Astrologie
Sternzeichen und Körperteile (Melothesie)
Kurz erklärt
Die Melothesie ist die astrologische Lehre, die jedem der zwölf Tierkreiszeichen eine Region des Körpers zuordnet, vom Widder am Kopf bis zu den Fischen an den Füßen, und den Planeten einzelne Organe. Im Mittelalter wurde sie als Tierkreiszeichenmann gezeichnet, eine Menschenfigur, auf deren Körperteilen die Zeichen stehen.
Diese Seite stellt die Zuordnungen der Reihe nach vor, dazu die Planeten und die Elemente der Zeichen. Sie sind Überlieferung. Sie zeigen, wie die Tradition den Körper gelesen hat, nicht, wie er funktioniert. Eine Registerstudie mit über zehn Millionen Erwachsenen fand keinen haltbaren Zusammenhang zwischen Sternzeichen und Krankheiten; aus einem Sternzeichen lässt sich danach keine Anfälligkeit ablesen. Wie die Heilkunde von Ptolemäus bis Culpeper mit der Lehre arbeitete, beschreibt die Seite „Astromedizin“.
Wie es wirken soll
- Traditionell genutzt
- Studien sprechen dagegen
In der Melothesie folgen die zwölf Tierkreiszeichen dem Körper von oben nach unten, in der Reihenfolge des Tierkreises. Dem Widder gehört der Kopf mit Augen, Ohren, Nase und Mund, dem Stier der Hals mit der Kehle, den Zwillingen gehören Schultern, Arme und Hände. Der Krebs steht für die Brust mit Lunge, Milz und Rippen, der Löwe für Herz, Rücken und Flanken, die Jungfrau für Bauch und Darm. Zur Waage gehören Nabel, Lenden und Gesäß mit den Nieren, zum Skorpion die Geschlechtsorgane, zum Schützen Hüften und Oberschenkel. Der Steinbock steht für die Knie, der Wassermann für Unterschenkel und Waden, die Fische für die Füße. Nach dem Forscher John Z. Wee blieb diese Reihe in der antiken Astrologie weitgehend gleich: Wer am Kopf mit dem Widder beginnt und an den Füßen mit den Fischen endet, hat wenig Spielraum.
Ptolemäus lehrt im 2. Jahrhundert in seinem Tetrabiblos, der Abschnitt des Tierkreises, auf den es im Horoskop ankommt, zeige den Körperteil, und die Natur des beteiligten Planeten die Art des Leidens. Dazu ordnet er den Planeten Organe zu, in der englischen Übersetzung von 1822: dem Saturn das rechte Ohr, Milz, Blase, Schleim und Knochen, dem Jupiter Hand, Lunge, Arterien und Samen, dem Mars das linke Ohr, Nieren, Venen und Geschlechtsorgane, der Sonne Augen, Gehirn, Herz, Nerven und die ganze rechte Seite. Die Venus regiert bei ihm Nase, Leber und Fleisch, Merkur Sprache, Verstand, Galle, Zunge und Gesäß, der Mond Gaumen, Kehle, Magen, Bauch, Gebärmutter und die ganze linke Seite.
Zeichen und Planeten verbindet die Tradition über die Häuser. Nach Ptolemäus hat die Sonne ihr Haus im Löwen und der Mond im Krebs; Merkur herrscht über Zwillinge und Jungfrau, Venus über Stier und Waage, Mars über Widder und Skorpion, Jupiter über Schütze und Fische, Saturn über Steinbock und Wassermann.
In der westlichen Astrologie gehören die Zeichen außerdem zu vier Elementen: Feuer zu Widder, Löwe und Schütze, Erde zu Stier, Jungfrau und Steinbock, Luft zu Zwillingen, Waage und Wassermann, Wasser zu Krebs, Skorpion und Fische. Solche Entsprechungen zwischen Elementen und Zeichen wurden schon in der Antike festgelegt. Ptolemäus selbst ordnet dieselben Dreiergruppen, die Triplizitäten, in der Übersetzung von 1822 nicht nach Elementen, sondern nach ihren herrschenden Planeten und nach Windrichtungen.
