Astrologie
Schüßler-Salze und Sternzeichen
Kurz erklärt
„Schüßler-Salze und Sternzeichen“ ist eine Lehre, nach der zu jedem der zwölf Tierkreiszeichen eines der zwölf Mineralsalze gehört, die der Oldenburger Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler verwendete. Sie stammt nicht von Schüßler: In seiner Schrift von 1893 kommen Tierkreiszeichen nicht vor. Die Zuordnung geht auf den amerikanischen Homöopathen und Astrologen George W. Carey (1845–1924) zurück, der Schüßlers Salze in den USA verbreitete und sie 1917 in seinem Buch „The Tree of Life“ den Zeichen zuwies.
Diese Seite stellt die Zuordnung als Careys Lehre vor. Sie ist keine Empfehlung, ein Salz nach dem Sternzeichen zu nehmen. Für die Schüßler-Salze selbst gibt es bislang keine klinischen Studien, die eine Wirkung belegen. Eine große Registerstudie fand keinen haltbaren Zusammenhang zwischen Sternzeichen und Krankheiten. Was über die Salze bekannt ist, steht auf der Seite „Schüßler-Salze“.
Wie es wirken soll
- Traditionell genutzt
- Studien sprechen dagegen
Nach Careys Lehre entsprechen die zwölf Mineralsalze im Körper in ihrer Schwingung den zwölf Zeichen des Tierkreises. Während der neun Monate im Mutterleib nimmt das Kind nach Carey die Kräfte von neun dieser Salze auf, drei fehlen ihm bei der Geburt. Als Beispiel nennt er einen Menschen, der Ende Februar in den Fischen geboren ist: Ihm fehlten nach dieser Lehre die Salze von Fische, Widder und Stier. Das Salz eines Zeichens nennt Carey das Geburtssalz der in diesem Zeichen Geborenen, und dem Astrologen gibt er die Aufgabe, den Weg dafür zu berechnen.
Careys Zuordnung, mit den heute üblichen Namen und Nummern der Salze: Widder Kalium phosphoricum (Nr. 5), Stier Natrium sulfuricum (Nr. 10), Zwillinge Kalium chloratum (Nr. 4), Krebs Calcium fluoratum (Nr. 1), Löwe Magnesium phosphoricum (Nr. 7), Jungfrau Kalium sulfuricum (Nr. 6), Waage Natrium phosphoricum (Nr. 9), Skorpion Calcium sulfuricum (Nr. 12), Schütze Silicea (Nr. 11), Steinbock Calcium phosphoricum (Nr. 2), Wassermann Natrium chloratum (Nr. 8), Fische Ferrum phosphoricum (Nr. 3). Zu jedem Salz beschreibt Carey, welche Aufgabe es nach seiner Lehre im Körper hat, und verbindet das mit Bildern aus Bibel und Kabbala.
Schüßler selbst zog diese Verbindung nicht. Er begründete seine Heilweise mit der Zellenlehre seiner Zeit, und das Calcium sulfuricum, das Carey dem Skorpion gibt, strich er 1895 selbst aus seiner Reihe. Auch in Careys eigenem Lehrbuch von 1894 zu Schüßlers Salzen kommen die Zeichen noch nicht vor.
Was Studien finden: Die Zuordnung zu den Zeichen hat keine Studie geprüft. Für die Schüßler-Salze selbst gibt es nach der Krankenkasse BARMER und der Pharmazeutischen Zeitung keine klinischen Studien, die eine Wirkung belegen. Dass das Sternzeichen mit Krankheiten zusammenhängt, hat eine Registerstudie mit rund 10,7 Millionen Erwachsenen geprüft und keinen haltbaren Zusammenhang gefunden.
„Traditionell genutzt“ gilt für Careys Lehre und ihre Zuordnung. „Studien sprechen dagegen“ gilt für die Annahme, das Sternzeichen hänge mit Krankheiten zusammen.
Quellen: Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3, Quelle 4, Quelle 5, Quelle 6, Quelle 7, Quelle 8, Quelle 9, Quelle 10
Wofür
Noch keine geprüften Anwendungen.
Wer das anbietet
Für Fragen zu deiner persönlichen Situation sind Fachleute die richtige Anlaufstelle: deine Hausarztpraxis, deine Apotheke oder Heilpraktiker:innen mit Zulassung.
Fachleute finden Dazu ist noch niemand im Verzeichnis.
Risiken
Die Zuordnung ist eine Lehre, keine Diagnose. Aus deinem Sternzeichen lässt sich nach der großen Registerstudie aus Ontario nicht ablesen, welche Krankheiten du bekommst. Dass es zeigt, welcher Mineralstoff dir fehlt, hat keine Studie belegt. Wenn du einen Mangel vermutest, lässt du ihn ärztlich prüfen; die stark verdünnten Salze decken nach der Krankenkasse BARMER den täglichen Bedarf an Mineralstoffen nicht.
Die Tabletten enthalten Milchzucker als Trägerstoff. Das größere Risiko liegt darin, eine nötige Behandlung aufzuschieben. Bei starken, neuen oder anhaltenden Beschwerden gehört der erste Weg in eine ärztliche Praxis, im Notfall rufst du die 112. Verordnete Medikamente setzt du nicht zugunsten der Salze ab, ohne mit deiner Praxis zu sprechen. Die BARMER rät, Schüßler-Salze nur nach Beratung in der Praxis oder Apotheke einzunehmen.
Häufige Fragen
Welches Schüßler-Salz gehört zu welchem Sternzeichen?
