Astrologie
Human-Design-Ernährung (PHS und Determination)
Kurz erklärt
Die Human-Design-Ernährung ist der Teil der Lehre von Ra Uru Hu, der sich mit Essen und Verdauung befasst. Die Lehre nennt ihn Primary Health System, kurz PHS. Nach der Lehre von Ra Uru Hu hat jeder Mensch eine eigene „Determination“, also eine angeborene Art, Nahrung aufzunehmen. Darstellungen aus der Praxis der Lehre nennen sechs davon, Appetit, Geschmack, Durst, Berührung, Klang und Licht, jede in zwei Formen; daraus ergeben sich in der Lehre zwölf Verdauungsweisen. Im Human Design gilt das PHS nicht als Diät, sondern als Experiment, das man erst angeht, wenn man Typ und Strategie lebt. Die Grundlagen der Lehre erklärt die Seite Human Design.
Eine Studie, die das PHS oder die Determinationen geprüft hätte, haben wir nicht gefunden. Einige der Essregeln ähneln aber Fragen, die die Ernährungsforschung untersucht hat: Trennkost, warmes oder kaltes Essen, ruhiges oder abgelenktes Essen, Essen am Tag oder in der Nacht. Was diese Studien fanden, steht unten neben der Lehre. Die Seite ist kein Ernährungsplan und ersetzt keine ärztliche Ernährungsberatung.
Wie es wirken soll
- Teilweise belegt
- Erste Hinweise
- Erfahrungswissen
Nach der Lehre von Ra Uru Hu wird die Determination aus der Unterstruktur der Körpergrafik gelesen, aus Farbe und Ton. Eine Darstellung aus der Praxis der Lehre beschreibt die zwölf Formen so: Beim Appetit soll der eine Mensch ein Lebensmittel nach dem anderen essen, der andere einfache Zutaten in einem eigenen Rhythmus. Beim Geschmack geht es darum, bei bewährten Lieblingsspeisen zu bleiben und sie mit den Jahreszeiten zu wechseln. Beim Durst gelten für den einen warme, für den anderen kühle Speisen und Getränke als passend. Bei der Berührung soll der eine in Ruhe, der andere in Bewegung oder belebter Umgebung essen. Beim Klang soll der eine bei Gespräch oder Musik, der andere in Stille essen. Beim Licht soll der eine bei Tageslicht, der andere eher im Dunkeln essen. Im Human Design gilt, dass der Körper so Nahrung und Eindrücke am besten aufnimmt; die Darstellung versteht die Formen als Einladung zum Ausprobieren, nicht als feste Regeln. Das ist Erfahrung aus der Praxis, keine geprüfte Wirkung.
Geprüft hat die Forschung nur Regeln, die einzelnen Formen ähneln, und nie die Zuordnung zu Menschen nach ihrer Körpergrafik. Trennkost, also Nährstoffe getrennt zu essen, brachte in einer kleinen randomisierten Studie bei gleicher Energiemenge keine zusätzliche Gewichtsabnahme gegenüber gemischter Kost. Abgelenkt zu essen führte in einer Metaanalyse dazu, dass Menschen mehr aßen, in derselben Mahlzeit und später. Kleine Versuche zeigen, dass die Temperatur von Getränken die Magenbewegung beeinflusst; dass manche Menschen warm, andere kalt besser vertragen, wurde nicht untersucht. Eine Metaanalyse fand nach derselben Mahlzeit in der Nacht einen höheren Blutzuckeranstieg als am Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu einer abwechslungsreichen, überwiegend pflanzlichen Kost und dazu, sich für Mahlzeiten Zeit zu nehmen.
Quellen: Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3, Quelle 4, Quelle 5, Quelle 6, Quelle 7, Quelle 8, Quelle 9, Quelle 10
Wofür
Noch keine geprüften Anwendungen.
Wer das anbietet
Für Fragen zu deiner persönlichen Situation sind Fachleute die richtige Anlaufstelle: deine Hausarztpraxis, deine Apotheke oder Heilpraktiker:innen mit Zulassung.
Fachleute finden Dazu ist noch niemand im Verzeichnis.
Risiken
Die Determination ist eine Deutung, kein Befund. Aus einer Körpergrafik lässt sich keine Unverträglichkeit, Allergie oder Krankheit ablesen, und keine Regel der Lehre ist ein Grund, eine ärztlich verordnete Ernährung, eine Untersuchung oder eine Behandlung aufzuschieben, zu ändern oder zu beenden. Wer wegen Diabetes, einer Darm- oder Nierenerkrankung, einer Allergie oder nach einer Operation nach einem bestimmten Plan isst, bleibt bei diesem Plan und bespricht jede Änderung mit der behandelnden Praxis. Medikamente nur in Absprache mit der behandelnden Praxis.
Für Kinder, in der Schwangerschaft und in der Stillzeit gelten eigene Empfehlungen; frag vor jeder Umstellung deine Ärztin oder deinen Arzt.
Essregeln können bei Menschen mit einer Essstörung oder einer Neigung dazu Kontrolle und Druck verstärken. Drehen sich deine Gedanken ständig um Essen, Gewicht und Figur, hast du Essanfälle oder isst du heimlich, sprich mit deiner Hausarztpraxis oder einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten. Geht es dir seelisch sehr schlecht, erreichst du die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111, im Notfall die 112.
