am besten in der Praxis.
Welche Zeichen bemerkst du?
Leitlinien und Gesundheitsbehörden nennen diese Zeichen als mögliche Begleiter der Perimenopause und der Wechseljahre. Ob, wie oft und wie stark sie auftreten, ist sehr verschieden.
Deine Übersicht
Kreuze an, was du bei dir bemerkst. Hier siehst du dann alles auf einen Blick, und das Tagebuch fragt genau danach.
Was hilft: die Wege im Vergleich
Hormone, Wege ohne Hormone, Alltag und Pflanzen nebeneinander, jeweils mit dem, was die Quellen zeigen. Ausführlich und mit allen Quellen auf der Seite Wechseljahresbeschwerden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Hormontherapie wirkt am stärksten: Nutzen und Risiken mit der Praxis abwägenGut belegt
- Kognitive Verhaltenstherapie ist ein gut untersuchter Weg ohne HormoneTeilweise belegt
- Regelmäßig bewegen für Muskeln und Knochen, auch wenn die Hitzewallungen bleibenErste Hinweise
- Bei Traubensilberkerze auf Warnzeichen der Leber achtenTeilweise belegt
- Blutungen nach der Menopause rasch ärztlich abklären lassenGut belegt
Schulmedizin
Gut belegtFür die Medizin sind die Wechseljahre ein natürlicher Übergang, keine Krankheit.
Psychologie
Teilweise belegtKognitive Verhaltenstherapie ist das psychologische Verfahren mit den besten Belegen.
Lebensstil
Erste HinweiseOb Sport Hitzewallungen lindert, ist nicht belegt.
Ernährung
Erste HinweiseFür eine besondere Ernährung in den Wechseljahren gibt es nach dem IQWiG keine verlässliche Grundlage.
Pflanzenheilkunde
Teilweise belegtDie Traubensilberkerze (Cimicifuga) ist das bekannteste pflanzliche Mittel.
TCM
Erste HinweiseTraditionell genutztDen Begriff Menopause kennen die alten Texte der TCM nicht, die Beschwerden aber schon.
Wann du in die Praxis gehst
Der britische Gesundheitsdienst NHS und die Leitlinie NICE raten dazu, wenn:
- Du blutest stärker als früher, nicht schwächer.
Quelle: Quelle 3
- Deine Regel war zwölf Monate oder länger ausgeblieben, und du blutest wieder, auch nur leicht.
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- Du hast Herzklopfen, etwa einen schnellen Herzschlag.
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- Du bist jünger als 45, und deine Regel bleibt aus oder kommt nur noch selten.
- Deine Beschwerden belasten dich, und du möchtest wissen, welche Möglichkeiten es gibt.
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Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Schmerz, Druck oder Enge in der Brust, der in Arm, Rücken, Hals, Kiefer oder Oberbauch ausstrahlen kann, Atemnot, Übelkeit, kalter Schweiß oder Schwindel
Das kann ein Herzinfarkt sein, auch wenn es sich wie eine Hitzewallung anfühlt. Bei Frauen können Übelkeit, Erbrechen und Atemnot die einzigen Zeichen sein. Wähle sofort 112, auch nachts.
Lass das sofort ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Du nimmst Traubensilberkerze und bemerkst Müdigkeit, Appetitverlust, gelbe Haut oder Augen, dunklen Urin oder starke Oberbauchschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen
Das können Zeichen einer Leberschädigung sein. Hör mit dem Mittel auf und lass dich noch am selben Tag ärztlich untersuchen.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Eine Blutung aus der Scheide, nachdem deine Regel schon zwölf Monate ausgeblieben ist, oder eine unerwartete Blutung unter einer Hormontherapie
Lass das zeitnah in deiner frauenärztlichen Praxis abklären, damit eine ernste Ursache wie Gebärmutterkrebs ausgeschlossen werden kann.
- Deine Regel bleibt schon vor dem 40. Lebensjahr aus, oder du hast in diesem Alter Hitzewallungen
Das kann eine vorzeitige Menopause sein. Sie sollte ärztlich abgeklärt werden, weil es dann eigene Untersuchungen und Behandlungen gibt.
Die Notfall- und Krisennummern stehen unten auf jeder Seite.
Quellen
Alle 4 Quellen anzeigen
- Wechseljahrsbeschwerden. IQWiG, gesundheitsinformation.deBehörde / amtliche StelleZur Quelle
- Menopause: identification and management (NICE guideline NG23). National Institute for Health and Care ExcellenceLeitlinieZur Quelle
- Symptoms of menopause and perimenopause. NHSBehörde / amtliche StelleZur Quelle
- Early or premature menopause. NHSBehörde / amtliche StelleZur Quelle
Was die Evidenz-Labels bedeuten, erklären wir unter So ordnen wir ein.