Ernährung
Intervallfasten
Kurz erklärt
Intervallfasten heißt, Essenszeiten und Esspausen nach einem festen Muster abzuwechseln. Am bekanntesten ist 16:8: Du isst innerhalb von acht Stunden am Tag und verzichtest die übrigen 16 Stunden auf Essen und kalorienhaltige Getränke, etwa von 20 Uhr bis 12 Uhr am nächsten Tag. Bei 5:2 isst du an fünf Tagen der Woche wie gewohnt und an zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen nur etwa ein Viertel der üblichen Menge. Beim Fasten an jedem zweiten Tag wechseln sich solche Fastentage mit normalen Tagen ab.
Die deutsche S3-Leitlinie zur Adipositas zählt das Intervallfasten zu den Ernährungsweisen, mit denen sich abnehmen lässt, gleichrangig neben weniger Fett, weniger Kohlenhydraten, mediterraner Kost oder Mahlzeitenersatz. Nach den bisherigen Studien führt es etwa so gut zum Ziel wie andere Wege, weniger zu essen, aber nicht besser. Was es auf lange Sicht für die Gesundheit bringt, ist kaum untersucht.
Beraten können Ernährungsfachkräfte und die hausärztliche Praxis. Einen eigenen Beruf für Intervallfasten gibt es nicht.
Wie es wirken soll
- Teilweise belegt
- Erste Hinweise
Nach den Verbraucherzentralen und der DGE nimmt man mit Intervallfasten vor allem deshalb ab, weil man insgesamt weniger isst. Eine Netzwerk-Metaanalyse von 99 randomisierten Studien mit 6.582 Erwachsenen fand, dass alle Formen des Intervallfastens und das tägliche Kaloriensparen das Gewicht gegenüber freiem Essen senkten. Nur das Fasten an jedem zweiten Tag brachte gegenüber dem Kaloriensparen etwa 1,3 Kilogramm mehr, vor allem in kürzeren Studien; in den Studien ab einem halben Jahr zeigte keine Form einen Vorteil. Beim Langzeitzucker HbA1c gab es keinen Unterschied zwischen den Ernährungsweisen.
Das Zeitfenster allein scheint wenig zu bewirken. In einer Studie über zwölf Wochen nahmen Menschen mit 16:8 ohne weitere Vorgaben nicht mehr ab als mit drei festen Mahlzeiten. In einer Studie über ein Jahr, in der alle Kalorien sparten, brachte ein Essfenster von 8 bis 16 Uhr keinen gesicherten Zusatznutzen. Ein Cochrane-Review von 2026 fand gegenüber üblicher Ernährungsberatung wenig bis keinen Unterschied beim Gewicht.
„Teilweise belegt“ gilt dafür, dass Intervallfasten beim Abnehmen etwa so gut wirkt wie andere Formen, weniger zu essen. „Erste Hinweise“ gibt es für Blutzuckerwerte bei Typ-2-Diabetes.
Quellen: Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3, Quelle 4, Quelle 5, Quelle 6, Quelle 7, Quelle 8, Quelle 9, Quelle 10, Quelle 11, Quelle 12
Wofür
Abnehmen
- Teilweise belegt
Intervallfasten ist ein möglicher Weg zum Abnehmen, und die deutsche Adipositas-Leitlinie stellt es gleichrangig neben andere Ernährungsweisen. Eine Netzwerk-Metaanalyse von 99 randomisierten Studien fand, dass alle Fastenformen das Gewicht gegenüber freiem Essen senkten, etwa so stark wie tägliches Kaloriensparen. In einer Studie über ein Jahr nahmen Menschen mit Adipositas, die Kalorien sparten und nur zwischen 8 und 16 Uhr aßen, 8,0 kg ab, ohne Zeitfenster 6,3 kg; der Unterschied war nicht gesichert.
Es passt zu dir, wenn dir feste Esszeiten leichter fallen als das Zählen von Kalorien.
Was dagegen spricht
Ein Cochrane-Review von 2026 fand gegenüber üblicher Ernährungsberatung wenig bis keinen Unterschied beim Gewicht. Mit 16:8 allein, ohne weitere Vorgaben, nahmen Teilnehmende in zwölf Wochen nicht mehr ab als mit drei Mahlzeiten. Die meisten Studien liefen höchstens ein Jahr.
Diabetes Typ 2
- Erste Hinweise
Bei Typ-2-Diabetes gibt es erste Hinweise, dass Intervallfasten Gewicht und Blutzucker senken kann. Eine Metaanalyse von 14 Studien mit 1.101 Menschen mit Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes fand gegenüber einer Kontrollernährung einen niedrigeren Langzeitzucker HbA1c und weniger Gewicht. In einer Studie über zwölf Monate sank der Langzeitzucker mit zwei Fastentagen pro Woche ähnlich wie mit täglichem Kaloriensparen.
Intervallfasten begleitet die Behandlung und ersetzt sie nicht. Wer Insulin oder andere blutzuckersenkende Medikamente nimmt, plant das Fasten vorher mit der behandelnden Praxis.
