Astrologie
Gesundheit im Geburtshoroskop (6. Haus)
Kurz erklärt
In der medizinischen Astrologie gilt das Geburtshoroskop, das Bild des Himmels bei der Geburt, auch als Landkarte für Körper und Gesundheit. Nach der Lehre zählen dafür vor allem das sechste Haus, das ein alter Merkvers „Gesundheit“ nennt, der Aszendent, den die Tradition mit Körperbau und Lebenskraft verbindet, und die Planeten in den Tierkreiszeichen.
Die Lehre reicht bis in die Antike zurück. Ptolemäus beschrieb im 2. Jahrhundert, an welchen Stellen des Horoskops man nach Verletzungen und Krankheiten suchte, und der englische Astrologe William Lilly ordnete 1647 dem sechsten Haus Krankheit, ihre Art und ihre Ursache zu. Heutige Astrologinnen und Astrologen lesen es meist breiter, als Haus von Gesundheit, Alltag und Arbeit.
Diese Seite beschreibt, was die Lehre liest, und wendet sie auf niemanden an. In kontrollierten Versuchen konnten Astrologinnen und Astrologen aus Geburtshoroskopen nicht besser als beim Raten auf Menschen schließen, und Menschen, die wenige Minuten nacheinander geboren wurden, glichen sich nicht stärker als andere. Für die Annahme, man könne Krankheiten aus dem Horoskop ablesen, gibt es keinen haltbaren Beleg; Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt.
Wie es wirken soll
- Traditionell genutzt
- Studien sprechen dagegen
In der Astrologie ist das Geburtshoroskop eine Zeichnung des Himmels für Ort und Minute der Geburt. Sie ist in zwölf Felder geteilt, die Häuser. Das erste beginnt bei den meisten heutigen Häusersystemen am Aszendenten, dem Grad des Tierkreises, der in diesem Augenblick am Osthorizont aufgeht. Nach der Lehre steht jedes Haus für einen Bereich des Lebens. Ein lateinischer Merkvers, den schon Firmicus Maternus überliefert, nennt das erste Haus „Leben“ und das sechste „Gesundheit“; zugleich zählt Firmicus das sechste zu den „faulen“ oder verworfenen Häusern.
Nach Ptolemäus (Tetrabiblos, Buch III, Kapitel 17) achtet man bei Verletzungen und Krankheiten auf die beiden Ecken am Horizont, den Aszendenten und den Westpunkt, vor allem aber auf den Westpunkt und das Feld davor, das nach der Anmerkung des Übersetzers dem sechsten Haus entspricht. Entscheidend ist für ihn, ob die als schädlich geltenden Planeten dort stehen oder im Quadrat oder in der Opposition dazu. Das Tierkreiszeichen an dieser Stelle soll den Körperteil anzeigen, die Natur des Planeten die Art der Beschwerde; dazu ordnet er den Planeten Organe zu, dem Mond etwa Gaumen, Magen und Bauch. Günstige Planeten an diesen Stellen sollen das Bild nach seiner Lehre mildern, Jupiter zusammen mit Merkur etwa durch kundige Ärzte und gute Arznei.
Der englische Astrologe William Lilly fasst 1647 in seiner „Christian Astrology“ zusammen, was das sechste Haus in der Tradition bedeutet: Krankheit, ihre Art und ihre Ursache, dazu Dienstboten, Pächter und kleines Vieh. Im Körper ordnet er ihm den Unterbauch und die Eingeweide zu und nennt es ein unglückliches Haus, weil es keinen Aspekt zum Aszendenten bildet. Das erste Haus steht bei ihm für das Leben, die Gestalt und die Gesichtsfarbe eines Menschen und für Kopf und Gesicht. Heutige astrologische Schulen lesen das sechste Haus meist breiter, als Haus von Gesundheit, Alltagsroutinen, Arbeit und Dienst an anderen, und die Planeten in den Zeichen nach der Melothesie, die jedem Zeichen eine Körperregion zuordnet, vom Widder am Kopf bis zu den Fischen an den Füßen.