- Traditionell genutzt
Nach George W. Carey gehört zum Widder Nr. 5 Kalium phosphoricum, zum Stier Nr. 10 Natrium sulfuricum, zu den Zwillingen Nr. 4 Kalium chloratum, zum Krebs Nr. 1 Calcium fluoratum, zum Löwen Nr. 7 Magnesium phosphoricum, zur Jungfrau Nr. 6 Kalium sulfuricum, zur Waage Nr. 9 Natrium phosphoricum, zum Skorpion Nr. 12 Calcium sulfuricum, zum Schützen Nr. 11 Silicea, zum Steinbock Nr. 2 Calcium phosphoricum, zum Wassermann Nr. 8 Natrium chloratum und zu den Fischen Nr. 3 Ferrum phosphoricum. Das ist Careys Lehre von 1917, keine Empfehlung und keine geprüfte Wirkung.
Hat Schüßler die Salze den Sternzeichen zugeordnet?
- Traditionell genutzt
Nein. In Schüßlers Schrift „Eine abgekürzte Therapie“ von 1893 kommen Tierkreiszeichen nicht vor; er begründete seine Heilweise mit der Zellenlehre seiner Zeit. Die Verbindung zieht der amerikanische Homöopath und Astrologe George W. Carey, der 1894 noch ein Lehrbuch zu Schüßlers Salzen ohne Sternzeichen schrieb und die Zuordnung 1917 in „The Tree of Life“ ausarbeitete. Das Calcium sulfuricum, das Carey dem Skorpion gibt, hatte Schüßler 1895 sogar selbst aus seiner Reihe gestrichen.
Was ist das Lebenssalz oder Geburtssalz eines Sternzeichens?
- Traditionell genutzt
So nennt Carey das Salz, das nach seiner Lehre zum Zeichen eines Menschen gehört. Nach Carey nimmt das Kind in den neun Monaten im Mutterleib die Kräfte von neun der zwölf Salze auf; drei fehlen ihm bei der Geburt, darunter das Salz des eigenen Zeichens. Das ist eine astrologische Lehre, kein Befund: Gemessen hat einen solchen Mangel niemand, und ob dir ein Mineralstoff fehlt, zeigt eine ärztliche Untersuchung, nicht das Geburtsdatum.
Ist die Zuordnung der Schüßler-Salze zu Sternzeichen wissenschaftlich belegt?
- Traditionell genutzt
- Studien sprechen dagegen
Nein. Die Zuordnung selbst hat keine Studie geprüft. Für die Schüßler-Salze gibt es nach der Krankenkasse BARMER und der Pharmazeutischen Zeitung bislang keine klinischen Studien, die eine Wirkung belegen. Den Gedanken, das Sternzeichen hänge mit Krankheiten zusammen, hat eine Registerstudie mit rund 10,7 Millionen Erwachsenen aus Ontario geprüft: Nach der Korrektur für die vielen Vergleiche blieb kein Zusammenhang übrig.
Wer war George W. Carey?
- Traditionell genutzt
George Washington Carey (1845–1924) war ein amerikanischer Homöopath und Astrologe. Er verbreitete Schüßlers Salze in den USA, schrieb 1894 ein Lehrbuch dazu und gründete eine eigene Schule. In seinen späteren Schriften verband er die Salze mit Astrologie, Bibelauslegung und Kabbala; daraus stammt die Zuordnung der Salze zu den Sternzeichen. Seine Bücher sind gemeinfrei und als Scans frei zugänglich. Sie sagen, was er lehrte, und prüfen nichts davon.
Quellen
Alle 10 Quellen anzeigen
- George W. Carey. The Tree of Life. An Exposé of Physical Regenesis on the Three-fold Plane of Bodily, Chemical and Spiritual Operation. Selbstverlag, Los Angeles; Scan der University of California Library bei archive.org, 1917BuchZur Quelle
- George W. Carey. The Biochemic System of Medicine, comprising the theory, pathological action, therapeutical application, materia medica, and repertory of Schuessler's twelve tissue remedies. Luyties Pharmacy Company, St. Louis; Scan bei archive.org, 1894BuchZur Quelle
- George W. Carey. Wikipedia, The Free Encyclopedia (CC BY-SA 4.0), 2026WebsiteZur Quelle
- Wilhelm Heinrich Schüßler. Eine abgekürzte Therapie. Anleitung zur biochemischen Behandlung der Krankheiten (20. Auflage). Schulze'sche Hof-Buchhandlung, Oldenburg und Leipzig, 1893BuchZur Quelle
- Schüßler-Salze. Wikipedia, die freie Enzyklopädie (CC BY-SA 4.0), 2026WebsiteZur Quelle
- Helmstädter A. [Wilhelm Heinrich Schüssler's healing system "Biochemie" and its further development by Dietrich Schöpwinkel].. Gesnerus, 2006SonstigesPubMed 17451116
- Schüßler-Salze (Gesundheit im Blick, Presse-Newsletter). BARMER, 2020WebsiteZur Quelle
- Nicole Schuster. Schüßlers Biochemie: Mit Salzen heilen. Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 35/2013, 2013WebsiteZur Quelle
- Tierkreiszeichen. Wikipedia, die freie Enzyklopädie (CC BY-SA 4.0), 2026WebsiteZur Quelle
- Austin PC, Mamdani MM, Juurlink DN, Hux JE. Testing multiple statistical hypotheses resulted in spurious associations: a study of astrological signs and health.. Journal of clinical epidemiology, 2006KohortenstudieDOI 10.1016/j.jclinepi.2006.01.012PubMed 16895820
Mit anderen darüber reden: jeden Mittwoch um 19:30 beim Mittwochabend in der Principium-App, online und kostenlos.