Was dagegen spricht
Gegenüber Kaloriensparen brachte Intervallfasten beim Blutzucker keinen Vorteil. Die Studien sind meist klein und kurz. In der Studie über zwölf Monate hatte gut ein Drittel derer mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin in den ersten zwei Wochen Unter- oder Überzuckerungen, obwohl die Medikamente vorher angepasst wurden; mit täglichem Kaloriensparen ähnlich oft. Die Verbraucherzentrale Südtirol rät Menschen mit Diabetes vom Intervallfasten ab, die Verbraucherzentralen in Deutschland raten, es vorher ärztlich zu besprechen.
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Risiken
An Fastentagen können nach den Verbraucherzentralen Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Müdigkeit und starker Hunger auftreten. Wer an den Esstagen nicht ausgewogen isst, riskiert einen Nährstoffmangel; wer in den Essphasen nachholt, nimmt nicht ab. In einer Studie mit 16:8 verloren die Teilnehmenden etwas mehr Muskelmasse an Armen und Beinen als mit drei Mahlzeiten; regelmäßige Bewegung wird empfohlen, um dem entgegenzuwirken. Ob unerwünschte Wirkungen häufiger sind als bei anderen Diäten, ist nach dem Cochrane-Review sehr unsicher.
Nach der Verbraucherzentrale Südtirol sollen Jugendliche unter 18, Schwangere, Stillende und Menschen mit Diabetes oder einer Essstörung nicht intervallfasten. Die Verbraucherzentralen in Deutschland raten Menschen mit Diabetes oder anderen chronischen Krankheiten, vor der 5:2-Diät ärztlich zu fragen; wer Vorerkrankungen hat, regelmäßig Medikamente nimmt oder Insulin spritzt, bespricht jedes Fasten vorher mit der Ärztin oder dem Arzt.
Bei Diabetes ist das besonders wichtig. Nach dem Deutschen Diabetes-Zentrum kann Intervallfasten bei Menschen, die Insulin spritzen oder bestimmte blutzuckersenkende Medikamente nehmen, zu Unterzuckerungen führen; Diäten sind bei Diabetes deshalb nur mit ärztlicher Begleitung zu empfehlen. In einer Studie mit Typ-2-Diabetes wurden Medikamente, die eine Unterzuckerung auslösen können, vor Beginn nach einem festen Plan verringert; trotzdem hatte gut ein Drittel derer, die Sulfonylharnstoffe oder Insulin nahmen, in den ersten zwei Wochen Unter- oder Überzuckerungen, mit Fastentagen ähnlich oft wie mit täglichem Kaloriensparen. Medikamente nur in Absprache mit der behandelnden Praxis ändern.
Häufige Fragen
Kann man mit 16:8 abnehmen?
- Teilweise belegt
Ja, aber meist nicht mehr als mit anderen Wegen, weniger zu essen. Eine Netzwerk-Metaanalyse von 99 Studien fand, dass alle Fastenformen das Gewicht gegenüber freiem Essen senkten; das Essen im Zeitfenster war dem täglichen Kaloriensparen aber nicht überlegen. In einer Studie über zwölf Wochen nahmen Menschen mit 16:8 ohne weitere Vorgaben nicht mehr ab als mit drei festen Mahlzeiten. Entscheidend ist, ob du insgesamt weniger isst und es durchhältst. Das ist teilweise belegt.
Ist Intervallfasten besser als eine normale Diät?
- Teilweise belegt
Nach den großen Übersichtsarbeiten nicht. Ein Cochrane-Review von 2026 mit 22 Studien fand gegenüber üblicher Ernährungsberatung wenig bis keinen Unterschied beim Gewicht und bei der Lebensqualität. Eine Netzwerk-Metaanalyse sah nur beim Fasten an jedem zweiten Tag gut ein Kilogramm mehr Gewichtsverlust, und das nur in kürzeren Studien. Die deutsche Adipositas-Leitlinie stellt Intervallfasten gleichrangig neben andere Ernährungsweisen. Es kann trotzdem der passende Weg sein, wenn dir feste Esszeiten leichter fallen als Kalorienzählen. Das ist teilweise belegt.
Was darf ich beim Intervallfasten in der Fastenzeit trinken?
- Erfahrungswissen
Wasser, ungesüßten Tee und andere Getränke ohne Kalorien. So nennen es die DGE und die Verbraucherzentrale Südtirol; zucker- und alkoholhaltige Getränke gehören nicht in die Esspause. Die Verbraucherzentralen raten in der Esspause auch von Getränken mit Süßstoff ab. Genug zu trinken ist in den Fastenphasen wichtig. Das sind Empfehlungen von Fachstellen, die auf Erfahrung beruhen, nicht auf Studien zu einzelnen Getränken.
Für wen ist Intervallfasten nicht geeignet?
