Arzneistoff
Pantoprazol
Auch bekannt als: Magenschutz
Kurz erklärt
Pantoprazol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer. Nach den Packungsbeilagen blockiert er in der Magenschleimhaut die Pumpe, die die Magensäure herstellt, und verringert so die Säuremenge im Magen. Umgangssprachlich heißen solche Mittel oft „Magenschutz“.
In der Stärke 20 mg gibt es Pantoprazol ohne Rezept zur kurzzeitigen Selbstbehandlung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen bei Erwachsenen. Verschrieben wird es bei einer Refluxkrankheit und einer Entzündung der Speiseröhre, bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, zusammen mit zwei Antibiotika gegen das Bakterium Helicobacter pylori, beim seltenen Zollinger-Ellison-Syndrom und zur Vorbeugung von Geschwüren bei Menschen mit erhöhtem Risiko, die dauerhaft entzündungshemmende Schmerzmittel nehmen müssen. Über Menge und Dauer entscheidet dann die Praxis.
Nach der EU-Produktinformation ist bei etwa 5 von 100 Behandelten mit Nebenwirkungen zu rechnen. Bei längerer Einnahme nennen die Produktinformationen zusätzliche Risiken, etwa einen Mangel an Vitamin B12 oder Magnesium und leicht häufigere Knochenbrüche. Diese Seite fasst die Produktinformationen zusammen und ersetzt nicht die Packungsbeilage des eigenen Präparats.
Pantoprazol ist ein Arzneistoff und nur als zugelassenes Arzneimittel erhältlich, nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel. Tabletten mit 20 mg zur kurzzeitigen Selbstbehandlung von Refluxbeschwerden bei Erwachsenen sind in der EU zentral zugelassen und unterliegen nicht der Verschreibungspflicht. Die übrigen Anwendungen und die Stärke 40 mg gibt es auf ärztliche Verschreibung.
Wofür
Magenschmerzen
- Gut belegt
Pantoprazol ist zugelassen zur Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, die die Praxis festgestellt hat, und zusammen mit zwei Antibiotika zur Beseitigung des Bakteriums Helicobacter pylori, um ein Wiederkehren der Geschwüre unwahrscheinlicher zu machen. Diese Behandlung verschreibt und steuert die Praxis; nach der Packungsbeilage dauert sie beim Magengeschwür in der Regel 4 bis 8 Wochen, beim Zwölffingerdarmgeschwür 2 bis 4 Wochen.
Was dagegen spricht
Magenschmerzen ohne ärztliche Abklärung sind kein Anwendungsgebiet. Nach den Packungsbeilagen gehören Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, Erbrechen von Blut oder schwarzer Stuhl sofort ärztlich abgeklärt, und Pantoprazol kann die Zeichen einer ernsteren Erkrankung verdecken.
Sodbrennen
- Gut belegt
Sodbrennen und saures Aufstoßen durch Reflux sind zugelassene Anwendungsgebiete von Pantoprazol, in der Stärke 20 mg auch zur kurzzeitigen Selbstbehandlung bei Erwachsenen. Ein Cochrane-Review von 34 Studien fand, dass Protonenpumpenhemmer Sodbrennen besser lindern als Placebo und als H2-Blocker. In der Auswertung der EU-Produktinformation war das Sodbrennen nach 7 Tagen bei 54 bis 81 von 100 Behandelten ganz verschwunden. Ohne Besserung nach 2 Wochen und ohne ärztlichen Rat länger als 4 Wochen ist es kein Fall mehr für die Selbstbehandlung.
Was dagegen spricht
Pantoprazol lindert nicht sofort und ist nicht zur Vorbeugung gedacht. Der Cochrane-Review prüfte nur die kurzzeitige Behandlung; bei Reflux ohne sichtbare Schäden der Speiseröhre war der Vorteil kleiner. Bei längerer Einnahme nennen die Produktinformationen zusätzliche Risiken.
Anwendung
Formen und Einnahme
- Magensaftresistente Tablette mit 20 mg ohne RezeptZur kurzzeitigen Behandlung von Refluxbeschwerden bei Erwachsenen. Ohne ärztlichen Rat höchstens 4 Wochen; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nach der Produktinformation nicht empfohlen.
- Magensaftresistente Tablette mit 20 mg auf RezeptWird ärztlich verschrieben, etwa bei einer Refluxkrankheit, zur Langzeitbehandlung einer Speiseröhrenentzündung und zur Vorbeugung von Geschwüren unter dauerhafter Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel. Für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen.