Geprüft wurde die Astrologie meist an Persönlichkeit und Lebenslauf. Im bekanntesten Versuch, 1985 in der Zeitschrift Nature veröffentlicht, sollten 28 Astrologinnen und Astrologen von einer Liste, die ein astrologischer Forschungsverband zusammengestellt hatte, zu jedem Geburtshoroskop unter drei Persönlichkeitsprofilen das passende finden. Sie trafen es als erste Wahl zu 34 Prozent, so oft wie beim Raten; erwartet hatten sie mindestens 50 Prozent. Dean und Kelly werteten 2003 die Daten von 2.101 Menschen aus, die vom 3. bis 9. März 1958 in London geboren wurden, im Mittel 4,8 Minuten nacheinander. Bei 110 Merkmalen, darunter Größe, Gewicht, Sehen, Hören und Unfallneigung, glichen sich diese Zeitzwillinge nicht stärker als durch Zufall. Eine Registerstudie mit rund 10,7 Millionen Erwachsenen in Ontario fand keinen haltbaren Zusammenhang zwischen Sternzeichen und Gründen für eine Krankenhausaufnahme. Eine Studie, die Gesundheitsaussagen aus dem sechsten Haus gezielt geprüft hätte, haben wir nicht gefunden.
„Traditionell genutzt“ gilt für die Lehre vom sechsten Haus, vom Aszendenten und von den Planeten in den Zeichen: Sie zeigt, was gelehrt wurde, nicht was im Körper geschieht. „Studien sprechen dagegen“ gilt für die Annahme, aus dem Geburtshoroskop ließen sich Persönlichkeit oder Körpermerkmale eines Menschen ablesen, und für einen Zusammenhang zwischen Sternzeichen und Krankheiten. Dass sich Krankheiten aus dem Horoskop ablesen ließen, ist nicht belegt.
Quellen: Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3, Quelle 4, Quelle 5, Quelle 6, Quelle 7, Quelle 8, Quelle 9
Wofür
Noch keine geprüften Anwendungen.
Wer das anbietet
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Fachleute finden Dazu ist noch niemand im Verzeichnis.
Risiken
Das größte Risiko ist eine Deutung, die Angst macht oder abwarten lässt. Liest jemand aus einem Horoskop eine Krankheit oder eine Schwäche heraus, kann das unnötig Sorgen machen. Wer deshalb mit Beschwerden nicht zur Ärztin oder zum Arzt geht oder eine Untersuchung aufschiebt, verliert womöglich Zeit, die bei manchen Erkrankungen zählt.
Ein Horoskop ist keine Diagnose und kein Befund. Triff keine Entscheidung über eine Untersuchung, eine Behandlung oder einen Termin nach einem Horoskop. Hat dich eine Deutung beunruhigt, sprich in der Praxis über deine Beschwerden, nicht über die Deutung; ohne Beschwerden gibt ein Horoskop keinen Anlass zur Sorge.
Ein Horoskop ist auch kein Schicksal. In den Studien sagte die Stellung der Gestirne bei der Geburt weder Persönlichkeit noch Körpermerkmale noch Krankenhausaufenthalte verlässlich voraus.
Häufige Fragen
Was bedeutet das 6. Haus in der Astrologie?
- Traditionell genutzt
In der astrologischen Tradition ist das sechste Haus das Haus der Gesundheit: Ein lateinischer Merkvers, den schon Firmicus Maternus überliefert, nennt es „Valetudo“, Gesundheit. William Lilly ordnete ihm 1647 Krankheit, ihre Art und ihre Ursache zu, dazu Dienstboten, Pächter und kleines Vieh, im Körper den Unterbauch und die Eingeweide. Heutige Astrologinnen und Astrologen lesen es breiter, als Haus von Gesundheit, Alltagsroutinen und Arbeit. Das ist überlieferte Lehre: Sie sagt, wie Astrologen das Horoskop deuten, nicht was es über einen Menschen verrät.
Was liest die medizinische Astrologie aus dem Geburtshoroskop?
- Traditionell genutzt
- Studien sprechen dagegen
Nach der Lehre vor allem drei Dinge. Das sechste Haus gilt als Haus der Gesundheit. Der Aszendent, der bei der Geburt am Osthorizont aufgehende Grad des Tierkreises, steht in traditionellen Sichtweisen für Körperbau und Lebenskraft. Die Planeten in den Zeichen werden nach der Melothesie gelesen, die jedem Zeichen eine Körperregion zuordnet. Nach Ptolemäus achtete man bei Krankheiten besonders auf den Westpunkt des Horoskops und das Feld davor. Das beschreibt, was gelehrt wurde. In kontrollierten Versuchen konnten Astrologinnen und Astrologen aus Horoskopen nicht besser als beim Raten auf Menschen schließen.
