Gürtelrose
Das Wichtigste auf einen Blick
- Bei Verdacht bald in die Praxis: Virusmittel möglichst in den ersten drei TagenGut belegt
- Bläschen abdecken und nicht aufkratzen, bis alle verkrustet sindTeilweise belegt
- Abstand zu Schwangeren, Säuglingen und Immungeschwächten haltenGut belegt
- Ab 60 oder mit erhöhtem Risiko: über die Impfung mit der Praxis sprechenGut belegtTeilweise belegt
- Bläschen am Auge oder Ohr noch am selben Tag ärztlich abklären lassenGut belegt
Ausführlich, mit Quellen, weiter unten.
Kurz erklärt
Gürtelrose entsteht, wenn das Windpockenvirus, das nach den Windpocken im Körper bleibt, wieder aktiv wird. Typisch sind brennende Schmerzen und ein halbseitiger, streifenförmiger Ausschlag mit Bläschen. Am besten belegt sind ein früher Beginn mit Virusmitteln und ab 60 Jahren die Impfung. Geh bald in die Praxis, möglichst innerhalb von drei Tagen.
Meist trocknen die Bläschen nach einigen Tagen zu Krusten ein. Bei etwa 10 bis 20 von 100 Betroffenen bleiben danach Nervenschmerzen, die eigene Behandlung brauchen. Am Auge, am Ohr oder bei geschwächter Abwehr wird es ernster.
Was hier zu Pflege, Alltag und Pflanzen steht, ist begleitend und ersetzt keine ärztliche Behandlung.
- Gut belegt5 Aussagen
- Teilweise belegt4 Aussagen
- Erste Hinweise2 Aussagen
- Studien sprechen dagegen1 Aussage
Sichtweisen im Vergleich
Häufige Fragen
Was hilft schnell bei Gürtelrose?
- Gut belegt
Am meisten bringt ein früher Arztbesuch. Virusmittel, möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Beginn des Ausschlags, beschleunigen nach dem RKI die Abheilung und das Abklingen der Schmerzen. Die Schmerzen behandelt die Praxis je nach Stärke mit passenden Schmerzmitteln. Selbst kannst du die Bläschen abdecken und nicht aufkratzen, wie RKI und IQWiG raten. Für Lotionen und kühle Umschläge fehlen gute Studien.
Ist Gürtelrose ansteckend?
- Gut belegt
Ja, aber nur über die Flüssigkeit aus den Bläschen, bis alle verkrustet sind. Anstecken können sich nur Menschen, die noch keine Windpocken hatten und nicht geimpft sind, und sie bekommen dann Windpocken, keine Gürtelrose. Nach dem RKI senkt das Abdecken der Bläschen das Risiko deutlich. Halte bis dahin Abstand zu Schwangeren, Säuglingen und Menschen mit geschwächter Abwehr.
Wann zum Arzt bei Gürtelrose?
- Gut belegt
Am besten sofort, wenn du sie vermutest, denn Virusmittel wirken früh am besten. Noch am selben Tag gehört in die Praxis, wer Bläschen im Gesicht, am Auge oder am Ohr hat, eine geschwächte Abwehr hat oder bei wem sich die Bläschen ausbreiten. Bei Kopfschmerzen mit steifem Nacken, Verwirrtheit oder Lähmungen wählst du 112.
Verhindern Virusmittel die Nervenschmerzen danach?
- Erste Hinweise
- Studien sprechen dagegen
Nach einem Cochrane-Review eher nicht. In sechs Studien senkte Aciclovir die Häufigkeit von Nervenschmerzen vier und sechs Monate nach der Gürtelrose nicht deutlich, nach vier Wochen gab es Hinweise auf weniger Schmerzen. Für andere Virusmittel reichen die Daten nicht. Sinnvoll bleiben sie trotzdem, weil sie die Abheilung beschleunigen. Bleibende Schmerzen behandelt die Praxis eigens.
Wer sollte sich gegen Gürtelrose impfen lassen?
- Gut belegt
- Teilweise belegt
Die STIKO empfiehlt die Impfung mit dem Totimpfstoff allen ab 60 Jahren und Menschen ab 18 Jahren, deren Abwehr geschwächt ist oder die eine schwere chronische Erkrankung haben. Sie besteht aus zwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten. In Studien schützte sie über gut drei Jahre deutlich; Beschwerden an der Einstichstelle und Allgemeinbeschwerden wie Abgeschlagenheit sind häufig, meist leicht bis mittelstark.
Warnzeichen: wann du ärztliche Hilfe brauchst
Ruf sofort den Notruf 112, wenn du das bemerkst:
- Gürtelrose mit starken Kopfschmerzen, steifem Nacken, Verwirrtheit, Krampfanfall, Lähmung oder großer Benommenheit
Das kann eine Entzündung von Hirnhaut oder Gehirn sein. Sofort 112 wählen.
Lass das sofort ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Bläschen im Gesicht an Stirn, Augenlid oder Nasenspitze, ein gerötetes, schmerzendes Auge oder schlechteres Sehen
Eine Gürtelrose am Auge kann die Hornhaut schädigen. Noch heute in eine Praxis oder Augenklinik, nachts und am Wochenende über den Bereitschaftsdienst 116117.
- Bläschen am oder im Ohr mit Hörminderung, Schwindel oder einer hängenden Gesichtshälfte
Das spricht für eine Gürtelrose am Ohr, die Gehör und Gesichtsnerv betreffen kann. Noch heute ärztlich abklären lassen.
- Bläschen, die sich über viele Körperstellen ausbreiten, hohes Fieber, oder Gürtelrose bei geschwächter Abwehr, etwa durch Krebs, Chemotherapie, HIV oder Medikamente, die das Immunsystem dämpfen
Bei geschwächter Abwehr kann sich das Virus im Körper ausbreiten. Noch heute ärztlich behandeln lassen.
Lass das ärztlich abklären, wenn du das bemerkst:
- Brennende Schmerzen und neue Bläschen auf einer Körperseite, auch wenn es dir sonst gut geht
Virusmittel wirken am besten, wenn sie früh beginnen, möglichst innerhalb von drei Tagen nach Beginn des Ausschlags. Deshalb bald in die Praxis.
- Schmerzen, die Wochen nach dem Abheilen der Haut nicht nachlassen
Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose lassen sich gezielt behandeln. Sprich deine Praxis darauf an.
Die Notfall- und Krisennummern stehen unten auf jeder Seite.
Wer dir helfen kann
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Quellen
Alle 10 Quellen anzeigen
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