- Magensaftresistente Tablette mit 40 mg auf RezeptWird ärztlich verschrieben, bei einer Speiseröhrenentzündung durch Reflux, bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, zur Behandlung einer Helicobacter-pylori-Infektion zusammen mit Antibiotika und beim Zollinger-Ellison-Syndrom. Für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen.
Die Tablette wird im Ganzen mit etwas Wasser geschluckt, nicht zerkaut und nicht zerbrochen. Die Packungsbeilagen der verschriebenen Stärken sehen die Einnahme 1 Stunde vor einer Mahlzeit vor, die der Selbstbehandlung täglich zur gleichen Zeit vor einer Mahlzeit. Wer eine Einnahme vergessen hat, nimmt nicht die doppelte Menge, sondern zum nächsten Zeitpunkt die normale.
Pantoprazol bringt keine sofortige Erleichterung. Nach der Produktinformation der Selbstbehandlung können die Beschwerden schon nach einem Tag nachlassen, oft braucht es 2 bis 3 Tage, für die volle Kontrolle des Sodbrennens unter Umständen 7 Tage. Zur Vorbeugung ist es dort nicht gedacht. Sobald die Beschwerden ganz verschwunden sind, wird die Selbstbehandlung beendet. Ohne Besserung nach 2 Wochen gehört das ärztlich abgeklärt, und ohne ärztlichen Rat wird es nicht länger als 4 Wochen genommen.
Verschriebenes Pantoprazol nimmst du so, wie die Praxis es festgelegt hat; sie entscheidet über Menge und Dauer, und nach der Packungsbeilage setzt du es nicht ab, ohne vorher mit Praxis oder Apotheke zu sprechen. Vor einer Magenspiegelung, einem Atemtest auf Helicobacter pylori, einer Blutuntersuchung auf Chromogranin A oder einem Urintest auf Cannabis (THC) sagst du, dass du Pantoprazol nimmst, denn es kann solche Ergebnisse beeinflussen.
Dosis-Übersicht
| Grundlage | Menge | Einordnung |
|---|---|---|
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 20 mg pro Tag | Erwachsene, Selbstbehandlung ohne Rezept · Eine Tablette mit 20 mg am Tag vor einer Mahlzeit, zur kurzzeitigen Behandlung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen, nach der EU-Produktinformation. Diese Tagesmenge nicht überschreiten. Beenden, sobald die Beschwerden ganz verschwunden sind; ohne Besserung nach 2 Wochen ärztlich abklären lassen, ohne ärztlichen Rat höchstens 4 Wochen. Quelle: Quelle 2 |
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 20 mg pro Tag | Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren, auf ärztliche Verordnung · Übliche Menge nach der Packungsbeilage der verschriebenen 20-mg-Tablette bei Beschwerden der Refluxkrankheit und zur Langzeitbehandlung einer Speiseröhrenentzündung samt Vorbeugung von Rückfällen; bei Erwachsenen ebenso zur Vorbeugung von Geschwüren unter dauerhafter Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel. Eine Tablette 1 Stunde vor einer Mahlzeit. Kehrt die Entzündung zurück, kann die Praxis die Menge verdoppeln. Über Dauer und Menge entscheidet die behandelnde Praxis. Quelle: Quelle 4 |
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 40–80 mg pro Tag | Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit Speiseröhrenentzündung durch Reflux, auf ärztliche Verordnung · Üblich ist nach der Packungsbeilage eine Tablette mit 40 mg am Tag; die Praxis kann auf zwei Tabletten erhöhen. Die Behandlung dauert in der Regel 4 bis 8 Wochen. Über Menge und Dauer entscheidet die behandelnde Praxis. Quelle: Quelle 1 |
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 40–80 mg pro Tag | Erwachsene mit Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, auf ärztliche Verordnung · Üblich ist nach der Packungsbeilage eine Tablette mit 40 mg am Tag; nach Absprache mit der Praxis kann die Menge verdoppelt werden. Beim Magengeschwür dauert die Behandlung in der Regel 4 bis 8 Wochen, beim Zwölffingerdarmgeschwür 2 bis 4 Wochen. Über Menge und Dauer entscheidet die behandelnde Praxis. Quelle: Quelle 1 |
| ArzneimittelDosierung laut EU-Monographie oder Zulassung eines Arzneimittels | 80 mg pro Tag | Erwachsene mit Helicobacter-pylori-Infektion und Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, auf ärztliche Verordnung · Nach der Packungsbeilage zweimal am Tag eine Tablette mit 40 mg, je 1 Stunde vor Frühstück und Abendessen, zusammen mit zwei Antibiotika, die die Praxis auswählt. Die Behandlung dauert üblicherweise 1 bis 2 Wochen. Bei Nierenproblemen oder mäßigen bis schweren Leberproblemen nicht für diese Behandlung. Quelle: Quelle 1 |
Keine persönliche Dosisempfehlung. Sprich vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Apotheke, besonders wenn du Medikamente nimmst.