- Erste Hinweise
Nach der Verbraucherzentrale Südtirol nicht für Jugendliche unter 18, Schwangere, Stillende und Menschen mit Diabetes oder einer Essstörung. Die Verbraucherzentralen in Deutschland raten bei Diabetes und anderen chronischen Krankheiten, vor der 5:2-Diät ärztlich zu fragen; wer regelmäßig Medikamente nimmt oder Insulin spritzt, spricht vorher mit der Ärztin oder dem Arzt. Bei Diabetes können Insulin und bestimmte blutzuckersenkende Medikamente beim Intervallfasten zu Unterzuckerungen führen, so das Deutsche Diabetes-Zentrum; in einer Studie traten sie trotz vorher angepasster Medikamente auf, mit Fastentagen ähnlich oft wie mit täglichem Kaloriensparen. Diese Hinweise beruhen auf Fachstellen und ersten Studien.
Quellen: Quelle 8, Quelle 9, Quelle 10, Quelle 11, Quelle 12
Hilft Intervallfasten bei Typ-2-Diabetes?
- Erste Hinweise
Es kann den Blutzucker senken, meist so wie andere Wege, weniger zu essen. Eine Metaanalyse von 14 Studien mit Menschen mit Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes fand gegenüber einer Kontrollernährung einen niedrigeren Langzeitzucker, gegenüber Kaloriensparen aber keinen Unterschied. In einer Studie über ein Jahr sank der Langzeitzucker mit zwei Fastentagen pro Woche ähnlich wie mit täglichem Kaloriensparen. Das sind erste Hinweise. Intervallfasten begleitet die Behandlung und ersetzt sie nicht; Medikamente nur in Absprache mit der behandelnden Praxis.
Quellen
Alle 12 Quellen anzeigen
- Semnani-Azad Z, Khan TA, Chiavaroli L, Chen V, Bhatt HA, Chen A, et al.. Intermittent fasting strategies and their effects on body weight and other cardiometabolic risk factors: systematic review and network meta-analysis of randomised clinical trials.. BMJ (Clinical research ed.), 2025MetaanalyseDOI 10.1136/bmj-2024-082007PubMed 40533200
- Garegnani LI, Oltra G, Ivaldi D, Burgos MA, Andrenacci PJ, Rico S, et al.. Intermittent fasting for adults with overweight or obesity.. The Cochrane database of systematic reviews, 2026Systematischer ReviewDOI 10.1002/14651858.cd015610.pub2PubMed 41692034
- Lowe DA, Wu N, Rohdin-Bibby L, Moore AH, Kelly N, Liu YE, et al.. Effects of Time-Restricted Eating on Weight Loss and Other Metabolic Parameters in Women and Men With Overweight and Obesity: The TREAT Randomized Clinical Trial.. JAMA internal medicine, 2020Randomisierte kontrollierte StudieDOI 10.1001/jamainternmed.2020.4153PubMed 32986097
- Liu D, Huang Y, Huang C, Yang S, Wei X, Zhang P, et al.. Calorie Restriction with or without Time-Restricted Eating in Weight Loss.. The New England journal of medicine, 2022Randomisierte kontrollierte StudieDOI 10.1056/nejmoa2114833PubMed 35443107
- Khalafi M, Habibi Maleki A, Symonds ME, Rosenkranz SK, Rohani H, Ehsanifar M. The effects of intermittent fasting on body composition and cardiometabolic health in adults with prediabetes or type 2 diabetes: A systematic review and meta-analysis.. Diabetes, obesity & metabolism, 2024MetaanalyseDOI 10.1111/dom.15730PubMed 38956175
- S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas (AWMF-Register 050-001), Version 5.0. Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und weitere Fachgesellschaften, AWMF, 2024LeitlinieZur Quelle
- Intervallfasten. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), nach DGEinfo 2/2018, 2018Behörde / amtliche StelleZur Quelle
- Von Stoffwechsel-Diäten bis Trennkost: Erfolgsaussichten und Gefahren. Verbraucherzentralen (verbraucherzentrale.de), 2022Behörde / amtliche StelleZur Quelle
- Was genau ist Intervallfasten?. Verbraucherzentrale Südtirol, 2021Behörde / amtliche StelleZur Quelle
- Richtig fasten: Tipps zum Wohlfühlen und Durchhalten in der Fastenzeit. Verbraucherzentralen (verbraucherzentrale.de), 2026Behörde / amtliche StelleZur Quelle
- Carter S, Clifton PM, Keogh JB. Effect of Intermittent Compared With Continuous Energy Restricted Diet on Glycemic Control in Patients With Type 2 Diabetes: A Randomized Noninferiority Trial.. JAMA network open, 2018Randomisierte kontrollierte StudieDOI 10.1001/jamanetworkopen.2018.0756PubMed 30646030
- Pressemitteilung des Deutschen Diabetes-Zentrums zu Ernährungstrends bei Diabetes. Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung, über idw – Informationsdienst Wissenschaft, 2025Behörde / amtliche StelleZur Quelle
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