Kurse und Lesungen zum PHS kosten Geld. Prüfe, was du bezahlst, und lass dich nicht unter Druck setzen.
Häufige Fragen
Was ist PHS im Human Design?
- Erfahrungswissen
PHS steht für Primary Health System, den Teil der Lehre von Ra Uru Hu, der sich mit Essen und Verdauung befasst. Nach der Lehre hat jeder Mensch eine eigene Determination, eine angeborene Art, Nahrung aufzunehmen, die aus Farbe und Ton in der Körpergrafik gelesen wird. Im Human Design gilt das PHS nicht als Diät, sondern als Experiment, das auf Typ und Strategie aufbaut. Gestützt ist das nur durch die Lehre selbst und durch Darstellungen aus ihrer Praxis; eine Studie, die das PHS geprüft hätte, haben wir nicht gefunden.
Welche Determinationen gibt es im Human Design?
- Erfahrungswissen
Nach Darstellungen aus der Praxis der Lehre von Ra Uru Hu gibt es sechs Determinationen mit je zwei Formen: Appetit (nacheinander oder abwechselnd), Geschmack (offen oder geschlossen), Durst (heiß oder kalt), Berührung (ruhig oder nervös), Klang (hoch oder tief) und Licht (direkt oder indirekt). Daraus ergeben sich in der Lehre zwölf Verdauungsweisen. Jede Form steht für eine Art, wie oder in welcher Umgebung gegessen werden soll, etwa in Ruhe oder in Bewegung, bei Tag oder im Dunkeln. Das ist die Einteilung der Lehre; geprüft ist sie nicht.
Ist es gesünder, nur ein Lebensmittel auf einmal zu essen?
- Erste Hinweise
- Erfahrungswissen
Dafür gibt es keinen Beleg. Die Regel stammt aus der Determination Appetit, in der die Lehre manchen Menschen rät, ein Lebensmittel nach dem anderen zu essen. Geprüft wurde eine verwandte Idee, die Trennkost: In einer randomisierten Studie nahmen Menschen mit starkem Übergewicht mit Trennkost nicht mehr ab als mit gemischter Kost gleicher Energiemenge, und ihre Blutwerte besserten sich ähnlich. Das war eine einzelne kleine Studie. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu einer abwechslungsreichen Kost mit viel und buntem Obst und Gemüse.
Sollte man warm oder kalt essen?
- Erste Hinweise
- Erfahrungswissen
Eine allgemeine Antwort geben die Studien nicht. Nach der Lehre von Ra Uru Hu vertragen Menschen mit „heißem Durst“ eher warme, mit „kaltem Durst“ eher kühle Speisen und Getränke. Kleine Versuche zeigen, dass die Temperatur die Magenbewegung beeinflusst: Junge Männer aßen nach kaltem Wasser weniger als nach warmem, und bei älteren Menschen verließ ein warmes Eiweißgetränk den Magen anfangs schneller als ein kaltes. Ob einzelne Menschen warm oder kalt besser vertragen, hat keine Studie geprüft. Achte darauf, was dir bekommt.
Ist Human-Design-Ernährung wissenschaftlich belegt?
- Teilweise belegt
- Erfahrungswissen
Nein. Eine Studie, die das PHS oder die Determinationen geprüft hätte, haben wir nicht gefunden, und Human Design ist in der Wissenschaft nicht anerkannt. Einige Regeln berühren aber Ergebnisse der Forschung: Abgelenkt zu essen führt in Studien dazu, dass Menschen mehr essen, und nachts steigt der Blutzucker nach derselben Mahlzeit stärker an als am Tag. Diese Studien gelten für Menschen allgemein und stützen nicht die Einteilung der Lehre. Ernährung bei einer Erkrankung, in der Schwangerschaft oder für Kinder gehört in ärztliche Hand.
Quellen
Alle 10 Quellen anzeigen
- Ra Uru Hu. PHS & Awakening the Body. Jovian Archive, 2026WebsiteZur Quelle
- Eine Einführung ins PHS. Human Design Austria, 2026WebsiteZur Quelle
- Nicki Sizemore. Human Design, Food and Digestion. Mind, Body, Spirit, FOOD (Substack, Podcastfolge mit einer Human-Design-Beraterin), 2023WebsiteZur Quelle
- Human Design. Wikipedia, the free encyclopedia (CC BY-SA 4.0), 2026WebsiteZur Quelle
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- Fujihira K, Hamada Y, Yanaoka T, et al.. The effects of water temperature on gastric motility and energy intake in healthy young men. European Journal of Nutrition 59(1):103–109, 2020Randomisierte kontrollierte StudieDOI 10.1007/s00394-018-1888-6PubMed 30617417
- Fujihira K, Takahashi M, Wang C, et al.. Consumption of hot protein-containing drink accelerates gastric emptying rate and is associated with higher hunger levels in older adults. Temperature (Austin) 11(1):52–59, 2024Randomisierte kontrollierte StudieDOI 10.1080/23328940.2023.2278410PubMed 38577300
- Leung GKW, Huggins CE, Ware RS, Bonham MP. Time of day difference in postprandial glucose and insulin responses: Systematic review and meta-analysis of acute postprandial studies. Chronobiology International 37(3):311–326, 2020MetaanalyseDOI 10.1080/07420528.2019.1683856PubMed 31782659
- Gut essen und trinken – die DGE-Empfehlungen. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), 2024Behörde / amtliche StelleZur Quelle
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