Risiken
Nebenwirkungen
Nach der EU-Produktinformation ist bei etwa 5 von 100 Behandelten mit Nebenwirkungen zu rechnen. Häufig, also bei bis zu einer von zehn Personen, entstehen gutartige Polypen der Magenschleimhaut. Gelegentlich sind Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Verstopfung, Mundtrockenheit, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Juckreiz, Schwäche, Müdigkeit, Schlafstörungen und erhöhte Leberwerte. Selten sind Geschmacksstörungen, verschwommenes Sehen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Gewichtsveränderungen, Schwellungen an Armen und Beinen, Depressionen und eine Vergrößerung der männlichen Brust.
Nimm keine weitere Tablette und wende dich sofort an eine Ärztin, einen Arzt oder die Notaufnahme bei Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Hals mit Schluck- oder Atembeschwerden, starkem Schwindel mit Herzrasen und Schweißausbrüchen, bei Hautausschlag mit Blasen, sich ablösender Haut oder wunden Stellen an Mund, Augen oder Genitalien, oft nach Fieber, bei großflächigem Ausschlag mit Fieber und geschwollenen Lymphknoten, bei Gelbfärbung von Haut oder Augen und bei Fieber mit Ausschlag, Schmerzen beim Wasserlassen und im unteren Rücken, was auf eine schwere Nierenentzündung hinweisen kann.
Bei längerer Einnahme nennen die Produktinformationen zusätzliche Risiken. Vitamin B12 wird schlechter aufgenommen, vor allem bei schon niedrigen Speichern. Das Risiko für Brüche von Hüfte, Handgelenk und Wirbelsäule kann leicht steigen, vor allem bei hohen Dosen und Einnahme über mehr als ein Jahr und besonders bei Osteoporose. Nach mindestens 3 Monaten, meist nach einem Jahr, kann der Magnesiumwert im Blut sinken, mit Müdigkeit, Muskelzucken, Verwirrtheit, Krämpfen, Schwindel oder Herzrasen. Infektiöse Durchfälle werden etwas häufiger; schwerer oder anhaltender Durchfall gehört ärztlich abgeklärt. Ein Ausschlag an sonnenbeschienener Haut, vielleicht mit Gelenkschmerzen, kann auf einen seltenen Hautlupus hinweisen und gehört umgehend in ärztliche Hände.
Wechselwirkungen
- HIV-Mittel wie Atazanavir oder NelfinavirSchwer
Diese Mittel brauchen Magensäure, um aufgenommen zu werden. Pantoprazol senkt ihre Aufnahme nach der EU-Produktinformation erheblich; das Präparat zur Selbstbehandlung darf deshalb nicht zusammen mit ihnen genommen werden. Bei verschriebenem Pantoprazol entscheidet die Praxis.
- Mittel gegen Pilzinfektionen wie Ketoconazol, Itraconazol und Posaconazol sowie das Krebsmittel Erlotinib
Ihre Aufnahme hängt vom Säuregrad im Magen ab. Zusammen mit Pantoprazol wirken sie nach den Packungsbeilagen möglicherweise nicht richtig. Wer eines davon nimmt, sagt es vorher der Praxis.
- Gerinnungshemmer Phenprocoumon oder Warfarin
In Einzelfällen veränderte sich der Gerinnungswert (INR). Die Produktinformation empfiehlt, ihn zu Beginn und am Ende einer Pantoprazol-Behandlung und bei unregelmäßiger Einnahme zu kontrollieren.
- Methotrexat in hoher Dosis
Bei manchen Behandelten stieg der Methotrexatspiegel im Blut. Die Praxis kann Pantoprazol deshalb während einer solchen Behandlung vorübergehend aussetzen.
- Fluvoxamin, Rifampicin und Johanniskraut
Die Packungsbeilage der verschriebenen 40-mg-Tablette nennt sie unter den Mitteln, die man vorher der Praxis meldet; bei Fluvoxamin kann die Praxis die Dosis verringern.