Im Mittelalter zeichnete man die Melothesie als Tierkreiszeichenmann, lateinisch Homo signorum. Nach dem Überblick der Wikipedia war seine Bedeutung für die Heilkunde zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert am größten. Der älteste bekannte steht im Kalender des Petrus de Dacia, ein Beispiel im Stundenbuch des Herzogs von Berry, den Très Riches Heures. Die Bilder dienten vor allem als Hilfe beim Aderlass; wie die Regeln dazu lauteten, beschreibt die Seite „Astromedizin“. Widerspruch kam früh von der Kirche: Eine Provinzialsynode in Braga verwarf die Melothesie als unvereinbar mit der christlichen Lehre, was ihre Verbreitung nicht aufhielt.
Geprüft wurde vor allem, ob das Sternzeichen mit Krankheiten zusammenhängt. Forschende in Ontario teilten alle rund 10,7 Millionen Erwachsenen der Provinz zufällig in zwei Hälften. In der ersten suchten sie unter 223 häufigen Gründen für eine Krankenhausaufnahme für jedes Zeichen die zwei, die bei ihm häufiger waren. In der zweiten Hälfte zeigten sich nur zwei dieser 24 Zusammenhänge wieder, und nach der Korrektur für die vielen Tests blieb keiner übrig. Die Studie sollte zeigen, wie viele Tests zu Scheinbefunden führen. Dass Krankheiten mit dem Geburtsmonat zusammenhängen können, fand eine Auswertung aus New York; die Forschenden vermuten Einflüsse der Jahreszeit auf die frühe Entwicklung, nicht des Tierkreises.
„Traditionell genutzt“ gilt für die Zuordnungen von Zeichen, Planeten und Elementen: Sie zeigen, was gelehrt wurde, nicht was im Körper geschieht. „Studien sprechen dagegen“ gilt für die Annahme, Menschen eines Sternzeichens seien für bestimmte Krankheiten anfälliger.
Quellen: Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3, Quelle 4, Quelle 5, Quelle 6, Quelle 7
Wofür
Noch keine geprüften Anwendungen.
Wer das anbietet
Für Fragen zu deiner persönlichen Situation sind Fachleute die richtige Anlaufstelle: deine Hausarztpraxis, deine Apotheke oder Heilpraktiker:innen mit Zulassung.
Fachleute finden Dazu ist noch niemand im Verzeichnis.
Risiken
Die Zuordnungen sind eine Bildsprache der Tradition, keine Landkarte für Diagnosen. Heikel wird es, wenn jemand Beschwerden mit seinem Sternzeichen erklärt und deshalb eine Untersuchung aufschiebt, oder wenn sich jemand Sorgen macht, weil sein Zeichen in der Melothesie für einen bestimmten Körperteil steht. Die große Registerstudie aus Ontario fand keinen haltbaren Zusammenhang zwischen Sternzeichen und Krankheiten: Aus deinem Zeichen lässt sich danach nicht ablesen, welche Krankheiten du bekommst.
Beschwerden an Kopf, Hals, Rücken oder anderswo lässt du ärztlich abklären, wenn sie stark sind, anhalten oder dich beunruhigen, ganz gleich, welches Zeichen die Tradition dem Körperteil gibt. Die Melothesie ist höchstens eine begleitende Betrachtung und ersetzt keine Untersuchung und keine Behandlung.
Häufige Fragen
Welche Körperteile regieren die Sternzeichen?
- Traditionell genutzt
In der Melothesie folgen die Zeichen dem Körper vom Kopf bis zu den Füßen: Widder Kopf, Stier Hals und Kehle, Zwillinge Schultern, Arme und Hände, Krebs Brust, Löwe Herz, Rücken und Flanken, Jungfrau Bauch und Darm, Waage Lenden, Gesäß und Nieren, Skorpion Geschlechtsorgane, Schütze Hüften und Oberschenkel, Steinbock Knie, Wassermann Unterschenkel, Fische Füße. Diese Reihe ist seit der Antike fast unverändert überliefert und wurde im Mittelalter als Tierkreiszeichenmann gezeichnet. Sie beschreibt eine Tradition, keinen Befund.
Hat mein Sternzeichen etwas mit meiner Gesundheit zu tun?