Quellen: Quelle 1, Quelle 3, Quelle 5, Quelle 6, Quelle 7, Quelle 8
Hat der Aszendent etwas mit der Gesundheit zu tun?
- Traditionell genutzt
- Studien sprechen dagegen
In der astrologischen Tradition ja: Ältere Sichtweisen verbinden den Aszendenten mit Körperbau und Lebenskraft, und bei William Lilly steht das erste Haus, das am Aszendenten beginnt, für das Leben, die Gestalt und die Gesichtsfarbe eines Menschen. Viele heutige Astrologinnen und Astrologen lesen ihn eher als Teil der Persönlichkeit. Geprüft wurde das Horoskop an 2.101 Menschen, die im März 1958 in London im Mittel 4,8 Minuten nacheinander geboren wurden: Bei 110 Merkmalen, darunter Größe, Gewicht, Sehen und Hören, glichen sie sich nicht stärker als durch Zufall.
Was lehrte Ptolemäus über Gesundheit im Horoskop?
- Traditionell genutzt
Nach Ptolemäus achtet man bei Verletzungen und Krankheiten auf den Aszendenten und den Westpunkt, vor allem auf den Westpunkt und das Feld davor, das der Übersetzer als sechstes Haus erklärt. Stehen die als schädlich geltenden Planeten dort, so lehrt er, ist eine Beeinträchtigung angezeigt; das Zeichen soll den Körperteil zeigen, der Planet die Art. Günstige Planeten sollen das Bild mildern, Jupiter mit Merkur etwa durch kundige Ärzte und gute Arznei. Das ist eine Lehre aus dem 2. Jahrhundert, kein geprüftes Wissen.
Quelle: Quelle 1
Was haben wissenschaftliche Tests der Astrologie ergeben?
- Studien sprechen dagegen
Sie fanden keine Treffsicherheit über dem Zufall. Im bekanntesten Versuch, 1985 in Nature veröffentlicht, sollten 28 Astrologinnen und Astrologen von der Liste eines astrologischen Forschungsverbands zu Geburtshoroskopen das passende von drei Persönlichkeitsprofilen finden; sie lagen mit 34 Prozent auf dem Niveau des Ratens, erwartet hatten sie mindestens 50 Prozent. Eine Metaanalyse von mehr als 40 kontrollierten Studien kam zum selben Ergebnis. Eine Registerstudie mit rund 10,7 Millionen Erwachsenen fand keinen haltbaren Zusammenhang zwischen Sternzeichen und Krankenhausdiagnosen.
Quellen
Alle 9 Quellen anzeigen
- Claudius Ptolemäus; übersetzt von J. M. Ashmand. Ptolemy's Tetrabiblos, or Quadripartite: being four books of the influence of the stars (übersetzt von J. M. Ashmand). Davis and Dickson, London; Scan der Wellcome Library bei archive.org, 1822BuchZur Quelle
- William Lilly. Christian Astrology, modestly treated of in three books. Tho. Brudenell für John Partridge und Humph. Blunden, London; Scan der Wellcome Library bei archive.org, 1647BuchZur Quelle
- Haus (Astrologie). Wikipedia, die freie Enzyklopädie (CC BY-SA 4.0), 2026WebsiteZur Quelle
- House (astrology). Wikipedia, the free encyclopedia (CC BY-SA 4.0), 2026WebsiteZur Quelle
- Aszendent (Astrologie). Wikipedia, die freie Enzyklopädie (CC BY-SA 4.0), 2026WebsiteZur Quelle
- Melothesie. Wikipedia, die freie Enzyklopädie (CC BY-SA 4.0), 2026WebsiteZur Quelle
- Carlson S. A double-blind test of astrology. Nature, 1985Randomisierte kontrollierte StudieDOI 10.1038/318419a0
- Geoffrey Dean, Ivan W. Kelly. Is Astrology Relevant to Consciousness and Psi?. Journal of Consciousness Studies 10 (6–7), S. 175–198; Volltext auf der Website der Autoren, 2003KohortenstudieZur Quelle
- Austin PC, Mamdani MM, Juurlink DN, Hux JE. Testing multiple statistical hypotheses resulted in spurious associations: a study of astrological signs and health.. Journal of clinical epidemiology, 2006KohortenstudieDOI 10.1016/j.jclinepi.2006.01.012PubMed 16895820
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