Quelle: Quelle 1
- Andere Säureblocker: weitere Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol und H2-Blocker wie Famotidin
Zur Selbstbehandlung sollen sie nach der EU-Produktinformation nicht zusammen mit Pantoprazol genommen werden. Säurebindende Mittel (Antazida) dürfen bei Bedarf zusätzlich genommen werden; mit ihnen besteht keine Wechselwirkung.
Quelle: Quelle 2
Wer es nicht nehmen sollte
Nach den Produktinformationen darf Pantoprazol nicht genommen werden bei einer Allergie gegen Pantoprazol oder einen anderen Bestandteil; die Packungsbeilagen der verschriebenen Tabletten nennen auch eine Allergie gegen andere Protonenpumpenhemmer. Das Präparat zur Selbstbehandlung darf nicht zusammen mit den HIV-Mitteln Atazanavir oder Nelfinavir genommen werden.
Vor der Selbstbehandlung sprichst du mit Arzt, Ärztin oder Apotheke, wenn du schon 4 Wochen oder länger wegen Sodbrennen oder Verdauungsbeschwerden behandelt wurdest, wenn du über 55 bist und neue oder veränderte Beschwerden hast oder täglich rezeptfreie Mittel dagegen nimmst, nach einem Magengeschwür oder einer Magenoperation, bei Leberproblemen oder Gelbsucht und wenn du nach einem ähnlichen Mittel schon einmal Hautreaktionen hattest.
Geh sofort zur Ärztin oder zum Arzt, statt selbst zu behandeln, bei ungewolltem Gewichtsverlust, wiederholtem Erbrechen, Erbrechen von Blut oder kaffeesatzartigem Erbrochenem, schwarzem oder teerartigem Stuhl, Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Schlucken, Blässe und Schwäche, Brustschmerzen oder Bauchschmerzen. Pantoprazol kann nach den Packungsbeilagen die Zeichen einer ernsteren Erkrankung, auch einer Krebserkrankung, lindern und ihre Erkennung verzögern.
Schwangerschaft und Stillzeit: Nach der EU-Produktinformation der Selbstbehandlung darf das rezeptfreie Präparat in Schwangerschaft und Stillzeit nicht genommen werden. Für verschriebenes Pantoprazol liegen nach den Packungsbeilagen keine ausreichenden Daten aus der Schwangerschaft vor; wer schwanger ist, stillt oder eine Schwangerschaft plant, fragt vor der Einnahme in der Praxis oder Apotheke, und genommen wird es nur, wenn die Ärztin oder der Arzt den Nutzen für größer hält als das mögliche Risiko für das ungeborene Kind oder das Baby. Pantoprazol geht in die Muttermilch über. Treten Schwindel oder Sehstörungen auf, solltest du nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen.
Überdosierung
Wer mehr genommen hat als vorgesehen, sagt nach den Packungsbeilagen Bescheid in der Praxis oder Apotheke und nimmt nach Möglichkeit Packung und Beilage mit. Zeichen einer Überdosierung sind nach der Packungsbeilage der verschriebenen Tabletten nicht bekannt; ein spezielles Gegenmittel gibt es nach der EU-Produktinformation nicht, behandelt wird nach den Beschwerden.
Häufige Fragen
Wie schnell wirkt Pantoprazol bei Sodbrennen?
- Gut belegt
Nicht sofort. Nach der EU-Produktinformation können die Beschwerden schon nach einem Tag nachlassen, oft braucht es 2 bis 3 Tage, für die volle Kontrolle des Sodbrennens unter Umständen 7 Tage. In ihrer Auswertung von 17 Studien war das Sodbrennen nach 7 Tagen bei 54 bis 81 von 100 Behandelten ganz verschwunden, nach 4 Wochen bei 68 bis 92. Ein Cochrane-Review fand, dass Protonenpumpenhemmer Sodbrennen besser lindern als Placebo und als H2-Blocker. Für schnelle Hilfe im Moment ist Pantoprazol nicht gedacht, auch nicht zur Vorbeugung.
Wie lange darf man Pantoprazol nehmen?