- Studien sprechen dagegen
Nach den Studien nicht. Eine Registerstudie mit rund 10,7 Millionen Erwachsenen in Ontario suchte unter 223 häufigen Gründen für eine Krankenhausaufnahme nach Häufungen bei einzelnen Sternzeichen. Was sie in einer Hälfte der Daten fand, bestätigte sich in der anderen kaum, und nach der Korrektur für die vielen Tests blieb kein Zusammenhang übrig. Eine Auswertung aus New York fand zwar Erkrankungen, die mit dem Geburtsmonat zusammenhängen; die Forschenden vermuten dahinter Einflüsse der Jahreszeit auf die frühe Entwicklung, nicht den Tierkreis. Die Melothesie bleibt eine Tradition, aus der sich keine Anfälligkeit ablesen lässt.
Was ist der Tierkreiszeichenmann?
- Traditionell genutzt
Der Tierkreiszeichenmann, lateinisch Homo signorum, ist ein Bild der Melothesie: eine Menschenfigur, auf deren Körperteilen die zwölf Tierkreiszeichen stehen, vom Widder am Kopf bis zu den Fischen an den Füßen. Er findet sich in Kalendern, Stundenbüchern und medizinischen Schriften, nach dem Überblick der Wikipedia vor allem zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert, oft neben einem Aderlassmännchen. Ärzte nutzten ihn, um Zeitpunkte für Aderlass und andere Eingriffe zu bestimmen. Mit neuen Erkenntnissen verlor er unter Ärzten an Ansehen, im Volksglauben hielt er sich länger.
Welche Organe gehören zu welchem Planeten?
- Traditionell genutzt
Nach Ptolemäus, in der englischen Übersetzung seines Tetrabiblos von 1822, regiert der Saturn rechtes Ohr, Milz, Blase und Knochen, der Jupiter Hand, Lunge und Arterien, der Mars linkes Ohr, Nieren, Venen und Geschlechtsorgane. Die Sonne steht bei ihm für Augen, Gehirn, Herz und Nerven, die Venus für Nase, Leber und Fleisch, der Merkur für Sprache, Zunge und Galle, der Mond für Gaumen, Kehle, Magen, Bauch und Gebärmutter. Spätere Autoren haben diese Liste abgewandelt. Sie zeigt, wie die antike Astrologie den Körper ordnete, nicht wie Organe arbeiten.
Welches Element hat welches Sternzeichen?
- Traditionell genutzt
In der westlichen Astrologie gehören je drei Zeichen zu einem Element: Widder, Löwe und Schütze zum Feuer, Stier, Jungfrau und Steinbock zur Erde, Zwillinge, Waage und Wassermann zur Luft, Krebs, Skorpion und Fische zum Wasser. Solche Entsprechungen wurden schon in der Antike festgelegt. Ptolemäus bildet dieselben Dreiergruppen, ordnet sie in der Übersetzung von 1822 aber nach ihren herrschenden Planeten und nach Windrichtungen, nicht nach Elementen. Die Elemente sind Teil der astrologischen Lehre, kein Befund über den Körper.
Quellen
Alle 7 Quellen anzeigen
- Claudius Ptolemäus; übersetzt von J. M. Ashmand. Ptolemy's Tetrabiblos, or Quadripartite: being four books of the influence of the stars (übersetzt von J. M. Ashmand). Davis and Dickson, London; Scan der Wellcome Library bei archive.org, 1822BuchZur Quelle
- Melothesie. Wikipedia, die freie Enzyklopädie (CC BY-SA 4.0), 2026WebsiteZur Quelle
- Homo signorum. Wikipedia, die freie Enzyklopädie (CC BY-SA 4.0), 2026WebsiteZur Quelle
- Zodiac Man. Wikipedia, The Free Encyclopedia (CC BY-SA 4.0), 2026WebsiteZur Quelle
- Tierkreiszeichen. Wikipedia, die freie Enzyklopädie (CC BY-SA 4.0), 2026WebsiteZur Quelle
- Austin PC, Mamdani MM, Juurlink DN, Hux JE. Testing multiple statistical hypotheses resulted in spurious associations: a study of astrological signs and health.. Journal of clinical epidemiology, 2006KohortenstudieDOI 10.1016/j.jclinepi.2006.01.012PubMed 16895820
- Boland MR, Shahn Z, Madigan D, Hripcsak G, Tatonetti NP. Birth month affects lifetime disease risk: a phenome-wide method.. Journal of the American Medical Informatics Association : JAMIA, 2015KohortenstudieDOI 10.1093/jamia/ocv046PubMed 26041386
Mit anderen darüber reden: in der Principium Community