- Gut belegt
Ohne Rezept zur Selbstbehandlung höchstens 4 Wochen, und wenn es nach 2 Wochen nicht besser ist, gehörst du zur Ärztin oder zum Arzt. Verschriebenes Pantoprazol nimmst du so lange, wie die Praxis es festlegt; bei einer Speiseröhrenentzündung dauert das nach der Packungsbeilage in der Regel 4 bis 8 Wochen, bei manchen Erkrankungen länger. Bei längerer Einnahme nennen die Produktinformationen zusätzliche Risiken: Mangel an Vitamin B12 oder Magnesium und leicht häufigere Knochenbrüche nach mehr als einem Jahr. Wer es länger als ein Jahr nimmt, wird nach der Beilage wahrscheinlich regelmäßig ärztlich kontrolliert.
Welche Nebenwirkungen hat Pantoprazol?
- Gut belegt
Nach der EU-Produktinformation hat etwa jede zwanzigste behandelte Person Nebenwirkungen. Häufig sind gutartige Magenpolypen, gelegentlich Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall, Übelkeit, Blähungen, Verstopfung, Hautausschlag, Müdigkeit und Schlafstörungen. Selten sind schwere allergische Reaktionen; schwere Hautreaktionen, Leberschäden und eine schwere Nierenentzündung wurden berichtet, ihre Häufigkeit ist nicht bekannt. Bei Schwellungen im Gesicht, Atemnot, Hautblasen oder gelber Haut nimmst du keine weitere Tablette und suchst sofort ärztliche Hilfe. Bei längerer Einnahme kommen ein möglicher Mangel an Vitamin B12 oder Magnesium und leicht häufigere Knochenbrüche hinzu.
Muss ich Pantoprazol vor dem Essen nehmen?
- Gut belegt
Ja. Die Packungsbeilagen der verschriebenen Tabletten sehen die Einnahme 1 Stunde vor einer Mahlzeit vor, bei der Behandlung gegen Helicobacter pylori je 1 Stunde vor Frühstück und Abendessen. Das Präparat zur Selbstbehandlung wird täglich zur gleichen Zeit vor einer Mahlzeit genommen. Die Tablette schluckst du im Ganzen mit etwas Wasser; zerkaut oder zerbrochen wird sie nicht, denn sie ist magensaftresistent überzogen.
Ist Pantoprazol ein Magenschutz bei Schmerzmitteln?
- Gut belegt
Für eine bestimmte Gruppe ja: Die verschriebene 20-mg-Tablette ist zugelassen, um bei Erwachsenen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren vorzubeugen, wenn sie dauerhaft entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen nehmen müssen und ein erhöhtes Risiko haben. Ob das so ist, beurteilt die Praxis, etwa nach Alter über 65 oder früheren Geschwüren und Blutungen. Das rezeptfreie Präparat ist dagegen nur zur kurzzeitigen Behandlung von Sodbrennen gedacht und nach seiner Produktinformation nicht zur Vorbeugung.
Nächster Schritt
Bevor du etwas einnimmst: Lass dich beraten, zum Beispiel in deiner Hausarztpraxis oder deiner Apotheke. Bring vorhandene Laborwerte mit, und sag, welche Medikamente du nimmst.
Mehr zu den Themen findest du oben unter Wofür und in der Themenübersicht.
Quellen
Alle 4 Quellen anzeigen
- Gebrauchsinformation eines in Deutschland zugelassenen, verschreibungspflichtigen Pantoprazol-Präparats (magensaftresistente Tablette mit 40 mg), Stand Juni 2023. PUREN Pharma GmbH & Co. KG, veröffentlicht im PatientenInfo-Service der Rote Liste Service GmbH, 2023SonstigesZur Quelle
- Produktinformation (EPAR) eines zentral zugelassenen Pantoprazol-Präparats mit 20 mg zur Selbstbehandlung von Refluxbeschwerden: Fachinformation und Packungsbeilage, Stand Mai 2023. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), 2023Behörde / amtliche StelleZur Quelle
- Sigterman KE, van Pinxteren B, Bonis PA, Lau J, Numans ME. Short-term treatment with proton pump inhibitors, H2-receptor antagonists and prokinetics for gastro-oesophageal reflux disease-like symptoms and endoscopy negative reflux disease.. The Cochrane database of systematic reviews, 2013Systematischer ReviewDOI 10.1002/14651858.cd002095.pub5PubMed 23728637
- Gebrauchsinformation eines in Deutschland zugelassenen, verschreibungspflichtigen Pantoprazol-Präparats (magensaftresistente Tablette mit 20 mg), Stand Juni 2023. PUREN Pharma GmbH & Co. KG, veröffentlicht im PatientenInfo-Service der Rote Liste Service GmbH, 2023SonstigesZur Quelle
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